VG Wort Teil 1: Wie meldet man Texte?

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Behördenanträge sind immer lästig, vor allem weil sie meist in einem Beamtendeutsch verfasst sind, was Nicht-Beamt/innen Kopfschmerzen bereitet. In vielen Behörden gab es aber in den letzten Jahren Einsicht in die Problematik. Zwei gehören allerdings nicht dazu: Die GEMA und die VG Wort. Hier kann man im Zweifel nur mit fremder Hilfe von Menschen, die sich schon einmal damit beschäftigt haben, zum Ziel kommen, selbst (oder gerade?) als intelligenter, strukturiert denkender Mensch. Oder man nimmt sich mindestens einen Tag frei, um sich ausschließlich mit dem Thema zu beschäftigen, die unübersichtliche Seite und ellenlangen, unnötig komplizierten Ausführungen zu studieren und auch noch im Netz nach weiteren Erklärungen zu recherchieren.

Die VG Wort steht offenbar auf dem Standpunkt: „Wer Geld will, muss sich eben die Zeit nehmen, sich durch unsere Sachen durchzuarbeiten.“ Je weniger Leute sich die Mühe machen oder die Zeit und die Nerven dazu haben, desto besser. Es geht nicht um Service – man fühlt sich eher wie Aterix in Rom, im „Haus, das Verrückte macht“. Wer es nicht versteht, hat eben Pech. Das widerspricht der gesetzlichen Aufgabe der VG Wort, die die Urheber/innen vertreten soll – denn so schreckt sie potentiell Berechtigte ab, ihre Texte zu melden, und beschäftigt auf Kosten der Urheber/innen unnötig viele Mitarbeiter/innen in der Verwaltung, die tausende Fragen beantworten müssen, die bei einer serviceorientiert gestalteten Website und einem einfacheren Verfahren gar nicht erst auftreten würden.

Aufgrund eigener schlechter Erfahrung möchte ich hier tun, was die VG Wort auf ihrer Seite nicht macht: Einen verständlichen, übersichtlichen und konsistenen Leitfaden für die Anmeldung von Texten dort geben. Zur speziellen Thematik Internet-Texte habe ich hier noch einen eigenen ausführlicheren Artikel geschrieben.

Da das System ziemlich verwirrend und inkosistent ist, kann ich als außenstehende Laiin natürlich keine rechtliche Gewähr für die Richtigkeit der Angaben geben. Sie sollen lediglich eine Hilfestellung zur ersten Orientierung sein. Wenn Sie das für sich zutreffende gefunden haben, erkundigen Sie sich über Details bitte aus den Seiten der VG Wort selber.

Was ist die VG Wort?
VG Wort steht für „Verwertungsgesellschaft Wort“. Sie ist ein Wirtschaftsverein, dem die Rechtsfähigkeit staatlich verliehen worden ist (§ 22 BGB, § 1 Abs. 4 UrhWG). Ihre Aufgabe ist es, Tantiemen aus Zweitverwertungsrechten – d.h. Kopien, Leihe etc. – an „Sprachwerken“ in Deutschland zu verwalten. Zu diesen Sprachwerken zählen: Print, Online-Texte, Hörfunk (Text, also gesprochenes Wort) und Fernsehen (Text / Untertitel und gesprochenes Wort). Für Bild ist die VG Bild-Kunst zuständig, für Musik die GEMA.

Was ist die Aufgabe der VG Wort?
Ihr Auftrag ist, Autor/innen und Verlage bei der Wahrung ihrer Urheberrechte zu helfen. Das Geld kommt aus verschiedenen Quellen, die durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) geregelt sind. Die Haupteinnahmequelle sind die Leermedien‐ und Geräteabgabe. Diese Pauschalabgabe nach § 54 UrhG schafft einen finanziellen Ausgleich für die gesetzlich zugelassene Privatkopie, die nach § 53 UrhG Jedermann zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch von urheberrechtlich geschützten Werken erstellen darf. Für die dadurch entstehenden Einnahmeausfälle gibt es für die Urheber/innen und Rechteinhaber/innen eine Kompensation in Form dieer Pauschalabgabe.

Neben der Leermedien- und Gerätevergütung gehört zur Reprographievergütung gemäß § 42b Abs2 des UrhG die Betreibervergütung: Autor/innen und Verlagen steht auch für die Ausleihe ihrer Werke in öffentlichen Bibliotheken eine Vergütung zu, ebenso für das Ausleihen und Vermieten von Werken in Lesezirkeln, Nutzung von Artikeln in Pressespiegeln oder Nachdrucke in Schulbüchern.

Damit beim Erstellen von Fotokopien und beim Kopieren von Audio- und Videokassetten, wobei jeweils Wort, Musik und Bild kopiert werden, nur eine einheitliche Abgabe notwendig wird, haben sich die beteiligten Verwertungsgesellschaften auf einen Verteilschlüssel für die darauf erhobenen Pauschalabgaben (zum Beispiel der Bibliothekstantiemen) geeinigt. Der Verteilungsschlüssel wird auf der Basis empirischer Teststudien über die Verwertung von kopierbaren und vermietbaren Materialien bemessen.

Ein Teil der Gebührenaufkommen wird im jeweiligen Folgejahr nach einem Verteilungsschlüssel an die Autor/innen und Verlage ausgeschüttet, die ihre Werke dort gemeldet haben. Der andere Teil der Einnahmen fließt, neben der Finanzierung der eigenen Verwaltung, u.a. in die Künstlersozialkasse als Beitrag zur gesetzlichen Sozialversicherung für freischaffende Künstler/innen und Publizist/innen, in das Autorenversorgungswerk, das freiberuflichen Autor/innen Zuschüsse zur privaten Altersversorgung gewährt, in einen Sozialfonds, der Beihilfen für bedürftige Wortautor/innen, Verleger/innen oder ihre Hinterbliebenen leistet, sowie in die Förderungs- und Beihilfefonds Wissenschaft der VG Wort.

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Wer kann sich dort melden?
Berechtigte sind Autor/innen, Übersetzer/innen, Herausgeber/innen und Verleger/innen und in manchen Fällen auch Bearbeiter/innen von schöngeistigen und dramatischen, journalistischen und wissenschaftlichen Texten, welche der Urheber an die VG Wort per Meldekarte oder per Onlineverfahren angemeldet hat. In manchen Fällen wird die VG Wort auch von allein tätig (s.u.) Redaktionelle Tätigkeit kann nicht gemeldet werden. Sind an einem Buch oder Beitrag mehrere Autoren beteiligt, kann jeder Co-Autor seinen urheberrechtlichen Anteil an der Veröffentlichung melden. Der Gesamtbetrag für ein Buch oder einen Beitrag wird zu gleichen Teilen an die Urheber ausgeschüttet.

Meldeberechtigt sind Urheber/innen, die Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind oder ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben oder Angehörige von Staaten der
Europäischen Union und der Schweiz sind. In der Schweiz bzw. Österreich lebende Urheber/innen müssen ihre Anträge jedoch an die dortigen Stellen richten (Pro Litteris bzw. LITERAR-MECHANA), die mit der VG Wort kooperieren.

Zunächst muss man sich bei der VG Wort allgemein als Urheber/in anmelden. Man bekommt dann eine Kateikartennummer. Der Abschluss eines umfassenden Wahrnehmungsvertrags ist für alle Verlage und Autoren erforderlich, um Ausschüttungen in allen Bereichen erhalten zu können. In den Bereichen Wissenschaft und Texte im Internet (METIS) genügt auch eine Registrierung als Bezugsberechtigte/r. Das heißt noch nicht, dass man auch Mitglied der VG Wort und damit stimmberechtigt ist. Um Mitgliedschaft können sich Autor/innen und Verlage nach drei Jahren bemühen.

FAQs zur Anmeldung seitens der VG Wort sind hier zu finden.

Wann lohnt sich die Anmeldung bei VG Wort?
Die Anmeldung lohnt sich, wenn man nicht nur einmalig, sondern mehrfach im Jahr auch kleinere Sachen in den relevanten Kriterien veröffentlicht, wenn man ein Buch oder etwas anderes Größeres veröffentlicht sowieso. Die Anmeldung bei der VG Wort lohnt sich auch generell bei kleineren Sachen, selbst wenn man sich nicht die Mühe machen will, diese zu melden – man kann teilweise Sachen bis zu drei Jahre zurückliegend angeben und bekommt noch eine Auszahlung. Bei Blogger/innen mit geringeren Zugriffszahlen (Mindestzahlen s. unten) ist es möglicherweise auch zu viel Aufwand, in jeden Artikel Zählmarken einzufügen, in der Hoffnung, dass es vielleicht ein oder zwei schaffen, weil sie auf ungewöhnlich hohes Interesse stoßen oder von einer großen Website verlinkt werden. Anmeldeschluss ist übrigens immer das Jahresende, also der 31.12., und muss per Post erledigt werden, da eine eigenhändige Unterschrift notwendig ist.

Wann muss man die Texte spätestens melden und für welchen Zeitraum kann man sie anzeigen?
Es gibt verschiedene regelmäßige Deadlines pro Jahr für bestimmte Bereiche. Eine Übersicht gibt es hier. Je nach Inhalt und Medium kann man bis drei Jahre zuvor veröffentlichte Texte melden. Dabei gilt immer das Kalenderjahr (Januar bis Dezember).

Wie kann man Text melden?
Meldungen können entweder online über das Portal T.O.M. (Registrierung erforderlch) oder auf Papierformularen erfolgen. Online-Texte können nur über das T.O.M gemeldet werden. Vorsicht: Die Anmeldungen sind unübersichtlich. Man sollte sich vorher anschauen, wo man was melden will und auch etwas Zeit einplanen.

Welche Texte kann man melden?
Generell gilt: Man kann alle Texte in schriftlicher, digitaler und Audioform melden, deren (Mit-)Urheber/in oder Verleger/in man ist. Das gilt nicht für Bilder oder Musik – dafür sind andere Gesellschaften zuständig (s.o.)

Bei Interviews gilt der / die Interviewte als Urheber/in seines / ihres Texts – übersetzt man dessen Aussagen jedoch aus einer Fremdsprache, kann man ggf. sein Urheberrecht an der Übersetzung geltend machen.

Als relevantes Medium gelten Gedrucktes (Buch, Zeitung, Zeischrift u.ä.), Online, Hörfunk und Fernsehen, Podcasts, digitale Offline-Produkte (Texte mit gesprochenem Wort auf CD / DVD) und von Anderen gehaltene Vorträge bzw. Lesungen mit dem eigenen Material. Bestimmte Medien werden jedoch gesondert behandelt (s.u.), und in den verschiedenen inhaltlichen Aufschlüsselungen (Sachbuch, Wissenschaft, Belletristik) werden diese Medien auch unterschiedlich behandelt. Bei Online gilt effektiv nur „Print Online„.

In welchen Bereichen kann man sich anmelden?
Auzahlungen erfolgen verschiedenen Kategorien, die einerseits nach Inhalt, andererseits nach Medium trennen, und ebenso Ausnahmeregelungen auflistet – leider nicht wirklich konsistent und logisch.

Die drei inhaltlichen Kategorien sind:

Die Ausschüttung, an der Autor/innen, Übersetzer/innen, Herausgeber/innen, Bearbeiter/innen und Verlage beteiligt sind, wird hier stichprobenartig in Bibliotheken ermittelt. Die Ergebnisse der letzten drei Jahre werden addiert und gedrittelt. Der Mittelwert bestimmt die Höhe der Ausschüttung. Zusätzlich bekommt jede/r beteiligte Urheber/in bzw. Verlag einen Anteil für die Vervielfältigung.

Eine Meldung durch Autor/innen oder Verlag ist in diesem Bereich nicht notwendig. Die Ausschüttung erfolgt einmal jährlich im Rahmen der Hauptausschüttung. Digitale Offline-Produkte mit entsprechenden Inhalten werden hier gleich behandelt.

Für Autor/innen, deren Werke – z.B. Anthologien und Regionalia – bei der regulären Erhebung nicht erfasst werden, gibt es alle drei Jahre ein Meldeverfahren im Rahmen der Sonderverteilung Bibliothekstantiemen – die nächsten sind 2016 und 2019.

Autor/innen von belletristischen Texten in Anthologien und literarischen Zeitschriften können unabhängig von der Höhe ihrer alljährlichen Ausschüttungen teilnehmen. Übersteigt die auf der Basis dieser Sonderausschüttung errechnete Ausschüttungssumme die Summe der Ausschüttungen für das laufende sowie die beiden vorangegangenen Jahre, erhalten sie den Differenzbetrag.

Die Kriterien entsprechen hier generell den unter Belletristik genannten, nur dass es keine Sondervergütungen gibt. Wichtig ist aber hier: Erstveröffentlichungen wissenschaftlicher Sachliteratur unter müssen unter Wissenschaftliche Publikationen gemeldet werden, um an der Ausschüttung auch im Bereich Wissenschaft teilzuhaben.

Unter diese Bezeichnung fallen Fach- und Sachbücher, kartographische Werke, Loseblatt- und Lieferungswerke sowie Fachbeiträge und -artikel in Fach- und Sachbüchern oder Fachzeitschriften. Die VG Wort zahlt hier eingenommene Beträge für die Nutzung von Texten in wissenschaftlichen Bibliotheken an Autor/innen, Herausgeber/innen, Übersetzer/innen und Verlage aus. Daher ist für die Vergütung eine angemessene Verbreitung in wissenschaftlichen Bibliotheken erforderlich. Autor/innen müssen eine Meldung abgeben, für Verlage beruht die Ausschüttung auf dem Verzeichnis lieferbarer Bücher und auf Eigenmeldungen.

Beiträge werden nach “Normseiten” à 1500 Zeichen vergütet. Meldefähig sind nur Originalbeiträge (auch im Ausland erschienene), bei denen der Mindestumfang von zwei
“Normseiten” (3000 Zeichen im Druck) erreicht ist. Auch bei Büchern gelten nur Originalausgaben – Neuauflagen und Lizenzausgaben sind nur dann meldefähig, wenn
sie in wesentlichen Teilen neu verfasst sind.

Fach- und Sachbücher können bis drei Jahre nach ihrem Erscheinen gemeldet werden – Beiträge in Büchern und Fachzeitschriften jedoch nur zwei Jahre (gilt jeweils für Kalendejahr und inklusive Erscheinungsjahr). Für Fach- und Sachbücher, Loseblattwerke und Lieferungen sowie Beiträge in Fach- und Sachbüchern oder -zeitschriften gibt es Sonderregelungen für so genannte digitale Offline-Produkte (DVD / DCD).

Wer Feude an Merkblättern hat und es genauer wissen will / muss: Hier das Merkblatt Wissenschaft der VG Wort.

Ausnahmeregelungen bestehen bei:

Hier gibt es besondere gesetzlich Regeln, die erlauben, Werke bzw. Teile von Werken ohne die Zustimmung der Urheber zu nutzen.

Für das Anfertigen von Fotokopien in Schulen in Klassenstärke und zu Prüfungszwecken gemäß § 53 Abs. 3 UrhG erhält die VG WORT von den Bundesländern aufgrund der Betreibervergütung nach § 54 c UrhG eine pauschale Vergütung für die Rechteinhaber/innen.

In beiden Fällen müssen Urheber und Verlage hier ebenfalls keine Meldungen machen.

Bei Medien werden vier Kategorien gesondert benannt:

Diese werden monothematischen Fachzeitschriften entgegengesetzt. Hier gelten folgende Regeln:
Die Meldung erfolgt ebenfalls einmal jährlich, gemeldet werden die Anschlagszahlen, abgerechnet wird pro Zeitung/Publikumszeitschrift; bei Presseagenturen die Texte pro Agentur, meldefähig sind alle Publikationen, in denen in diesem Jahr mindestens 10 000 Anschläge veröffentlicht wurden, und Beiträge mit mindestens 900 Anschlägen. Zur nötigen Auflage ist kein Minimum angegben, ebenso gibt es keine Definition des Begriffs jenseits des Genannten. Hier wird die Frist allerdings klar mit dem 31. Januar benannt, und auch der mögliche Zeitraum einer Nachmeldung, nämlich zwei Jahre. Wird die Zeitung / Zeitschrift auch in Form einer DVD oder CD zum Kauf angeboten, sollte man das bei der Meldung angeben, weil dies mit einem Aufschlag bei der Ausschüttung berücksichtigt wird. Sind Publikumszeitschriften in Lesezirkeln vertreten, wird diese Nutzung von der VG WORT automatisch berücksichtigt, falls der Autor eine Presse-Repro-Meldung abgegeben hat (Formular hier / Ausfüllhilfe hier)

Im Bereich Fernsehen werden Tantiemen u.a. für die Möglichkeit der privaten Vervielfältigung im In- und Ausland ausgeschüttet. Das Senderecht selbst wird – mit Ausnahme der Kleinen Senderechte – nicht von der VG Wort wahrgenommen. Aus der Art des Werks, der Sendedauer und der Senderreichweite ergibt sich ein Punktwert, der die Auszahlungssumme bestimmt. Berücksichtigt werden Sender, die innerhalb Deutschlands einen Marktanteil von mindestens 0,8 % erreichen, oder mindestens 1 Million Haushalte. Die Liste der Sender wird jedes Jahr neu ermittelt, 2013 waren es diese.

Hier ist ein Wahrnehmungsvertrags  sowie die Meldung des Films oder Wortbeitrags erforderlich. Der eigene Wortanteil im gemeldeten Sprachwerk muss mindestens eine Minute Sendelänge haben. O-Töne, Zitate, Musik und Co-Autor/innenanteile (Interviewpartner/innen) müssen abgezogen werden. Frist ist hier auch immer der 31. Januar. Bestand damals schon der Wahrnehmungsvertrag, können maximal zwei Vorjahre nachgemeldet werden.

Es gibt spezielle Regelungen für Filme / Serien, Reportagen / Dokumentationen, Magazinsendungen und Kleine Senderechte.

Hier gelten ähnliche Regelungen wie beim Fernsehen. Die Punkte ergeben sich aus Art des Werks, der Sendedauer, der Senderreichweite und der Ausstrahlungshäufigkeit. Der Sender muss eine potentiellern Mindeshörerzahl von 200.000 Haushalten (500.000 Hörer/innen) erreichen. Hier gibt es spezielle Regelungen für Hörspiele / Features / Lesungen, Magazinsendungen und Kleine Senderechte.

Internetradio und Podcasts finden bisher bei der VG Wort noch keine Beachtung – theoretisch würde es unter „Texte im Internet“ fallen, hier geht man aber offenbar von „Print Online“ aus. Für Internetradio und Podcasts gäbe es keine Einnahmen, erklärt die VG Wort das Phänomen.

Für die Merkblattfans hier das Merkblatt Hörfunk.

Hier werden über die VG Wort Vermietung und/oder Verleih abgerechnet. Auch hier muss ein Wahrnehmungsvertrag bestehen. Die Werke müssen einmal gemeldet werden. Danach läuft die Abrechnung automatisch jährlich, solange er bei e-base als lieferbares Leihmedium aufgeführt ist. Gemeldet werden können u.a. Originaldrehbücher, bearbeitete Quellen (z.B. Roman), Synchron- und Rohübersetzungen, Untertitel, Wortanteile in Wissenschafts- und Fortbildungsvideos etc. Ausleihen über Landesbildstellen oder über das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) und ähnliche Institutionen sowie Vorführungen in Schulen und Museen werden anders abgerechnet und können so nicht gemeldet werden, ebenso wie Kaufmedien. Ausgeschlossen ist auch der pornografisch Bereich, weil es hier gesetzliche Einschränkungen des Vertriebs gibt.

Die einzelnen Sprachbeiträge werden entsprechend dem Verteilungsplan bewertet. Gemeldet wird bis spätestens 31. Januar.

Hier werden nur einmalige Tantiemen für die Möglichkeit der privaten Vervielfältigung ausgeschüttet. Nach Erscheinen muss das Hörbuch, von dem mindestens 500 Exemplare verkauft worden sein müssen, von Autor/in, Bearbeiter/in (keine redaktionelle Bearbeitung), Herausgeber/in, Übersetzer/in sowie dem lizenzgebenden Verlag gemeldet werden.

Hier geht es um die Vorträge der eigenen Texte durch Andere. Diese werden von den Veranstalter/innen gemeldet. Texte, die man selbst zum Besten gibt, können nicht gemeldet werden.

Um meldefähig zu sein, müssen Texte (auch PDFs), die im Internet erscheinen, frei einsehbar sein und eine minimale Anzahl an Zeichen erreichen (ab 1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht besonders viel). Allerdings müssen auch 1500 Aufrufe (Visits) pro Jahr (Dezember bis Januar) nachgewiesen sein, die und nicht von Bots und anderen Maschinen stammen und nicht aus dem Ausland (Proxyserver kennt man offenbar noch nicht). Bei Texten über 10 000 Zeichen kann auch schon die Hälfte der Zugriffe genügen, bei Lyrik zählt auch eine geringere Zeichenzahl. Dazu muss man Zählmarken in jeden Text einfügen. Diese Marken bekommt man von der VG-Wort. Dies müssen dann fristgerecht ergänzend ausgefüllt an die VG Wort gemeldet werden – der reine Einbau der Zählermarke reicht nicht aus. Genauere Informationen, was die Zählmarken sind, wie man sie einbaut und meldet gibt es hier.

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4 Antworten
  1. Andreas V says:

    Eine gute Zusammenfassung, jedoch mit einem Fehler: „Bei Interviews gilt der / die Interviewte als Urheber/in seines / ihres Texts“ – Das stimmt nicht. Der/die Interviewer/in und der/die Interviewte gelten beider VG Wort jeweils als Co-AutorIn.

    Antworten

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  1. […] zur VG Wort habe ich bereits unter VG Wort Teil 1: Wie melde ich Texte? beschrieben. Hier soll es speziell um Texte im Internet gehen. Dieses Medium ist noch Neuland für […]

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