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VG Wort Teil 2: Wie melde ich Online-Texte?

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Allgemeines zur VG Wort habe ich bereits unter VG Wort Teil 1: Wie melde ich Texte? beschrieben. Hier soll es speziell um Texte im Internet gehen. Dieses Medium ist noch Neuland für die VG Wort, die sich noch sehr im Print- und Videokassettenzeitalter bewegt. Sicher wird das Faxgerät dort auch noch ordentlich gewartet.

Dafür haben sie noch nicht verstanden, dass Sprachwerke im Internet nicht notwendigerweise Print Online sind. Podcasts und Internetradio werden nicht vergütet, weil es laut VG Wort dafür keine Einnahmen gäbe, da die Einnahmen im Internetbereich ja nicht nur für schriftliche Texte da sind. Auch für innovativere Konzepte werden bisher noch extreme Hürden aufgebaut.

Aber immerhin beackert man seit 2007 auch dieses Terrain und es ist der VG Wort zugute zu halten, dass sie sich mit dem Zentralverband Intformationstechnik und Computerindustrie (ZITCO) seitdem im Rechtsstreit über Geräteabgaben für Computer befindet und auch die Formulierungen des Urheberrechtsgestezes sich noch in vordigitaler Zeit bewegen (Kopieren = „Vervielfältigungen durch Ablichtung eines Werkstücks oder in einem Verfahren vergleichbarer Wirkung“). Mit den schriftlichen Texten in einem größeren eigenen Blog oder auch als schreibende/r Autor/in für größere Internetpräsenzen kann man sich aber bereits ein wenig Geld verdienen.

Wo muss ich mich anmelden?
Um Texte überhaupt zu melden, muss man natürlich erstmal bei der VG Wort angemeldet sein, das geht über einen Wahrnehmungsvertrag. Für die Meldung von Online-Texten reicht jedoch eine einmalige Registrierung aller Beteiligten (Autor/innen und ggf. Verlage) beim Onlineportal der VG Wort (T.O.M.) aus. Damit schafft man die erste Voraussetzung, Texte, deren Urheber/in man ist, überhaupt melden zu können.

Die Registrierung kann nur auf elektronischem Wege erfolgen. Dabei müssen die persönlichen Daten bzw. Verlagsangaben an die VG Wort übermittelt werden. Ein Wahrnehmungsvertrag muss zudem postalisch eingesandt werden, da eine Unterschrift benötigt wird.

Welche Texte kann man melden?
Um meldefähig zu sein, müssen Texte (auch PDFs), die im Internet erscheinen, frei einsehbar sein und eine minimale Anzahl an Zeichen erreichen (ab 1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht besonders viel). Allerdings müssen auch 1500 Aufrufe (Visits) pro Kalenderjahr (Januar bis Dezember) nachgewiesen sein, die und nicht von Bots und anderen Maschinen stammen nicht aus dem Ausland (Proxyserver kennt man offenbar noch nicht). Letzteres ist für kleinere und mittlere Blogs illusorisch, außer sie landen mal einen „Zufallstreffer“. Auf der positiven Seite steht: Wird der Artikel auch in den folgenden Jahren wieder so häufig aufgerufen, gibt es wieder Geld. Und bei Texten, die länger als 10 000 Zeichen sind, gab es 2012 z.B. bereits ab 750 Zugriffen eine Auszahlung. Die Staffelung der Auszahlung entsprechend der Anzahl der Zugriffe liegt aktuell bei 10, 13 und 18 Euro pro Artikel. Lyrik zählt auch, wenn sie weniger als 1800 Zeichen hat.

zähmarken vg wort

Die Zählung erfolgt mit so genannten Zählpixeln, eine Grafik mit einer eindeutigen Nummer. Diese muss der / die Betreiber/in des Internetangebots in jeden Text einzeln einbauen. Man kann sich diese Zählmarken auf der Seite der VG Wort unter „Texte im Internet“ bestellen und entweder als CSV- und PDF-Datei herunterladen, nachdem man dort gemeldet ist und nach einer Registrierung dort auch Zugriff auf das Verwaltunggssytem T.O.M. hat. Es können pro Bestellung maximal 100 personalisierte Zählmarken angefordert werden, pro Anwender maximal 1000 Zählmarken. Weitere Zählmarken sind auf Antrag erhältlich.

Wie füge ich die Zählmarke ein?
Man erhält gleichzeitig drei Zahlen pro Zählmarke: Jeweils einen HTML-Zählcode für HTML Texte / für PDF Dokumente mit jeweils der gleichen Nummer, und einen so genannten „Privaten Identifikationscode“. Eine der Zählmarken wird je nach Textart (HTML oder PDF) in den Text eingefügt, Der privaten Identifikationscode dagegen darf nicht im Internet einsehbar sein, wird aber zum Meldung des Textes bei der VG Wort benötigt. Erscheint der gleiche Text mehrmals im Internet, sollte ihm die gleiche Zählmarke zugeordnet werden. Ist das jedoch nicht möglich, weil es sich um unterschiedliche Seitenbetreiber/innen handelt, muss bei der Meldung angeben werden, dass es sich um identische Texte handelt.

Den Zählcode baut man an einer beliebigen Stelle im HTML-Text ein, wie einen normalen Textbestandteil auch, im Idealfall immer an der gleichen Stelle, so dass man immer weiß, wo er ist. Die Domain und der Öffentliche Identifikationscode dürfen nicht verändert werden; ob die Angaben zu width, hight und alt verschoben, verändert oder entfernt werden, ist irrelevant. Bei XHTML muss man darauf achten, dass er geschlossen ist (d.h., das Ende darf nicht so aussehen: „>“, sondern man muss einen Schrägstrich davor einfügen („/>“), um die Syntax einzuhalten.

Die Zählermarke für PDF ist ein erweiterter Link auf die PDF. Er muss im Quelltext angepasst werden. Wo in der heruntergeladenen Zählmarke für PDF „PDF-ADRESSE“>LINK-NAME< “ steht, muss der entsprechende Link zur PDF und deren Titel eingefügt werden. Auch hier gilt selbstverständlich: Der mitgelieferte Domainname für die Zählung und der Öffentliche Identifikationscode dürfen nicht verändert werden.

Den mitgelieferten Privaten Identifikationscode muss man Mitautor/innen weitergeben, ansonsten für die Meldung bei der VG Wort außerhalb des Internets aufbewahren. Mit dem zusätzlich zur Verfügung gestellten persönlichen Identifikationscode jeder Zählmarke kann der / die Anwender/in den Zählerstart über das Online-Meldesystem, und so den korrekten Einbau der Zählmarken, kontrollieren und die Verwaltung der einzelnen Zählmarken online vornehmen.

Die Zählmarke ist nach 48 Stunden im T.O.M. sichtbar, unter Zählmarkenübersicht im Bereich METIS (Texte im Internet) .

Wie kann ich VG-Wort Plugins benutzen?
Zur Erleichterung der Verwaltung der VG-Wort.Marken wurden inzwischen von Dritten Plugins für WordPress entwickelt, hier, hier und hier (ein Testbericht für die ersten beiden hier – für andere CMS wie Drupal oder Joomla oder als Typo3-Extension gibt es offenbar noch nichts). Mit den Plugins werden die Wörter gezählt – das ermöglicht eine schnelle Einschätzung, ob der Text überhaupt lang genug ist. Dann gibt es meistens ein Feld unter dem Text, wo man die Zählmarke für HTML-Texte eingeben kann. Es gibt auch die Möglichkeit, das als CSV-Datei (die man u.a. in Exel bearbeiten kann) zu exportieren.

zählmarke fenster vg wort 560

vg wort screenshot plug in 560

Wie melde ich Online-Texte an die VG Wort?
Nachdem man mit dem Einbau der Zählermarken und ggf. eines Plugins die nötigen Vorbereitungen getroffen hat, ist man noch lange nicht am Ziel. Denn nur, wenn man die relevanten Texte auch fristgerecht meldet, kommt man in den Genuss einer finanziellen Vergütung.

Je nachdem, ob die Urheber/innen ihre Texte selbst kennzeichnen, oder dies durch den Verlag erfolgt, wird unterschiedlich gemeldet. Wenn der Verlag die Texte kennzeichnet, muss er die VG WORT-Karteinummer des Autors an die VG Wort melden. Die Texte müssen durch den Verlag bis spätestens 1. August (d. h. späteste Abgabe am 31. Juli) des auf die Zählung folgenden Jahres an die VG Wort gemeldet werden. Wenn der vom Verwaltungsrat Ende Mai jeden Jahres für das Vorjahr festgelegte Schwellenwert für Zugriffszahlen erreicht wird, benachrichtigt die VG WORT den Urheber automatisch per E-Mail über vorliegende Meldungen. Diese müssen vom Urheber bis 1. September (d. h. späteste Abgabe am 31. August!) auf Richtigkeit geprüft und bestätigt werden, d, h. sie müssen mitteilen um welchen Text es sich handelt, wo der Text genau eingestellt wurde und wer daran beteiligt war.

Die Ausschüttung für Urheber/innen und Verlage erfolgt, natürlich getrennt, für alle gültigen Meldungen im Oktober. Da sich derzeit noch nicht alle Verlage an dem Ausschüttungsverfahren für Texte im Internet beteiligen, gibt es derzeit eine zeitlich befristete Sonderausschüttung für die betroffenen Urheber, deren Texte so nicht gemeldet werden. Hier ist der letzte Meldetermin der 31. Januar um Mitternacht. Hier kann man auch nur teilnehmen, wenn es sich nicht um eine selbstverwaltete Seite handelt und auf dieser Seite grundsätzlich, auch in anderen Texten, keine Zählermarken vorhanden sind (genaue Teilnahmebedingungen hier).

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Bei der Meldung der Texte geht man wie folgt vor (hier noch genauer beschrieben): Ende Mai, Anfang Juni kann man auch unter “Zählmarken mit Mindestzugriff” im Bereich METIS (Texte im Internet) auf seiner Seite im T.O.M. sehen, welche Texte im vergangenen Kalenderjahr die Mindestanforderungen an Länge und Zugriffszahl laut VG-Wort-Zähler geschafft haben und so gemeldet werden können. Jede Zählermarke muss dann einzeln aufgerufen werden und durch folgende Angaben ergänzt werden: URL, Überschrift und Artikeltext. Das ist absurd, da dies ja alles ausgelesen werden und vollautomatisch eingefügt könnte, aber anscheinend will man es den Urheber/innen nur ja nicht zu leicht machen. Nur wenn man das schön brav mit der Hand ausgefüllt hat, gilt es als korrekte Meldung. Diese Meldungen müssen bis zum 31. August um Mitternacht (für Verleger/innen 31. Juli!) abgegeben sein – danach geht nichts mehr und der Anspruch verfällt.

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  1. […] Leitfaden für die Anmeldung von Texten dort geben. Zur speziellen Thematik Internet-Texte habe ich hier noch einen eigenen ausführlicheren Artikel […]

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