Facebookseiten richtig gestalten

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Viele Firmen, Organisationen, Interessengruppen, Veranstalter oder mehr oder weniger prominente Personen nutzen Facebook als Ort, um über ihre Aktivitäten und aktuelle Produkte zu informieren und „Fans“, wie es bei Facebook heißt, an sich zu binden.

Wozu eine Facebook-Seite?

Eine Facebookseite ist schnell eingerichtet. Deshalb betreiben manche kleinere und / oder kurzfristige Projekte ausschließlich Facebookseiten. Allerdings ist eine eigene Webseite als Hauptseite klar zu empfehlen (geht auch schnell einzurichten), schon allein aus dem Grund, dass Facebook proprietär ist und nur angemeldete Nutzer die Inhalte sehen können. Zudem wirkt eine eigene Website seriöser, Inhalte sind leichter sortier- und auffindbar und sie wird auch öfter verlinkt.

Eine so genannte Facebook-Fanpage kann die Informationen der eigenen Seite multiplizieren und Facebook-Nutzer/innen darüber informieren, was es Neues gibt: Blogeinträge auf der Website, Termine, neue Produkte etc. Über die Facebook-Page können Interessierte sich nicht nur informieren, sondern mit den Anbieter/innen in Kontakt treten, Nachfragen stellen und Anmerkungen machen. Hier ist die Hemmschwelle, sich zu äußern niedriger als auf einer Website. Auch leiten Leser/innen die Infos bei Interesse in ihren eigenen Netzwerken über die „Teilen“-Funktion schneller weiter, als einen Link zu einer Website zu kopieren und zu posten.

Titel der Facebookseite von Wortbetrieb

Titel der Facebookseite von Wortbetrieb

Einrichten

Eine Facebookseite ist kostenlos, dafür muss man die Nutzungsbedingungen von Facebook akzeptieren und auch die Werbung ertragen. Man kann auch die eigene Seite bewerben – dafür muss man dann allerdings zahlen.

Zunächst klickt man auf „Seite erstellen“, dann wählt man eine Kategorie und einen Seitennamen. Man sollte auf jeden Fall ein Logo / Profilbild und ein Titelbild einstellen, so dass die Seite attraktiv und seriös aussieht. Zudem sollte man unter „Info“ eine kurze Beschreibung geben, worum es auf der Seite geht bzw. wen / was sie repräsentiert. Zudem sollte man einen Kontakt und die URL der Website angeben. Auch bei Facebook besteht Impressumspflicht.

Im „Adminsitrationsbereich“ gibt es verschiedene Optionen, wie man die Seite gestalten kann. Wichtig ist hier vor allem, was man Facebook-Nutzern und Fans der Seite erlaubt – ob sie kommentieren dürfen, Bilder hochladen oder URLs verlinken. Man kann einen kleinen Seitenstreifen einrichten, in dem die Nutzer ihre eigenen Kommentare hinterlassen können, unabhängig von Posts der Seitenbetreiber. Zudem kann man eine Verbindung zu anderen sozialen Netzwerken wie Twitter einrichten, über die dann die Facebook-Posts automatisch dort auch erscheinen. Diese Optionen kann man auch jederzeit nachträglich ändern. In diesem „Administrationsbereich“ kann man dann auch die Statistiken zur Seitennutzung anschauen.

Administrationsbereich von Wortbetrieb auf Facebook

Administrationsbereich von Wortbetrieb auf Facebook

Nach dem ersten Post sollte man sich auch bemühen, ein paar erste „Fans“ für die Seite zu gewinnen. Am einfachsten geht es, indem man erst mal versucht, ein paar private Freunde zum Liken der Seite zu überreden. Man kann den Link zur neuen Seite auch an anderen – möglichst passenden – Stellen auf Facebook posten und für die Seite werben. Allerdings sollte man hier sehr aufpassen, dass es nicht als Spam aufgefasst wird. Man sollte soweit vorhanden auf der eigenen Website über die neue Facebookseite informieren und auch ein Icon mit Link anbringen, so dass jeder Besucher der Website schnell auch Facebook-“Fan“ werden kann. Überhaupt sollte man den Link und Hinweis auf die neue Seite möglichst weit verteilen und auch auf der neuen Seite um Weiterverteilung innerhalb von Facebook bitte – allerdings möglichst nicht allzu aufdringlich. Man kann innerhalb von Facebook auch bezahlte Werbeanzeigen schalten – ich bin allerdings der Meinung, eine gute Seite empfiehlt sich von selbst.

Social Media Icons auf der Webbsite

Social Media Icons auf der Webbsite

Beiträge posten

Wichtig für den Erfolg der Seite sind Inhalt, Ansprache der Nutzer und Timing der Posts (Beiträge) sowie die Kommunikation mit den Interessenten / Kunden in der Diskussion.

Facebook funktioniert wie ein Blog: Die neuesten Informationen stehen oben. Die Anzahl der Wörter pro Post ist eingeschränkt, aber man kann die Notizen-Funktion nutzen, um längere Texte zu verfassen. Das ist aber eher unüblich, da die Informationen aus den Posts möglichst schnell erfasst werden sollen. Man kann ein Posting mit Fotos, Videos und einem Link versehen. Alles, was man bei Facebook postet, können nur eingeloggte User sehen. Das ist eher hinderlich, wenn man viele Leute erreichen will, weil nicht jeder einen Facebook-Account hat / haben will. Andererseits werden interessante Infos, Links, Fotos und Videos auch gern über die Funktion „Teilen“ von anderen Nutzern weitergeleitet und können so innerhalb von Facebook im Idealfall sehr viele Nutzer erreichen.

Der Inhalt sollte relevant und interessant für die Nutzer sein, und kurz und verständlich auf den Punkt gebracht. Man kann entweder eine kurze Information posten, oder eine URL zu einem längeren Text auf der eigenen Website oder anderswo im Netz, ggf. auch auf Facebook wie Veranstaltungen und Notizen. Man sollte dabei nie nur den Link posten, von dem Titelbild, Überschrift und Textpassage automatisch erscheinen. Es empfiehlt sich, immer einen kurzen Teaser (Anrisstext) dazuschreiben. In diesem soll stehen, worum es geht, und er soll die Nutzer neugierig machen, auch auf diesen Link zu klicken. Die Informationen sollten möglichst aktuell und relevant im Kontext des Seiteninhalts sein.

Inhalte können u.a. sein: Termine, neue Blogeinträge auf der eigenen Website, neue Produkte, Berichte über die Firma / Organisation etc. in anderen Medien, Fotos von Veranstaltungen etc. Sind Firmen / Organisationen oder Medien, die im Post / Teaser erwähnt werden ebenfalls auf Facebook vertreten, ist es gut, sie mit einem @ zu markieren, ebenso Quellen. Die Markierung erscheint dann blau, und der Artikel ist mit der Seite verlinkt, was zum beiderseitigen Vorteil sein kann.

Facebook-Post von der Seite Popkontext mit Markierungen

Facebook-Post von der Seite Popkontext mit Markierungen

Früher war Duzen aufgrund der Entstehung der Netzkultur die normale Umgangsform. Heute kommt es sehr darauf an, worum es geht. Gerade bei Firmen oder formaleren Infos wirkt ein zwanghaftes Duzen heute eher peinlich – das Sie ist im Netz durchaus angekommen. Allerdings ist ein lockerer Umgangston weiter durchaus angebracht. Aber auch hier sollte man nicht über das Ziel hinausschießen, sondern sich dem Zweck, um den es geht anpassen.

Die Anzahl der Posts richtet sich vor allem danach, was man mitzuteilen hat. Man sollte allerdings seine „Fans“ nicht im Stundentakt zutexten. Postet man mehrfach am Tag, sollte es wirklich relevant sein. Als Faustregel gilt maximal dreimal am Tag, aber es kommt immer drauf an, worüber die Seite informieren will. So werden tagesaktuelle Onlineangebote von Medienhäusern häufiger posten, während eine Druckerei wahrscheinlich nicht jeden Tag News zu vermelden hat. Umgekehrt sollte man nicht zu selten von sich hören lassen, weil man sonst in Vergessenheit gerät. Man sollte auch möglichtst nicht Mitten in der Nacht posten, sondern Vor- oder Nachmittags, wo die meisten Leute online sind. Dann sehen sie die Post ggf. in ihrer eigenen Timeline, und müssen nicht erst auf die Seite gehen, um sich über Neues zu informieren.

Diskussionen moderieren

Wichtig ist auch der Umgang mit Kommentaren von Usern. Sie sind zentral in der Kommunikation mit der „Kundschaft“ und der Funktion der Facebookseite, die eben mehr ist als eine einfache Pinnwand. Fragen sollte man immer beantworten, sich für nette Anmerkungen bedanken und auf (angemessene) Kritik reagieren – das möglichst zeitnah, soweit leistbar. Die Reaktionen sollten selbstverständlich kompetent, sachlich und freundlich sein, in angemessen lockerem, aber nicht plump vertraulichem Tonfall. Bei größeren Firmen und Institutionen ist es absolut angebracht, eine Fachkraft in diesem Bereich einzustellen: Social Media sind heute ein wichtiger Teil der Kommunikation nach Außen, mit der man potentielle Kunden oder Interessenten erreicht.

Detaillierteres zum Moderieren von Kommentaren und Diskussionen im Netz habe ich hier aufgeschrieben.

Als Seitenbetreiber hat man übrigens Hausrecht auf der Seite. Spam, aber auch unsachliche Beiträge, besonders mit strafrechtlich relevantem Inhalt, sollte man sofort entfernen. Wenn andere Diskutanten ernsthaft angegriffen werden, z.B. ihre Persönlichkeitsrechte verletzt werden, hat man auch eine Verantwortung, diese zu schützen. Das erfolgt am besten nicht nur durch die Entfernung des entsprechenden Inhalts, sondern in schweren Fällen durch Sperren des Benutzers / der Benutzerin.

Auch wenn es oft vernachlässigt wird, gilt bei Facebook ebenfalls das Copyright. Das sollte man auch beachten, wenn User Bilder, Videos oder Audiomaterial hochladen oder Links zu anderen Seiten stezen. Für den Inhalt der Seite ist der / die Seitenbetreiber/in verantwortlich und kann bei rechtlichen Verstößen belangt werden.

Wie man einen eigenen Blog einrichten kann man hier genauer nachlesen.

Seminare und Kurse u.a. zu Themen Social Media und Blogs biete ich hier an.

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