Grafik: Die journalistischen W-Fragen

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Die so genannten W-Fragen sind ein Klassiker der journalistischen Ausbildung. Sie werden in der Recherche gestellt, und müssen in journalistischen Texten beantwortet werde. Sie werden auch jenseits des Journalismus verwendet, so im Projektmanagement oder im Rettungsnotdienst.

Im Journalismus lauten die Fragen konkret:

Was geschah?
Wer ist beteiligt?
Wo geschah es?
Wann geschah es?
Wie geschah es?
Warum geschah es?

Zum Schluss kommt noch die Frage nach der Quelle: Woher.

Es gibt eine Reihe weitere W-Fragen, die beantwortet werden können bzw. je nach Thema auch beantwortet werden müssen – nicht jedoch zwangsläufig alle oder zwingend in der vorgegebenen Reihenfolge. Jedoch sollten obige Fragen zuerst beantwortet werden. Im journalistischen Bericht füllen sie den ersten Absatz, in dem der Leser / die Leserin erfährt, worum es überhaupt geht. Dann folgt der Kontextabsatz, in dem das beschriebene Ereignis in einen Zusammenhang gestellt wird. In einem dritten Absatz kann man Hintergründe beschreiben.

Die untenstehend Illustration zu den W-Fragen können Sie sich hier auch als PDF herunterladen.

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Grafik: Wie erstelle ich einen Text?

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Gerade wenn man lange keine Texte mehr geschrieben hat und / oder an Blockaden leidet kann es hilfreich sein sich noch einmal zu vergegenwärtigen, wie der Prozess des Schreibens abläuft. Hier finden Sie eine Grafik, die Ihnen vielleicht erleichtert, Ihren Text auf Papier bzw. in den Computer zu bringen. Sie können die Grafik auch als PDF herunterladen.

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Practice German Free of Charge – kostenloses Lernangebot des Goethe-Instituts

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Das Goethe-Institut bietet Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, nicht nur die entsprechenden Kurse vor Ort an. Interessierte können ihre Sprachkenntnisse auch online verbessern – und das sogar kostenlos. Für die Angebote von „Deutsch für Dich“ muss sich auf der Seite lediglich registrieren, um eine Vielfalt an Online-Übungen nutzen zu können. Es finden sich interaktive Lernspiele, ein Experten-Chat zu allen Aspekten der deutschen Sprache, ein Forum, in dem sich die Nutzer austauschen können und Gruppen, in denen man sich ebenfalls austauschen und Lernpartner/innen finden kann.

Das Angebot richtet sich an Lernende aller Stufen. Anleitungssprache ist Englisch. Zudem gibt es sogar ohne Registrierung verschiedene Apps wie einen Vokabeltrainer und Games zur Sprachübung. Mit der interaktiven Multimediakarte „Our Street“ sollen Alltagssituationen durchgespielt und die Vokabeln gefestigt werden. Gleichzeitig werden die Lernenden mit dem prototypischen deutschen Alltag vertraut. Bei „German Cities and Landscapes“ kann man neben den Deutsch- auch die Geografiekenntnisse prüfen und verbessern.

„Deutsch für Dich“-Website

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Tipp für Freund/innen der Sprache: Das Sprachlog

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Das Sprachlog ist ein von drei Sprachforscher/innen betriebener Wissenschaftsblog, in dem es auf unterhaltsame und informative Weise rund um das Lieblingsthema der Macher/innen geht. Susanne Flach und Anatol Stefanowitsch sind am Institut für Englische Philologie der FU Berlin tätig, Kristin Kopf betreibt historische Sprachwissenschaft im Fachbereich Philosophie und Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

sprachlog

Sie befassen sich mit Struktur und Veränderung vor allem der deutschen Sprache, berichten von Veranstaltungen, rezensieren Publikationen und zeichnen seit 2010, dem Jahr der Gründung des Sprachlogs, auch den „Anglizismus des Jahres“ aus. Damit haben die Betreiber/innen bereits in den drei Jahren der Existenz des Blogs einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um Sprache in der Gesellschaft auch jenseits der Universitäten geleistet. Stefanowitsch, der sich selber als Sozialwissenschaftler sieht, hatte bereits 2007 anlässlich des Jahres der Geisteswissenschaften mit dem Bremer Sprachblog das erste sprachwissenschaftliche Blog auf Deutsch gegründet.

Beim Sprachlog geht es nicht um Verstaubtes und das zwanghafte Bewahren von Althergebrachtem, sondern darum, die Entwicklung der Sprache positiv, fachliche fundiert und keineswegs furztrocken zu betrachten, sie als etwas Lebendiges zu sehen, was immer Veränderungen unterlag und es in Zeiten der Globalisierung um so mehr tut. Die Wissenschaftler/innen bemühen sich um Allgemeinverständlichkeit, ohne dabei in Plattheit, Paternalismus oder Anbiederei an ein eine vermeintlich völlig dämliche Masse abzudriften.

>> zum Sprachlog Blog

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Ben Schott – Schottenfreude: New German Words for the Human Condition

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Welche Qual, aber auch wie viel Spaß englische Muttersprachler/innen am Deutschen haben, wenn sie es als Fremdsprache erlernen, hat vor fast 150 Jahren bereits Mark Twain demonstriert: In seinem Aufsatz The Awful German Language (Die schreckliche deutsche Sprache) verarbeitet er seinen Kampf mit den grammatischen Tücken, aber auch den zusammengesetzten Substantiven, die es im Englischen nicht gibt. Neben den Satzkonstruktionen, den Artikeln und den Fällen sind sie für die Lernenden das Absurdeste an der deutschen Sprache. Twain nannte sie „alphabetische Prozessionen“, und sie sorgen bis heute für viel Amüsement – wenn man den Humor mitbringt.

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Schottenfreude: German Words for the Human Condition

Den hat der Engländer Ben Schott auf jeden Fall. Der Fotograf und Autor, der mit der Quasi-Enzeklopädie Schott’s Original Miscellany (Schotts Sammelsurium) einen Überraschungserfolg gelang, treibt in seinem neuen Buch Schottenfreude die Schlangenwortkonstruktionen noch auch die Spitze Er erfindet neue Wortungetüme für ganz spezielle menschliche Empfindungen und Situationen. „Die deutsche Sprache ist so schrecklich, dass sie für alles nur Denkbare auch ein eigenes Wort hat“, sagt Ben Schott. Die Engländer/innen können hier in ihrer Muttersprache oft nur beschreiben – die Deutschen haben ein zusammengesetztes Substantiv parat, dass man mit der entsprechenden Phantasie immer wieder passend neu erfinden kann.

Es klingt dann im Zweifel nicht nur für die Nichtmuttersprachler/innen absurd, wenn Schott sich neue deutsche Monsterwörter ausdenkt, oft knapp an den gängigen Wörtern vorbei, wie die titelgebende SCHOTTENFREUDE oder der BESSERWINZER, der mit seinem Wissen über Wein angibt. Schott findet auch ein schönes Wort für die Unsitte, einen Witz einfach immer wieder zu erzählen, bis jemand lacht: die WITZBEHARRSAMKEIT. Oder die angenehme Empfindung, am eigenen Geburtstag etwas Besonderes zu sein: das EXTRAWURSTTAGSGEFÜHL.

Die Promoabteilung des Verlags hatte offenbar auch Spaß daran, Schotts Gedankengänge aufzunehmen und bescheinigt ihm „Wortschatzfreude“, der er freien Lauf gelassen habe. Da es das Buch auch auf Deutsch gibt, sollte man sich nicht wundern, wenn noch mehr Deutsche angeregt werden, ihrer eigenen Muttersprache mit mehr Phantasie zu begegnen und in nächster Zeit ganz merkwürdige neue deutsche Wörter auftauchen.

Ben Schott – Schottenfreude: Meisterwerke der deutschen Sprache, 96 Seiten, Albrecht Knaus Verlag, VÖ 28. Oktober 2013), ISBN-10: 3813506029
ISBN-13: 978-3813506020
Ben Schott – Schottenfreude: German Words for the Human Condition, Blue Rider Press (October 31, 2013), ISBN-10: 039916670X, ISBN-13: 978-0399166709


Ein Ausschnitt aus dem Buch in der New York Times (English)

Website von Ben Schott

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Wie moderiere ich Kommentare in einem Blog oder Social Media?

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Eine der wichtigsten Eigenschaften im Web 2.0 ist die Möglichkeit, das Leser/innen unter den Artikeln kommentieren können. Sie können ihre Meinung sagen, zusätzliche Informationen hinzufügen, Kritik äußern oder verschiedene Meinungen diskutieren. Das ist eine sehr positive Errungenschaft. Sie ist bemerkenswert, weil sie einerseits Autoritäten im Diskurs in Frage stellt und andere Sichtweisen zu Wort kommen lässt, Anregungen ermöglicht und – im Idealfall produktiv – eine Diskussion und Partizipation ermöglicht. Die Möglichkeit zu Kommentieren fördert auch eine Identifikation mit dem Thema, dem Medium und – zentral für die Anbieter/innen – dem Unternehmen / Projekt.

Ais den Kommentarspalten des Blogs der Solar-Firma Milk in the Sun. Das Thema kann durchaus kontrovers sein, aber hier treffen sich meist Gleichgesinnte und zudem gibt es überschaubare Mengen an Kommentaren.

Ais den Kommentarspalten des Blogs der Solar-Firma Milk in the Sun. Das Thema kann durchaus kontrovers sein, aber hier treffen sich meist Gleichgesinnte und zudem gibt es überschaubare Mengen an Kommentaren.

Für eine gute Kommunikation ist also ein richtiges Moderieren von Kommentaren, das ein positives Klima schafft und zur Teilnahme anregt, essentiell. Zudem ist eine aktive Diskussionskultur auch eine Möglichkeit, sich einen Eindruck von der eigenen Leserschaft zu machen – wie sie denken und was sie wollen. Zudem sind die Kommentare auch ein Aushängeschild, die einen Eindruck der Qualität des ganzen Projekts / Unternehmens hinterlassen.

Die Kehrseiten der Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen, kamen in den letzten Jahren auch deutlich zu Tage: In der Anonymität des Netzes verliert doch eine beträchtliche Anzahl an Menschen ihre gute Erziehung, für sie gelten hier die Regeln des zwischenmenschlichen Umgangs, wie sie sich in der „realen“ Welt etabliert haben, nicht mehr. Bei manch einem kochen einfach in einer hitzigen Debatte die Emotionen hoch, wieder andere kompensieren ihre persönlichen Probleme, indem sie im Netz Dampf ablassen. Zudem nutzen Lobby- und Hategroups die Dynamik des Netzes inzwischen professionell, um unter Artikeln zu den entsprechenden Themen Meinung zu machen bzw. Meinung vorzugaukeln. Zudem werden Kommentarfunktionen auch gern von automatisierten Werbespammern missbraucht.

Für viele kommentarintensivere Seiten werden inzwischen Moderatoren bereitgestellt, die ein Auge auf die Diskussion haben und sie im Sinne einer positiven Kultur lenken. Kommentare werden oft erst nach Ansicht durch diese freigeschaltet, was allerdings einer Echtzeitdiskussion, wie sie auch erstrebenswert sein kann, im Wege steht. Ultimative Lösungen wurden bisher noch nicht gefunden.

Handelt es sich um ein einfaches Beantworten von Fragen zum Produkt, kann man realtiv wenig falsch machen. Hier gilt nur: Schnell, freundlich und kompetent.

Handelt es sich um ein einfaches Beantworten von Fragen zum Produkt, kann man realtiv wenig falsch machen. Hier gilt nur: Schnell, freundlich, kompetent und klar. Beispiel von der Seite der Firma Frosta.


Voraussetzungen

Wichtig ist es, zunächst das Medium und den Zweck anzuschauen. Handelt es sich um eine Facebook-Fanpage, einen Unternehmensblog oder ein Forum zu einem bestimmten Thema? Was ist die Zielgruppe und was will man mit der Präsenz erreichen? Welches Image soll nach außen getragen werden?

Die zweite ganz entscheidende Frage ist: Welche Personalkapazitäten brauche ich und welche habe ich? Wie viele Kommentare sind zu bearbeiten, wie kontrovers sind die Themen? Betreibe ich eine eigene Seite, die ich auch selber moderieren kann? Ist es Hobby oder Beruf? Wieviel Zeit kann bzw. will ich aufwenden? Wird eine zusätzliche Teilzeit- oder gar Vollzeitkraft benötigt und welche Qualifikation benötigt sie?

Qualifikation wird oft unterbewertet und Praktikanten zu solchen Aufgaben abgestellt. Dabei wird völlig unterschätzt, dass eine erfolgreiche Kommunikation mit den Leser/innen entscheidend für das Gelingen des ganzen Unterfangens ist. So sollte man, soweit möglich, für die Aufgabe jemanden einsetzen, der a) selber viel Interneterfahrung hat, b) ein/e gute Kommunikator/in ist (also freundlich und nicht aggressiv ist, sich nicht provozieren lässt, aber bestimmt dabei ist, Regeln durchzusetzen) und der Kommunikationsverläufe gut beurteilen kann, und c) jemand, der mit dem Thema vertraut ist und ggf. eine ausgezeichnete Allgemeinbildung besitzt. Das rechnet sich auch, weil man mit einer guten Kommunikation dem Unternehmen / Projekt ein positives Image verleiht und Kund/innen bzw. Interessent/innen bindet, mit einer schlechten diese jedoch abschreckt.

Der elegante Stil ist, öffentlich auf eine Löschung hinzuweisen und sie zu begründen. Setzt beim Kommentierenden kein Lernprozess ein, bietet sich eine Sperrung an.

Der elegante Stil ist, öffentlich auf eine Löschung hinzuweisen und sie zu begründen. Setzt beim Kommentierenden kein Lernprozess ein, bietet sich eine Sperrung an. Beispiel aus Zeit Online

Es ist keineswegs absurd, sondern in vielen Fällen sogar angebracht, hierfür sogar Hochschulabsolvent/innen zu beschäftigen (die dann ggf. für die gesammte Social Media Kommunikation und auch deren Entwicklung zuständig sind) – zumindest wenn es sich um mehr als um ein einfaches Beantworten von Fragen zum Produkt und das gelegentliche Löschen von Unflätigkeiten handelt. Je größer, diverser, anspruchsvoller und auch kontroverser der Kommunikationsumfang, desto kniffeliger kann die Angelegenheit werden. Im übrigen ist auch ein guter Rapport zwischen der Social-Media-Person und dem Rest der Firma, besonders auch den Vorsetzten wichtig, den über die Kommentare kommt oft entscheidendes Feedback, das intern kommuniziert werden muss. Man kann aus den Kommentaren auch Anregungen für neue Artikel nehmen.

Vorgehen

Wie man genau moderiert hängt natürlich sehr von Medium und den Zweck ab. Und auch von der Einstellung des Moderators / der Moderatorin, die auch mit den Vorgesetzten abgesprochen werden sollte. In der Internetgemeinde herrscht traditionell die Ansicht, dass jeder seine Meinung äußern darf und niemandem gleich böse Absicht unterstellt werden sollte. Sperrungen und Löschungen werden nur als Mittel für den äußersten Notfall betrachtet. Allerdings können hier Trolle durch ausfallende, beleidigende und / oder hetzerische Kommentare schnell auch die Kommunikation zerstören und gefasstere und sachbezogene Kommentator/innen abschrecken.

Nachweislich beinträchtigt ein rauer Umgangston oder viele Troll-Kommentare auch die Wahrnehmung und Bewertung des gesamten Themas durch die Leser/in. Entweder wird es gar nicht mehr verstanden, oder ein ausgewogener Artikel erhält durch die Kommentare eine „Schlagseite“. Zudem gilt hier auch die „Broken Windows“-Theorie der Soziologie: Reißt der Ton erst mal ein, geht es im Zweifelsfall weiter bergab und pegelt sich nicht von alleine wieder ein.

Die beste Möglichkeit, mit Trollen in unmoderierten oder schlecht moderierten Blogs und Social Media umzugehen. Will man eine gute Diskussionskultur im eigenen Blog, entfernt man sie besser, wenn sie stören.

Die beste Möglichkeit, mit Trollen in unmoderierten oder schlecht moderierten Blogs und Social Media umzugehen. Will man eine gute Diskussionskultur im eigenen Blog / der eigenen Social-Media-Seite, entfernt man sie besser, wenn sie stören.

Das andere Extrem ist es, jegliche kritische Kommentare zu löschen. Das unterbindet selbstredend nicht nur jede sinnvolle Diskussion – auch Leser/innen wird es, im Zweifel unangenehm auffallen, wenn sie nur anbiedernde Kommentare vorfinden. So finden sie sich im Zweifel nicht eingeladen, ebenfalls zu kommentieren und bekommen zudem den Eindruck, es gäbe eventuell etwas zu verbergen. Zudem erhält man selber keine im Zweifel auch anregendes Feedback, dass eine produktive Diskussion erlauben würde und zu neuen Ideen oder auch notwendigen Korrekturen führen könnte.

Das beste ist hier wie in vielen Fällen, den geeigneten Mittelweg zu finden. Zunächst ist es generell wichtig, in den Kommentarspalten oder auch auf der Facebook-Fanseite ein angenehmes Klima zu schaffen. Das funktioniert unter anderem, indem man den Kommentator/innen, solange sie nicht unter sich selbst diskutieren, ein Feedback gibt. So haben sie das Gefühl, dass ihre Anmerkungen auch wahrgenommen werden. Fragen sollten möglichst zeitnah beantwortet werden, selbstverständlich kompetent. Für Anregungen und Anmerkungen sollte man sich bedanken. Der Ton hierbei sollte locker, freundlich und sachlich sein.

Bei Nazi-Vergleichen sollte man auf jeden Fall einschreiten, aber auch bei anderen Formen von Beleidigung.

Bei Nazi-Vergleichen sollte man auf jeden Fall einschreiten, aber auch bei anderen Formen von Beleidigung. Gegen Dummheit kann man nichts machen. Wenn sich Diskussionen allerdings im Kreis drehen und andere nerven, kann man durchaus freundlich um einen Abschluss bitten.

Entstehen Konflikte zwischen Diskutant/innen, sollte man sich vorsichtig lenkend und möglichst neutral einmischen, falls sie zu eskalieren drohen. Dabei sollte man sich kurz und klar äußern und die eventuell hochgekochten Emotionen einkalkulieren, ebenso flüchtiges Lesen. Fällt ein/e Diskutant/in extrem aus der Rolle, sollte man sie ebenso höflich, aber bestimmt anmahnen. Eine gute Möglichkeit, nicht aggressiv zu wirken, ist es, auf die AGBs (Allgemeine Geschäftsbedingungen) zu verweisen. Als Seitenbetreiber/in sollte man diese gerade bei diskussionsintensiven Seiten vorher klar festlegen. Diskutanten fühlen sich schnell in ihrer Meinungsfreiheit beschnitten, weil sie oft nicht realisieren, dass sie sich aggressiv und unflätig benehmen. So hilft es zu erklären, dass man auf der Seite das Hausrecht hat und es wie im realen Leben bestimmte Gepflogenheiten im respektvollen Umgang miteinander gibt, auch und gerade bei unterschiedlichen Ansichten.

In den AGBs sollte festgelegt werden, was unakzeptabel ist: Strafrechtlich relevante Äußerungen sowieso, sexistische oder rassische Aussagen, Copyrightverletzungen, aber auch persönliche Beleidigungen oder sonstige Ausfälle. Es hilft auch ein Hinweis in den so genannten „Nettiquetten“, dass ein ziviler Umgang in der Diskussion für alle angenehmer und deshalb erwünscht ist. Zudem sollte daran erinnert werden, dass in schriftlichen Diskussionen Aussagen direkter wirken, weil Mimik, Gestik und Unterton einer persönlichen Unterhaltung fehlen und man deshalb auch auf seine Aussagen und ihre Klarheit achten sollte, um Missverständnisse zu vermeiden. Das gilt natürlich auch für den / die Moderator/in.

Netiquette der Blogger-Community der Wochenzeitung Der Freitag, bei deren Diskussionen es oft rau und heftig zugeht, da die Themen polarisieren.

Netiquette der Blogger-Community der Wochenzeitung Der Freitag, bei deren Diskussionen es oft rau und heftig zugeht, da die Themen polarisieren.

Kommentator/innen sollte man nie angreifen und der / die Moderator/in sollte nie persönlich verletzt reagieren. Sie sollten das Hausrecht jedoch freundlich-bestimmt klar durchsetzen und
Grenzüberschreitungen anmahnen. Leute, die ihre persönlichen Probleme in den Kommentaren kompensieren, andere habituell beleidigen sollte man ohne zu zögern sperren. Sie zerstören die Kommunikation – Menschen, die sachlich diskutieren wollen fühlen sich von einem unflätigen Umgangston abgestoßen oder gar bedroht. Ebenso sollte man mit Kommentatoren von Lobby- und Hategroups nicht lange fackeln – sie scannen das Internet nach bestimmten Begriffen wie „Feminismus“, „Monsanto“ oder „Tabaklobby“ und verbreiten in den Kommentaren gezielt Missinformationen und / oder versuchen sachliche Diskussionen auf Faktenbasis zu unterbinden bzw. tauchen zu Hauf auf, um den Eindruck zu erwecken, ihre Ansichten seien weit verbreitet. Es braucht oft eine gewisse Erfahrung, um so etwas von einem „normalen“ kritischen Kommentar zu unterscheiden. Auch Links zu zweifelhaften Seiten sollten generell gelöscht werden.

In informelleren Blogs, von Feund/innen betrieben, kann man schon mal lockerer und auch zynisch reagieren - bei Unternehmensblogs sollte man so neutral und höflich wie möglich bleiben.

In informelleren Blogs, von Feund/innen mit generell ähnlichen Sichtweisen betrieben wie hier Mädchenmannschaft, kann man schon mal lockerer und auch zynisch reagieren – bei Unternehmensblogs sollte man so neutral und höflich wie möglich bleiben.

Vielen Kommentator/innen fällt es offenbar auch ernsthaft schwer, zwischen sachlicher Kritik und persönlichem Angriff zu unterscheiden. Manchmal wird es auch als bewusstes taktisches Mittel eingesetzt, um die Glaubwürdigkeit eines / einer Diskutantin zu diskreditieren. Bei ernsten Beleidigungen sollte die Moderator/in immer einschreiten. Allerdings gilt die Regel: Erstmal von guten Absichten ausgehen, und nicht gleich böse vermuten, auch wenn es einem so scheint. Freundlich bleiben.

Auch bei sachlichen Diskussionen empfiehlt sich hin und wieder ein freundliches Eingreifen, wenn man daran interessiert ist, dass Menschen regelmäßig auf die Website gucken und auch mitdiskutieren. Wird es zu persönlich, wird die Diskussion zu intern oder redundant, schreckt das ebenfalls ab. Zudem muss man darauf achten, dass ggf. beim Thema geblieben wird. Wenn es sich nicht um einen privaten oder von Freund/innen betriebenen informelleren Blog handelt, sollte man sich als Moderator/in selbstverständlich nicht nur so neutral wie möglich verhalten, sondern auch bei Meinungsäußerungen, soweit sie nötig sind, die Firma vertreten und nicht die eigene persönliche Meinung. Auch mitdiskutierende Firmenmitarbeiter/innen sollten im Hinterkopf haben, dass sie hier auch im Netz quasi auf der Arbeit sind und ihre Äußerungen nicht nur auf sie, sondern auch das Unternehmen / das Projekt übertragen werden.

Zudem sollte man sich als Moderator/in auch nicht selbst an Diskussionen beteiligen. Auch Fragen zu Moderationsentscheidungen sollten niemals diskutiert werden: Es ist ausschließlich die Entscheidung der Seiteninhaber/innen bzw. deren Vertreter/in, wie moderiert wird, nicht die der Gäste auf der Seite.

Weiter interessante Anregungen zum Thema finden Sie u.a. hier (English)

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Der eigene Blog – richtig schreiben und gestalten

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Was ist ein Blog?

Ein Blog (laut Duden männlich oder sächlich, der oder das) ist eine fortlaufende, zusammenhängende Veröffentlichung im Netz, die aus einzelnen Beiträgen oder Einträgen, (Blog-)Posts genannt, besteht. Ein Blog ist wie eine Website unter einer URL, einer Internetadresse, zu finden.

Blogs, die Mitte der 1990er entstanden sind und ab Anfang der 2000er rasant populär wurden, werden oft als „Online-Tagebücher“ bezeichnet, weil der Schreibstil informell und persönlich war. Sie haben sich inzwischen jedoch zu vielfältigen Formen entwickelt und werden für verschiedene Zwecke genutzt. Sie bewegen sich zwischen Journalismus und Literatur, zwischen Persönlichem, Information und in den letzten Jahren auch immer mehr dem Verkauf.

Klassischer Blog: Cem Basmans "Sprechblase" / Screenshot

Klassischer Blog: Cem Basmans „Sprechblase“ / Screenshot

Wann ist es sinnvoll, einen Blog zu machen?

Bloggen ist ein dynamischer Prozess, der sich fortlaufend gestaltet und eine soziale Anbindung im Netz benötigt. Ein Blog dient dazu, Gedanken oder Informationen mit anderen zu teilen und sich auszutauschen. Durch Kommentarfunktion und Verlinkungen ist er interaktiv. Wichtig ist, sich über ein paar Grundvorraussetzungen Gedanken zu machen und zu überlegen, was man mit dem Blog erreichen will – dazu auch ein paar Anregungen im Blog von Dirk Deimke.

Blogs können sinnvoll genutzt werden als:

  • „Tagebuch“, in dem man seine Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen mit der Welt teilt – von persönlich bis politisch, meist in klassischer Blogform, oft von einen Bloganbieter gehoset (Beispiel: Sprechblase von Cem Basman)
  • fortlaufende Informationen zu einem Thema entweder aus persönlichem Interesse und / oder als Service bzw. Produktwerbung; als klassischer Blog, Internetmagazin (Beispiel: Plan A(lternative)) oder Blog in einer statischen Website (Beispiel: Wortbetrieb.de -> Blog unter „Aktuelles“)
  • Bedingt: Event- oder als Reisetagebuch (Gelungenes Beispiel: Das „Tagebuch„, das auf der Seite von Datscha-Radio integriert wurde, die mit statischen Seiten und einem fortlaufenden Blog als Startseite arbeitet; mehr zu Eventblogs hier.)
  • Plan A. - eine Website mit einem modernen Magazine-Theme

    Plan A. – eine Website mit einem modernen Magazine-Theme

    Sprache in Blogs

    Ea gibt keine Vorschrift, wie man in Blogs schreiben „muss“. Die Sprache in Blogs ist so unterschiedlich wie ihre Verwendungen. Traditionell ist sie aufgrund ihrer ursprünglichen Funktion als Meinungsbekundung einer Einzelperson subjektiv und persönlich. Häufig wurde und wird aus der „Ich“-Perspektive erzählt. Ein wenig davon hat sich auch in formaleren Blogs erhalten, Marketing setzt sogar auf diese legere Form, um sich vermeintlich persönlich an die Kunden zu wenden. Und sogar auf den Journalismus allgemein hat das „Lockere“ etwas abgefärbt. Dieser sieht sich traditionell – abhängig von der journalistischen Form – als möglichst „objektiv“. Im Gegensatz zum professionellen Journalismus, wie er von Zeitungen, Zeitschriften und im Rundfunk betrieben wird, sind auch journalistisch orientierte Blogs bis heute subjektiver. Sie stellen zumeist die persönliche Sicht des Autors / der Autorin dar, während auch subjektive journalistische Formen wie der Kommentar bemüht sind, das Gesamtbild des Themas zu betrachten.

    Auch wenn sich Blogs heute zu einer wichtigen Ergänzung der kriselnden professionellen Medien entwickelt haben, können sie nur bestimmte Dinge leisten. Zumeist handelt es sich um Einzelautor/innen oder kleine Redaktionen, die wenn überhaupt nur in seltensten Fällen für ihre Arbeit annähernd adäquat bezahlt werden. Für die meisten ist es eine Freizeitbeschäftigung. Und selbst kleine Redaktionen und „Blogprofis“ können sich intensive Recherche vor Ort und andere aufwendige journalistische Arbeit zeitlich und finanziell nicht leisten.

    Beginn einer Blogpost mit analytischen Betrachtungen zu Persönlichem und Gesellschaftlichem

    Beginn einer Blogpost mit analytischen Betrachtungen zu Persönlichem und Gesellschaftlichem

    Abgesehen von Zweck und personellen / finanziellen Möglichkeiten beeinflusst das Medium die Sprache und Gestaltung von Blogposts. Online funktioniert anders als Print, auch wenn das vielfach nicht beachtet wird und Blogs Printartikel im Internet veröffentlichen.

    Zum einen verhalten sich die Leser/innen anders: Sie sind weniger aufmerksam. So sind kürzere Texte für’s Netz tendenziell geeigneter, was auch der Zeitökonomie vieler Blogschreiber/innen entgegenkommt. Überschriften sollten weniger poetisch als wie eine Betreffzeile formuliert werden, um überhaupt zum anklicken einzuladen. Auch die optische Textgestaltung sollte zum Weiterlesen animieren, indem der Text durch Absätze, Zwischenüberschriften und Bilder aufgelockert wird. Und natürlich sollte auch der Text so geschrieben und aufgebaut sein, dass die Leser/innen dranbleiben.

    Im Positiven bringt die Veröffentlichung im Netz viel mehr Möglichkeiten einen „Text“ zu gestalten. Hier können nicht nur, sondern sollten möglichst alle Dinge, die das Netz bereithält genutzt werden: Zentral ist es, mit Hyperlinks zu arbeiten, um den Text zu vernetzen – innerhalb des Blogs mit verwandten Themen und auch außerhalb zu Hintergründen oder Erklärungen zu unbekannten Begriffen, soweit für den Text nicht zentral, Belegen für Aussagen, Quellen und weiterführenden Informationen. So wird das Posting und der gesamte Blog zum Teil der Erzählung zum Thema im Internet. Die Links kann man unter die entsprechenden Begriffe im Text legen und ggf. die wichtigsten unter dem Text noch einmal gesondert angeben. Hier sollte man allerdings maßhalten und nur wirklich relevante Links setzen.

    Zudem kann man neben Bildern auch Audio und Video in den Text einfügen. So spart man sich, so man will, auch viele textliche Ausführungen darüber, wie sich Dinge anhören oder wie sie aussehen. Wenn man allerdings einen Blog barrierefrei gestalten will, sollte man das für blinde bzw. gehörlose Nutzer/innen trotzdem tun.

    Hyperlinks sind das A und O eines Blogs - s setzt man sie in WordPress in einen Text ein

    Hyperlinks sind das A und O eines Blogs – so setzt man sie in WordPress in einen Text ein

    Wie realisiere ich einen Blog technisch?

    Mit der Popularisierung von Blogs spezialisierten sich verschiedene Firmen auf spezielle Blogsoftware, die sie auf ihren eigenen Seiten anbieten. Diese ist dort schon so eingerichtet, dass sie ohne große technische Kenntnisse nutzbar ist und die somit die einfachste Möglichkeit darstellt, einen Blog zu starten. Hier kann man ohne einen eigenen Webspace einzurichten einen Platz für den eigenen Blog mieten. Man muss sich nur anmelden und kann sofort loslegen. Bekannte Anbieter sind z.B. WordPress.com, Antville.org, Livejournal, Twoday.net, Blogsport.de oder Blogger.de und Blogger.com.

    Diese Angebote sahen früher relativ einheitlich aus und es gab wenige Möglichkeiten der individuellen Gestaltung. Das hat sich bei den meisten Anbietern inzwischen geändert. Besonders professionellere Blogger/innen wollen aber lieber einen eigenen Webpace mit eigener Adresse. Dazu muss man sich beim Domainverwalter Denic, die gewünschte URL, soweit sie noch nicht vergeben ist, bestellen und muss diese bei einem Webhost beantragen. Der Webhost stellt Speicherplatz und die entsprechende Infrastruktur auf seinen Servern zur Verfügung, wofür eine monatliche Gebühren verlangt wird. Nur wirklichen Profis ist ein eigener Server zu empfehlen.

    Als Beispiel für einen Webhost, von dem es auch diverse mehr oder weniger gute Anbieter gibt, soll hier Host Europe gewählt werden. Hier werden unterschiedlich große Webpacks angeboten, wo man aufpassen muss, dass diese die gewünschten notwendigen Parameter beinhalten, die die Software, die man installieren will, erfordert (s. Video unten).

    Auch hier werden verschiedene schon vorgefertigte Content-Management-Systeme (CMS) angeboten, die einem das Programmieren (lassen) einer eigenen Website von Grund auf ersparen. Das gängigsten ist WordPress, aber auch Joomla, Drupal und Typo3 sind verbreitet. Die Installation ist etwas komplizierter als das simple Anmelden bei einem Blogdienst, vor allem, wenn man mit dem Prinzip noch nicht vertraut ist. Auch wenn es nicht wirklich schwierig ist, bieten sich Grundkenntnisse in HTML und CSS an, im Idealfall sogar in PHP. Wer sich unsicher ist, sollte lieber jemanden dazuholen, der Tipps gibt. Es gibt auch sehr gute Anleitungen im Internet. So hat der österreichische Informatiker Alex Schiebel eine ganze Serie an Videos erstellt, wie man WordPress bei Host Europe installiert und erste Schritte in der WordPress-Oberfläche (leider nicht die neueste Version).*
    *(Disclaimer Auch in meinen weiteren Ausführungen geht es als Beispiel um dieses CMS und diesen Anbieter. Ich bin mit beiden zufrieden, habe aber wenig Erfahrungen mit anderen und kann so keine Vergleiche aufstellen. So soll das keine unlautere Werbung sein)

    Allerdings ist auch hier Vieles einfacher geworden. Host Europe und andere Anbieter haben inzwischen die gängigsten CMS vorinstalliert, so dass man diese nur noch konfigurieren muss (Anleitung oben im Video). Wenn man das CMS installiert hat, kann man unter verschiedenen Design-Schablonen (Vorlagen) wählen, die zumeist mit dem englischen Wort „Template“ bezeichnet werden. Es gibt für WordPress hunderte kostenlose so genannte Themes, vorprogrammierte grafische Benutzeroberflächen, die mit diesen Templates arbeiten, und für Geld noch viel mehr, plus Service. Man kann sie bei Worpress selbst finden, oder bei Firmen wie Elma Studio. die sich auf die Gestaltung von WordPress-Themes und den Service darum spezialisiert haben.

    Diese Vorlagen kann man bis zu einem gewissen Grad individuell anpassen. Über das so genannte Backend, an dem man alles einstellen kann, was zum Blog gehört und wo man auch die Blogposts selber einstellt. Experimentierfreudige und Expert/innen können auch in den Designvorlagen selbst herumbastelt, im Idealfall über so genannte Child Themes, um sich die Vorlagen nicht zu „zerschießen“. Zudem bleiben die Änderungen auch erhalten, wenn man eine neue Version des Themes einspielt, was bei guten Themes durchaus in regelmäßigen Abständen passieren kann bzw. sogar sollte.

    Blogger Fefe hält seinen Blog auch heute noch so, wie sie vor gut zehn Jahren tatsächlich aussahen

    Blogger Fefe hält seinen Blog auch heute noch so, wie sie vor gut zehn Jahren standardmäßig aussahen

    Allerdings haben die Themes auch nur eine bedingte „Haltbarkeit“. Nicht dass sie schlecht werden oder abgeschaltet werden. Sie entsprechen – außer sie sind hervorragend gepflegt – irgendwann nicht mehr den technischen und auch optischen Ansprüchen. So ist vor Kurzem das „Responsive Design“ immer mehr zum State of the Art geworden. Das hat mit dem individuellen Aussehen des Blogs theoretisch nur bedingt zu tun – hier geht es darum, dass sich das Layout möglichst angenehm auch auf Mobilgeräten ansehen und nutzen lässt. Aber durch den Versuch, das technisch zu lösen, haben sich auch neue Ästhetiken entwickelt.

    Gestaltung

    Je mehr man sich vom simplen „Onlinetagebuch“ entfernen will, desto wichtiger ist es, sich Gedanken über die Gestaltung und Konzeptionierung des Blogs an sich zu machen. Die einfachste, klassische Form des Blogs ist eine Spalte, in der zeitlich sortiert die einzelnen Posts hinter- bzw. übereinander sortiert erscheinen. Inzwischen gibt es aber diverse Vorlagen für unterschiedliche Wünsche und Zwecke. Üblich ist inzwischen mindestens eine zweispaltige Post. Neben den Blogposts sind in einer Seitenspalte (Sidebar) dann verschiedene Organisationstools zu finden, die den Leser/innen helfen, sich auf dem Blog zurecht zu finden, wie z.B. ein Archiv, eine Schlagwortwolke, eine Suchfunktion oder eine Auflistung verschiedener Themen. Hier kann man auch Werbung in fremder oder eigener Sache unterbringen.

    Verschiedene Themes, die man individuell anpassen kann

    Verschiedene Themes, die man individuell anpassen kann

    Blogs haben meistens auch eine oder sogar mehrere Navigationsleisten, entweder im Sidebar und / oder über dem Blog. Ein Blog kann auch unter der Rubrik „Aktuelles“oder „Blog“ in einer statischen Website, das sonst keine Blogfunktion hat, sondern mit festen Seiten (Pages) untergebracht werden. Für die Erstellung die „festen“ Inhalte wird die Seiten-Funktion von WordPress genutzt. Das ist zum Beispiel beim vorliegenden Blog der Fall: Nur unter „Aktuelles“ ist ein Blog zu finden, die anderen Seiten sind „feste“ Inhalte, die sich nur ändern, wenn ich die Seite bearbeite, während der Blog mit jedem neuen Artikel weiterläuft. Es gibt inzwischen diverse speziell für Online-Magazine, Fotoblogs oder Portfolios optimierte Vorlagen, die mit statischen Seiten und dynamischen Blogfunktionen arbeiten, wie es WordPress anbietet.

    Außer man hat vor, absichtlich mit er Wahrnehmung der Leser/innen zu spielen, sollte ein Blog so klar und logisch wie möglich aufgebaut sein. Kleine Spielereien mögen einen Blog individuell machen – aber viel Blitzen und Blinken ist nicht nur altmodisch und unprofessionell, sondern lenkt vom Inhalt ab. Hervorheben kann man sich am besten durch eine schöne Typografie, besondere Bilder ggf. in einer interessanten Anordnung sowie einen übersichtlichen Aufbau.

    Bei der Auswahl eine Themes sollte man nicht nur darauf achten, ob man es hübsch findet. Man sollte überlegen, ob die Gestaltung auch in der Anwendung den Ansprüchen entspricht. So sollte man also schon vor der Auswahl eine Vorstellung haben, was man in etwa will – diese sollte sich spätestens verfestigen, wenn man sich für ein Theme näher interessiert. Wichtig ist hier vor allem der Aufbau der Startseite: Wie sind die Artikel angeordnet, wie der Header sortiert, was kann man in den Sidebars machen, welche Möglichkeiten der Navigation gibt es? Auch die individuelle Gestaltung von Blogposts, auch wie das Einbinden von Bildern, Galerien und Videos funktioniert sollte man sich anschauen. Interessant ist es auch, Bewertungen zu lesen, wie gut das einzelne Theme auch im Detail programmiert ist – das erspart ein böses Erwachen. Auch wenn sich die Themes an sich problemlos austauschen lassen, ist die Arbeit der individuellen Anpassung bei einem unnötigen Wechsel verschwendete Zeit und ärgerlich.

    Dashboard von WordPress Version 3.5.1, dass bereits mit einigen Plugins modifiziert wurde

    Dashboard von WordPress Version 3.5.1, dass bereits mit einigen Plugins modifiziert wurde

    Hat man sich für ein Theme entschieden, kann man es im so genannten Backend hochladen, anwählen und individuell gestalten. Inzwischen bieten Themes es unter „Einstellung“ eine relativ gute Auswahl an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, die auch für Laien problemlos nutzbar sind. Kennt man sich ein bisschen besser aus, kann man auch das CSS und PHP-Seiten editieren – dafür empfehlen sich allerdings dringen Child Themes, wenn man nicht Gefahr laufen will, sich das Bloglayout und seine Funktionen ganz kaputt zu machen und auch später neue, verbesserte Versionen des Themes installieren will. Wichtig ist vor allem die Navigation, über die man sich sowieso schon von Anfang an genaue Gedanken machen sollte. Um das Layout zu testen, sollte man entweder einen Dummy-Artikel oder schon eine kleine Begrüßung / Vorstellung des neuen Blogs einfügen, in den man auch eine kleine Galerie, ein einzelnes Foto und ein Video einstellt, um diese Funktionen zu testen.

    In die Seitenspalte(n) und je nach Theme auch anderen entsprechenden Flächen kann man verschiedene so genannte „Widgets“ (Steuerelement) einfügen, die man unter diesem Namen auch im Backend findet. Zudem sollte man einige so genannte „Plugins“ (Erweiterungsmodul) benutzen, vor allem, um die Seite sicherer zu machen. Gerade WordPress als das weit verbreitste System ist häufig von Hackerangriffen betroffen. Allerdings sollte man nur die Plugins benutzen, die man wirklich für nötig hält – denn schlecht programmierte Plugins können auch eine Tür für Hacker sein. Zudem können Plugins auch in Kollision mit den Theme-Funktionen kommen. Mehr zur Gestaltung und Themes hier.

    Einbinden von Bildern, Audio und Video

    Das Internet bietet die bisher ungekannte Möglichkeit, verschiedene Medien zusammenzuführen. Diese sollte man – wo es sich anbietet – auch nutzen. Videos – auch eigene – bindet man am praktischsten über Dienste wie YouTube oder Vimeo. Eigene Videos kann man auch über FTP hochladen – das kostet allerdings viel Speicherplatz. Das empfiehlt sich nur in Sonderfällen, wenn man z.B. die Rechte exklusiv behalten will. Das gleiche gilt für Audio in größerem Umfang, was sich sehr gut über Anbieter wie Soundcloud in eine Blogpost integrieren lässt.

    Gerade bei Bildern, die man in den Blog postet, sollte dringend auf das Copyright geachtet werden (wie auch beim Zitieren anderer Texte). Bei Videos und Audio von Drittanbietern st diese dafür zuständig. Allerdings empfiehlt es sich auch hier, offensichtliche Compyrightverletzungen nicht in den Blog einzubinden.

    Hier ein Beispiel für die Einbindung verschiedener Medien (Foto, Galerie, Audio via Soundcloud und Video via Youtub, sowie Verlinkungen auf relevante weiterführende Informationen).

    Im Backend von WordPress kann man bequem Medien hinzufügen

    Im Backend von WordPress kann man bequem Medien hinzufügen

    Für einen wirklich professionellen Blog bemüht man sich, auf Barrierefreiheit zu achten, in dem man z.B. beschreibt, was auf den Bildern zu sehen ist oder was in einem Audio zu hören ist.

    Vermarktung

    Vermarktung soll hier in erster Linie nicht Verkauf gegen Geld, sondern Bekanntmachung des Blogs heißen. Es geht darum, dass potentiell interessierte Leser/innen auf den neuen Blog aufmerksam werden. Für manche persönliche Blogs reicht es, einfach Freunden Bescheid zu sagen, und ihnen den Link zu senden. Will man auch Fremde erreichen, sollte man zunächst eine Newsletter-Funktion einrichten (geht über Plugins).

    Heute ist es jedoch üblich, dass Blogs bzw. die Websites, auf denen sie ggf. integriert sind, eigene Seiten in den Social Media haben, bei Facebook, Twitter, Google + etc. Hier kann man die Follower oder „Fans“ über neue Artikel direkt informieren. Auch wenn die gute alte „Blogroll“ aus der Mode gekommen ist, empfiehlt sich eine Linkliste auf einer statischen Seite, auf der man andere Blogs empfiehlt, die aus dem eigenen Netzwerk stammen, die thematisch ähnlich sind oder die man einfach so toll findet. Auch das verbindet – und das ist das A und O eines funktionierenden, lebendigen Blogs. Ganz pragmatisch ist es auch so, dass eine Verlinkung auf einer anderen Seite den jeweiligen Blog in den Suchmaschinen nach oben bringt – wenn man das gegenseitig macht, hilft das beiden. Wichtig ist es auch, mit den Leser/innen zu kommunizieren – sowohl auf Kommentare im Blog als auch in den Social Media zu reagieren, soweit es die Zeit erlaubt.

    Will man ein breiteres Publikum erreichen und nicht nur für sich und ein paar Freund/innen schrieben, muss man natürlich überlegen, ob es auch inhaltlich für andere interessant und relavant ist, was man schreibt. Dazu hat Bloggonaut.net schon vor einiger Zeit ein paar sehr gute Tipps gegeben.

    Mikropaymentservice Flattr

    Mikropaymentservice Flattr

    Zu hoffen, mit Blogs bemerkenswerte Geldsummen zu verdienen ist eher illusorisch. Unternehmensblogs sind Marketingtools, die, wenn sie gut gemacht sind, indirekt helfen können, den Umsatz zu steigern. Es giibt auch immer wieder einzelne Blogger/innen, die es schaffen, durch ihren Blog so viel einzunehmen, dass sie davon leben können. Das sind dann aber meistens Spezialist/innen aus Technik, Internet oder Politik, die zu den so genannten Alpha-Blogger/innen zählen (im übrigen fast ausschließlich Männer). Für diese ist Bloggen ein Job – um das Schreiben herum bekommen sie Aufträge oder werden für Vorträge eingeladen. Manchmal schaffen es auch kleine Blogredaktionen, die auch gezielt daran arbeiten, die Autor/innen bezahlen zu können, wenn auch meist eher schlecht als recht.

    Ein bisschen Geld können sich einigermaßen populäre Blogs dazu verdienen, indem sie einen Link zum Mikropayment-Service Flattr oder zum PayPal Spenden-Button einrichten. Hier ist man auf Menschen angewiesen, die Blogs und ihre Bedeutung für den Informationsmarkt und auch die Demokratie zu schätzen wissen und die Arbeit, die dahinter steckt. Weniger ist man auf Mitdenken angewiesen, wenn man Werbung auf dem Blog schaltet, zum Beispiel Google Adds oder gezielte Werbepartner zum Blogthema. Allerdings kann man sich damit in einigen Milieus, die auf werbefreie Blogs achten, auch die Reputation kaputt machen. Da muss man, abgesehen von der eigenen Haltung, überlegen, ob ein paar Euro oder ein guter Ruf des Blogs wichtiger sind. Wirklich problematisch sind gekaufte Artikel, erst recht, wenn sie nicht als Werbung gekennzeichnet sind. Es gibt jedoch ein Segment an Blogs, die genau das macht, und sich trotzdem als authentisch und unabhängig präsentiert. Verkauf und ernsthaftes Bloggen auch auf seriös gekennzeichnete Art zu kombinieren wird allerdings ebenfalls populär.

    Schreibt eigene interessante Blogposts und bietet Zimmer zur miete: Der Blog Slow Travel Berlin

    Schreibt eigene interessante Blogposts und bietet Zimmer zur Miete: Der Blog Slow Travel Berlin

    Blogs der seriösen Sorte, der wirklich authentische Artikel und Verkauf zusammengebracht werden, sind u .a. Slow Travel Berlin, wo interessante, selbst verfasste Blogposts zu Berlin mit – offensichtlich als solche gekennzeichneten – Mietangeboten für Uralubszimmer verbunden werden, oder Danger! Bananas, ein persönlicher Blog, auf dem die Produzentin auch ihr Hobby Nagellmodellage mit anbietet. Der Blog, den ihr gerade lest, ist auch Marketing, weil er zu einer Website gehört, auf der ich meine Dienstleistungen zum Thema anbiete.

    Die Kanalratten des Blogbusiness sind Leute, die Blogs einrichten und darin kostenlose Werbetexte zu bestimmten Themen vervielfältigen, für die sie bei Verkauf von Produkten und Dienstleistungen von deren Anbietern Prozente bekommen. Sie versuchen mit allen – oft unlauteren – Mitteln, Traffic auf ihren Blog zu ziehen, so dass sie darüber hinaus auch über Werbung noch eine größere Einnahmequelle haben. Kann man clever finden, ist aber nichts anderes als Spam. Glücklicherweise sieht das auch der Algorithmus von Google und anderen Suchmaschinen so und listet Blogs mit Inhalten, die es diverse Mal gibt, ganz hinten. Wenn man nur Schrott ins Netz stellt, hilft auch supergestylte Suchmaschinenoptimierung nichts.

    Wenn Sie Hilfe bei der Gestaltung Ihres WordPress-Blogs wünschen oder gern ein Seminar dazu buchen wollen, wenden Sie sich gern an mich.

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    Journalistisches Schreiben (Wochenendseminar)

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    Dieses Wochenendseminar wendet sich an alle, die journalistisch tätig werden und sich ein paar Grundlagen des Handwerks aneignen wollen. Es geht um journalistische Darstellungsformen, gutes Deutsch, Recherche und Multimedia.

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    Journalistische Darstellungsformen sind unterschiedliche Texttypen, die sich für bestimmte Zwecke eignen. Mal tritt der Autor / die Autorin zugunsten der Sachinformation in den Hintergrund, mal ist gerade seine bzw. ihre Stimme gerade gefragt. Nach einer theoretischen Einführung geht’s ans selber Schreiben, danach gibt es eine Diskussion der Texte und ein Feedback.

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    Auf Grundlage der selbst erarbeiteten Texte kommen wir zum zweiten Teil der Veranstaltung, in dem es um Sprache, Ausdruck und den richtigen Gebrauch von Wörtern geht. Dabei schauen wir ggf. auch auf die Verwendung bestimmter Aspekte in unterschiedlichen Medien (Print, Online, Radio / Podcast). Zunächst gibt es wieder einen theoretischen Teil mit vielen Beispielen, wozu wir auch gleich die gerade entstandenen eigenen Texte heranziehen. Dann gibt es weitere Schreibübungen, die wir wieder gemeinsam diskutieren.

    Auf Wunsch können wir auch weitere Teile anhängen, soweit Interesse besteht und die Zeit ausreicht, z.B. zum eigene Schreibverhalten und Schreiberleichterungen, der Präsentation der Inhalte in unterschiedlichen Medien, Themenfindung und Recherche, Interview, Recht und Ethik etc. – siehe dazu auch „Schreibwerkstatt“

    Termine:

    Das Seminar ist ab sofort buchbar (Kontakt). Termine erfahren Sie, wenn Sie unseren Newsletter abonnieren („Schreibwerkstatt“). Sie können uns auch gern über Social Media folgen (alles rechts oben im Seitenstreifen zu finden). Teilnehmer/innenzahl: 5-10, Preis nach Absprache

    Seien Sie der oder die Erste!

    Mark Twain und die deutsche Sprache

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    „Wer nie Deutsch gelernt hat, macht sich keinen Begriff, wie verwirrend diese Sprache ist.“ schrieb Mark Twain in seinem extrem lustigen, aber auch erhellenden Aufsatz aus dem Jahr 1880, Die schreckliche deutsche Sprache (The Awful German Language), „Es gibt mehr Ausnahmen zu den Regeln als Beispiele dafür.“ Der große US-amerikanische Schriftsteller hatte kurz zuvor während einer zweijährigen Europareise u.a. in Heidelberg versucht, unsere Muttersprache zu lernen.

    Mark Twain / Quelle: Wikipedia, Library of Congress

    Mark Twain / Quelle: Wikipedia, Library of Congress

    Er verzweifelte an den im Englischen unbekannten Fällen, der unlogischen Zuordnung der Geschlechter für unbelebte Dinge, für die seine Muttersprache nur das – logische – „it“ („es“) kennt, an der oft auch ausgeschöpften Möglichkeit im Deutschen, Substantive endlos aneinander zu reihen, um ein neues daraus zu bilden – und vor allem an der Länge der Sätze, wo sich ein Teil des Verbs, auch anders als im Englischen, am Ende des Satzes anfindet.

    Zumindest Letzteres hat sich in den letzten über 100 Jahren geändert: Für die zweite Hälfte des Verbs muss sich der Lernende zwar immer noch bis zum Ende des Satzes gedulden – aber es gilt, anders als zu Twains Zeiten, nicht mehr als Zeichen von großer Bildung, elendig lange und gesteltzte Schlangensätze zu formulieren. Heute sieht man es als guter Stil an, kurz und prägnant auf den Punkt zu kommen – auch so eine Eigenschaft der Deutschen, die in anderen Kulturen oft mit Befremden wahrgenommen wird.

    Mark Twain gab trotz aller Widrigkeiten nicht auf und hielt knapp 20 Jahre später in Wien sogar eine ganze selbstverfasste Rede auf  Deutsch, vor Germanisten. Er hatte sie fein säuberlich schriftlich ausgearbeitet, sprach dann angeblich aber doch frei. Zudem setzte er sich für die deutsch-amerikanische Freundschaft ein, denn das Erlernen einer Sprache, ob erfolgreich oder nicht, fördert auch immer das Verständnis für die jeweilige andere Kultur.

    Wie man die „schreckliche deutsche Sprache“ in Griff bekommt, und sich verständlich und elegant ausdrückt, kann man lernen, als Muttersprachler und jemand, für den Deutsch eine Fremdsprache ist. Mark Twains Bemühungen führten damals „nur“ zu einem großartigen, bis heute viel und gern zitierten Aufsatz, den man unten in der deutschen Übersetzung und im Englischen Original lesen kann – die Sprache beherrschte er nie. Wenn Sie weiter kommen wollen, schauen Sie sich unsere Angebote an – z.B. die Schreibwerkstatt, die sich vor allem an Muttersprachler und Menschen wendet, die Deutsch schon gut beherrschen, aber noch einen Feinschliff brauchen, um sich in der richtigen Situation passend und elegant auszudrücken.


    Mark Twain – Die schreckliche deutsche Sprache (PDF)
    Mark Twain – The Awful German Language (English Original)

    Hier eine Jubiläums-Broschüre der US-Botschaft mit mehr Texten von Twain auf Deutsch, Denglisch und mit Bezug aufs Deutsche. Sehr lesenswert auch das biografische Essay zu Twains Beziehung zur deutschen Sprache.

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