Der „Mindestlohn“ für Blogbetreiber/innen: Likes, Shares und Kommentare

Flattr this!

Blogs werden lange nicht mehr nur als klassisches Online-Tagebuch benutzt, sondern vielfach auch als Online- Magazine, in denen eine Redaktion oder Einzelpersonen, oft mit journalistischer Ausbildung, über Themen berichten, die ihnen wichtig sind – über Hobbys, Kultur bis zu Politik. Auch wenn die Hochzeit der Blogs schon wieder vorbei ist und ihre Popularität von Facebook und Co. eingeschränkt wurde, haben sich gerade diese Online-Magazine, in denen es um mehr als reine persönliche Befindlichkeiten geht, als wichtige Ergänzung zum kriselnden Journalismus entwickelt, und auch als wichtiger Teil einer Demokratisierung der Meinungsbildung und -äußerung.

Facebook_like_thumb 580

Gerade deshalb ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie diese Blogs entstehen und sie zu unterstützten. Die wenigsten Blogbetreiber/innen bekommen, wenn überhaupt, eine auch nur annähernd adäquate Bezahlung für ihre Arbeit. Manche schalten Werbung auf ihren Blogs, viele verzichten darauf, um ihre Unabhängigkeit zu demonstrieren. Es gibt seit einiger Zeit Möglichkeiten, die Leser um Online-Spenden zu bitten, wie z.B. über den PayPal-Spenden-Knopf oder den Dienst Flattr.

Aber um hier überhaupt nennenswerte Summen einzuspielen, muss nicht nur die Qualität der Artikel top (und leider auch ausreichend populär) sein. Es ist in der Aufmerksamkeitsökonomie des Internets entscheidend, dass die Blogs bzw. die Artikel überhaupt wahrgenommen werden. Hier kommt der nichtmonetäre Teil ins Spiel, wie ein/e Leser/in die Lieblingsblogs unterstützen kann. Und zwar ganz unkompliziert – man muss sich nur der Mechanismen bewusst sein. Für die Blogbetreiber/innen ist es enorm wichtig, dass ihre Artikel angeklickt, geliked und geshared werden. All das hilft, den Blog bekannter zu machen und das Interesse aufrecht zu erhalten.

Flattr Logo 580

Durch Klicks und Likes sehen die Produzent/innen nicht nur, wie populär bestimmte Themen bei ihren Stammleser/innen sind – sie rutschen auch in den Google- und anderen Rankings nach oben und werden so leichter auch von neuen Leser/innen gefunden. Das Teilen von Links zu Artikeln, die man interessant findet, auf Facebook, Twitter und Co. hat den gleichen Effekt – sie bringen nicht nur mehr Traffic für den Blog, sondern machen auch neue potentielle Interessent/innen aufmerksam.

Neben dem rein „wirtschaftlichen“ Aspekt sind dies auch die kleinen Komplimente, Dankeschöns, Respektbekundungen und Umarmungen, die jede/n Blogbetreiber/in freut, die im Zweifel viel Zeit, (Spezial-)Wissen und Herzblut in ihren Blog stecken. Sie freuen sich auch, wenn man dem Blog – soweit angeboten – über Facebook, Twitter & Co. bzw. RSS-Feed folgt. Win-win ist dann, dass die Leser/innen bei potentiell interessanten Themen auf dem Laufenden bleiben. Noch besser ist es, auch Andere auf den Blog aufmerksam zu machen, die diesen Blog vielleicht mögen könnten – so gibt es z.B. bei Facebook die Funktion „Freunde einladen“.

Ein No-No ist es im Übrigen, Texte oder Bilder ohne Absprache einfach in Foren oder auf Facebook zu kopieren. Abgesehen davon, dass das eine Copyrightverletzung ist, folgen interessierte Leser/innen meistens auch dem Link und es ist eine Frage des Respekts gegenüber den Blogbetreiber/innen.

8 Menschen gefällt dieser Artikel.

5 Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Der “Mindestlohn” für Blogbetreiber/innen: Likes, Shares und Kommentare […]

  2. […] Der “Mindestlohn” für Blogbetreiber/innen: Likes, Shares und Kommentare […]

  3. […] Der Mindestlohn für Blogbetreiberinnen seien Shares, Likes und Links heißt es beim Wortbetrieb. […]

  4. […] die Möglichkeiten, Blogger_innen für ihre Arbeit zu be- oder entlohnen, schreibt Barbara Mürdter im […]

Kommentare sind deaktiviert.