Pofalla-Scherz: Satiremagazin Postillon stellt alle bloß

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Das Satiremagazin Postillon hat sich im vergangenen Jahr zum Renner im deutschsprachigen Internet entwickelt: Mit großer Klugheit und Treffsicherheit kommentiert Macher Stefan Sichermann die aktuelle politische Lage. Zurecht kann er inzwischen von seinem Blog leben und ist mit seinem Magazin ein kleiner Star geworden.

Screenshot Postillon

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Heute jedoch landete er seinen bislang größten Coup. Ihm war offenbar auch aufgefallen, dass die aktuelle Politik so absurd ist, dass selbst die beste Satire nicht mithalten kann. Zudem treibt das System des ungeprüften „Abschreibens“ der Medien und sogar Agenturen untereinander immer unfasslichere Blüten.

So kopierte Sichermann schlichtweg die Pressemeldungen zum Wechsel des ehemaligen CDU-Kanzleramtsministers Ronald Pofalla zur Deutschen Bahn und datierte den „exklusiven“ Blogeintrag einen Tag zurück. Damit löste er eine Empörungswelle im Netz aus, wie die „Mainstreammedien“ denn auf ein Satiremagazin hereinfallen könnten. Allerdings bekam er auch bald irritierte Nachfragen von den Medien selber. Offenbar konnte man sich dort auch vorstellen, dass man auf eine Satiremeldung hereingefallen war.

So hat der Postillon gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Wenn so vielen Leuten der Postillon als das glaubwürdigste Medium erscheint, sagt das viel über a) die aktuelle Politik, b) den aktuellen Zustand der Medien, aber c) auch was über die so genannte „Schwarmintelligenz“, die alles glaubt, was gegen „Mainstreammedien“ (oder schlimmer „Systempresse„) geht.

Demnächst mehr dazu, wie man Quellen und die Plausibilität von Nachrichten bewertet hier auf Wortbetrieb.

Update: Die Rheinzeitung hat die Diskussion auf Twitter, wo es das Thema auf Platz eins der trending topics in Deutschland schaffte, noch einmal schön zusammengefasst.

Zuerst veröffentlicht auf Popkontext.

postillon profalla

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