Grafik: Die journalistischen W-Fragen

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Die so genannten W-Fragen sind ein Klassiker der journalistischen Ausbildung. Sie werden in der Recherche gestellt, und müssen in journalistischen Texten beantwortet werde. Sie werden auch jenseits des Journalismus verwendet, so im Projektmanagement oder im Rettungsnotdienst.

Im Journalismus lauten die Fragen konkret:

Was geschah?
Wer ist beteiligt?
Wo geschah es?
Wann geschah es?
Wie geschah es?
Warum geschah es?

Zum Schluss kommt noch die Frage nach der Quelle: Woher.

Es gibt eine Reihe weitere W-Fragen, die beantwortet werden können bzw. je nach Thema auch beantwortet werden müssen – nicht jedoch zwangsläufig alle oder zwingend in der vorgegebenen Reihenfolge. Jedoch sollten obige Fragen zuerst beantwortet werden. Im journalistischen Bericht füllen sie den ersten Absatz, in dem der Leser / die Leserin erfährt, worum es überhaupt geht. Dann folgt der Kontextabsatz, in dem das beschriebene Ereignis in einen Zusammenhang gestellt wird. In einem dritten Absatz kann man Hintergründe beschreiben.

Die untenstehend Illustration zu den W-Fragen können Sie sich hier auch als PDF herunterladen.

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Seien Sie der oder die Erste!

Grafik: Wie erstelle ich einen Text?

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Gerade wenn man lange keine Texte mehr geschrieben hat und / oder an Blockaden leidet kann es hilfreich sein sich noch einmal zu vergegenwärtigen, wie der Prozess des Schreibens abläuft. Hier finden Sie eine Grafik, die Ihnen vielleicht erleichtert, Ihren Text auf Papier bzw. in den Computer zu bringen. Sie können die Grafik auch als PDF herunterladen.

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Wie gestalte ich eine Webpräsenz mit WordPress?

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Eine ansehliche Webpräsenz zu haben, ist heutzutage für viele zur Pflicht geworden: Seien es Selbständige, Firmen, aber auch Menschen mit speziellen Interessengebieten, die sie im Internet darstellen wollen.

Auch Wortbetrieb.de wurde unter WordPress gestaltet.

Nicht jede/r kann sich eine professionell von einem Programmierer und Grafikdesigner erstellte Seite leisten. So genannte Content-Management-Systeme (CMS) haben sich inzwischen als veritabler Ersatz für den kleinen Geldbeutel entwickelt. Diese kann man als Grundgerüst auf einen Server installieren und ein so genanntes Theme, eine vorprogrammierte Vorlage auswählen, dass den eigenen Vorstellungen nahe kommt. Dieses kann man in mit ein paar Grundkenntnissen in den Programmiersprachen CSS und ggf. auch HTML und PHP noch anpassen.Inzwischen haben diese Themes oft auch benutzerfreundliche Eingabefenster, bei denen man gar keine Kenntnisse dieser Art benötigt, um bestimmte Voreinstellungen individuell zu gestalten.

Hier will ich beispielhaft auf WordPress eingehen. Das ist das weit verbreitetste CMS, mit dem ich auch arbeite und so am vertrautesten bin.

Welche Vorteile hat es, WordPress zu installieren?

Gerade aus der Generation derjenigen, die schon vor dem Aufstieg der CMS vor ca. zehn Jahren eigene kleine Webseiten auf HTML / CSS-Basis angelegt haben, sich aber nicht weiter mit dem Thema beschäftigt haben, kommt oft das Argument: Reicht doch so. Ein CMS hat aber entscheidende Vorteile: Zum einen lässt es sich mit vergleichsweise sehr geringem Aufwand und wenig Kenntnissen deutlich individueller und aktueller gestalten, und auch immer wieder schnell an neue technische und grafische Entwicklungen anpassen. Zum anderen hat es ein so genanntes „Backend“, einen Bedienbereich, in den man sich einloggen muss. Hier kann man auch als Laie sehr bequem und schnell nicht nur die Texte und alle anderen gewünschten Medien wie Foto, Video und Audio einstellen, sondern auch alle Veränderungen bezügliche Design und Einstellungen des Blogs / der Website vornehmen. Zudem können bei Bedarf auch andere User mit unterschiedlichen Zugriffsrechten mit an der Seite arbeiten und es gibt sogar die Möglichkeit, eine Community bzw. eine Verkaufsplattform u.ä. zu installieren, ohne nennenswert programmieren zum müssen. Besonders WordPress und ein suchmaschinenoptimiertes Theme werden von Suchmaschinen besser gefunden. Auch die Kommentarfunktion kann für viele Nutzer interessant sein. Das sind nur einige der Vorteile.

Was ist bei der Auswahl von Themes zu beachten?

Ursprünglich als Software für einfache Blogs mit hintereinander folgenden Artikeln gedacht, bietet WordPress heute eine Reihe unterschiedlicher Nutzungsmöglichkeiten für die Gestaltung der Seite: Neben der einfachen Blogfunktion (Beispiel) kann man eine Art Magazin gestalten (Beispiel) oder auch ein Portfolio zur Präsentation von Fotos oder Grafikdesign oder der anderer Arbeiten (Beispiel) oder auch der Leistungen eines Unternehmens (Beispiel) auswählen. Es gibt auch noch freier gestaltbare Themes wie z.B. Responsive oder Skeleton, zu denen man ein wenig mehr Kenntnisse und Zeit braucht, um sie anzupassen.

Man sollte sich zunächst überlegen, welche Form für den eigenen Zweck am geeignetsten ist: Will ich einfach meine Gedanken mitteilen, eine Art Tagebuch schreiben? Will ich meine Seite wie ein Magazin zu einem bestimmten Thema gestalten, und unterschiedlichen Kategorien und Themen mit Bild und Exzerpt auf der Startseite präsentieren, und nicht einfach die neuesten Posts hintereinander? Will ich meine Arbeit oder eine Firma präsentieren, und eine feste Startseite, und den fortlaufenden Blog an anderer Stelle oder gar nicht? Diese Unterscheidungen wirken sich vor allem auf die Gestaltung der Startseite aus, die meist besuchteste Seite Ihrer Webpräsenz, mit der Sie sich in erster Linie präsentieren und die den Besucher/innen einen Einstieg in Ihr Angebot vermittelt.

Dann muss man sich entscheiden, welches Layout genauer zur eigenen grafischen Vorstellung und zum Zweck passt. Man kann unter tausenden kostenlosen und kostenpflichtigen Themes wählen, die man bei WordPress oder einem der diversen Theme-Anbieter herunterladen kann. Hier sollte man sich immer die Bewertungen der Nutzer (bei WordPress immer an der Seite mit Sternchen dargestellt), aber auch die einzelnen Details dessen anschauen, was das Theme, was man attraktiv findet, tatsächlich kann – also wie weit man es den eigenen Zwecken entsprechend anpassen kann. Man muss bei den Demos der Themes auch etwas Phantasie walten lassen und sich nicht von den Beispielbildern – ob grauenvoll oder attraktiv – beirren lassen, denn es geht um den Aufbau und die Funktionen, die man ja später mit eigenen Inhalten füllen will.

Die kostenlosen Themes sind oft von Laien oder Anfängern programmiert, können also schnell Fehler enthalten, die man dann bei der Einrichtung bemerkt. Es gibt auch kostenlose professionell programmierte Themes, die oft eine Light-Version eines kostenpflichtigen Themes sind, welches dann mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten anbietet. Will man professioneller arbeiten, empfiehlt sich durchaus der Kauf eines Themes (die Preise liegen im Durchschnitt bei 35 – 75 Dollar). Diese Themes haben meistens mehr Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung und sind besser programmiert. Allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel – es gibt auch gute kostenlose Themes, und schlechte professionelle Anbieter.

Responz, ein Theme im responsive design vom Anbieter Themify

Bei kostenpflichtigen Themes gibt es im Regelfall einen besseren Service, den die Firma mit dem Kauf der Software anbietet. Für Fragen zu kostenlosen Themes steht neben dem / der Programmierer/in selbst die WordPress Community bereit. So gibt es zumindest zu Fragen zu den gängigeren Themes die entsprechenden Foren – nützlich sind auch die englischen WordPress.org-Foren, wenn man die Sprache soweit beherrscht, weil es hier noch viel mehr Lösungsideen und Anregungen gibt.

Ganz wichtig ist es, dass es inzwischen state of the art ist, dass die Seiten responsive sind. Das heißt, sie passen sich auf mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones jeweils an, so dass sie auch dort bequem gelesen werden können. Bei Themes, die älter als drei Jahre sind und kostenlosen Versionen professioneller Themes ist das nicht unbedingt der Fall.

Installation

Als Hinweis: Es gibt WordPress einen Bloghosting-Dienst namens WordPress.com. Hier muss man sich einfach anmelden und kann loslegen. Das Hosting übernimmt hier WordPress und es gibt auch hier inzwischen viele Themes, um den Blog individuell zu gestalten. Dieser ist in Vielem analog zu der von WordPress.org angebotenen Software von einem selbst gehosteter Blog, entweder auf einem eigenen Server oder bei einem selbst gewählten Provider. Über Letzteres schreibe ich hier.

Man muss sich die WordPress-Software. Quasi das Grundgerüst, auf die vorhandene oder neu bestellte Domain von WordPress.org herunterladen. Zu beachten: WordPress basiert auf der Skriptsprache PHP (mindestens PHP 5.2.4) und benötigt eine MySQL-Datenbank (mindestens MySQL 5.0.15), diese Voraussetzungen müssen also vorhanden sein. Viele Provider bieten vorgefertigte Möglichkeiten zur WordPress-Installation an, ansonsten lädt man es über FTP hoch und richtet es sich ein. Jemanden, der das zum ersten Mal macht, kann es zur Verzweiflung bringen, auch wenn es von WordPress selbst und von diversen Usern gute Anleitungen im Internet gibt. Wenn man etwas Routine hat, kann es wirklich in einer Zeit von unter fünf Minuten klappen, wie WordPress selber angibt.

Startseite von WordPress.org in der deutschen Version

Auch wenn WordPress selber inzwischen eine Vielfalt an Möglichkeiten gibt, werden einige So genannte Plugins, Erweiterungsmodule, benötigt, um diese zu ergänzen. Hier geht es vor allem um Sicherheit und Spamabwehr, aber auch um weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Die Plugins kann man jederzeit entfernen bzw. ergänzen, und man sollte nur die wählen, die man wirklich braucht. Von mir empfohlene essentielle Plug-Ins sind u.a. Limited Login Attempts, Antispam Bee, Secure WordPress, Block Bad Queries (BBQ). Sie dienen der Sicherheit und können wie alle Plugins bequem über das Backend unter „Plugins installieren“ hochgeladen werden.

Jetzt kommt das Theme ins Spiel. Man sollte damit beginnen, einige der Themes, die in die engere Auswahl kommen, auszuprobieren. Vielleicht ist es nicht gleich das erste, was so funktioniert und aussieht, wie man es sich wünscht. Man erstellt die gewünschten Menüs (Kategorien / Seiten) und ein paar Dummy- Seiten und -Post um zu sehen, wie es dann aussieht und funktioniert. Unter „Design“, aber auch unter „Einstellungen“ und auf den Seiten lassen sich diverse Änderungen vornehmen, die zum Teil vom Theme abhängig sind: Farbe, Schriftgröße und -art, individuelles Logo, Kategorien und Menüs etc., aber auch die Anordnung auf der Startseite und in den einzelnen Posts bzw. auf den Seiten. Unter „Widgets„, einem grafischen Fenstersystem, findet man vom Theme abhängige Fenster, in denen sich bestimmte Felder individuell anordnen lassen, von Kalendern über Newsletter bis zu herausgehobenen Posts. Viele Widgets lassen sich auch nachträglich über Plugins hinzufügen. Man sollte beim Test nicht nur auf das oberflächliche Aussehen, sondern die gesamte Funktionalität achten.

Wenn man sich erstmal entschieden hat, welches Theme man nehmen will, kann man die Feinheiten einrichten. Die Zeit dazu sollte man nicht unterschätzen. Gerade als Anfänger/in braucht man auch einige Zeit, um sich mit den Details des Systems vertraut zu machen. Entweder man nimmt sich diese Zeit zum „spielen“, und lernt so selber WordPress richtig kennen, oder man nimmt sich erfahrenere Bekannte oder einen professionellen Service dazu. Zu beachten: Alles, was man gestaltet, kann man wieder ändern, auch ein neues Theme nutzen, wobei die Artikel bleiben. Man kann auch mit seinen Artikeln ganz auf einen neuen Blog / eine neue Webpräsenz umziehen – die Inhalte bleiben. Bei einem neuen Theme geht nur die individuelle Gestaltung verloren und man muss sie neu anpassen.

Das klingt alles erstmal sehr kompliziert, und ist es am Anfang vielleicht auch – zumindest, wenn man höhere Ansprüche an die individuelle Gestaltung hat. Hat man sich aber erstmal ein wenig eingefuchst, können sich auch Lai/innen, die in Netzdingen nicht völlig blind sind und einen grundlegenden Sinn für Ästhetik haben, eine schöne Präsenz einrichten, die die Inhalte, die man teilen möchte, ansprechend darstellt.

Wenn Sie weitere Unterstützung benötigen, können Sie mich gern kontaktieren.

Mehr zum Thema Blog / Webpräsenz finden Sie hier, alle Tutorials hier.

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VG Wort Teil 2: Wie melde ich Online-Texte?

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Allgemeines zur VG Wort habe ich bereits unter VG Wort Teil 1: Wie melde ich Texte? beschrieben. Hier soll es speziell um Texte im Internet gehen. Dieses Medium ist noch Neuland für die VG Wort, die sich noch sehr im Print- und Videokassettenzeitalter bewegt. Sicher wird das Faxgerät dort auch noch ordentlich gewartet.

Dafür haben sie noch nicht verstanden, dass Sprachwerke im Internet nicht notwendigerweise Print Online sind. Podcasts und Internetradio werden nicht vergütet, weil es laut VG Wort dafür keine Einnahmen gäbe, da die Einnahmen im Internetbereich ja nicht nur für schriftliche Texte da sind. Auch für innovativere Konzepte werden bisher noch extreme Hürden aufgebaut.

Aber immerhin beackert man seit 2007 auch dieses Terrain und es ist der VG Wort zugute zu halten, dass sie sich mit dem Zentralverband Intformationstechnik und Computerindustrie (ZITCO) seitdem im Rechtsstreit über Geräteabgaben für Computer befindet und auch die Formulierungen des Urheberrechtsgestezes sich noch in vordigitaler Zeit bewegen (Kopieren = „Vervielfältigungen durch Ablichtung eines Werkstücks oder in einem Verfahren vergleichbarer Wirkung“). Mit den schriftlichen Texten in einem größeren eigenen Blog oder auch als schreibende/r Autor/in für größere Internetpräsenzen kann man sich aber bereits ein wenig Geld verdienen.

Wo muss ich mich anmelden?
Um Texte überhaupt zu melden, muss man natürlich erstmal bei der VG Wort angemeldet sein, das geht über einen Wahrnehmungsvertrag. Für die Meldung von Online-Texten reicht jedoch eine einmalige Registrierung aller Beteiligten (Autor/innen und ggf. Verlage) beim Onlineportal der VG Wort (T.O.M.) aus. Damit schafft man die erste Voraussetzung, Texte, deren Urheber/in man ist, überhaupt melden zu können.

Die Registrierung kann nur auf elektronischem Wege erfolgen. Dabei müssen die persönlichen Daten bzw. Verlagsangaben an die VG Wort übermittelt werden. Ein Wahrnehmungsvertrag muss zudem postalisch eingesandt werden, da eine Unterschrift benötigt wird.

Welche Texte kann man melden?
Um meldefähig zu sein, müssen Texte (auch PDFs), die im Internet erscheinen, frei einsehbar sein und eine minimale Anzahl an Zeichen erreichen (ab 1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht besonders viel). Allerdings müssen auch 1500 Aufrufe (Visits) pro Kalenderjahr (Januar bis Dezember) nachgewiesen sein, die und nicht von Bots und anderen Maschinen stammen nicht aus dem Ausland (Proxyserver kennt man offenbar noch nicht). Letzteres ist für kleinere und mittlere Blogs illusorisch, außer sie landen mal einen „Zufallstreffer“. Auf der positiven Seite steht: Wird der Artikel auch in den folgenden Jahren wieder so häufig aufgerufen, gibt es wieder Geld. Und bei Texten, die länger als 10 000 Zeichen sind, gab es 2012 z.B. bereits ab 750 Zugriffen eine Auszahlung. Die Staffelung der Auszahlung entsprechend der Anzahl der Zugriffe liegt aktuell bei 10, 13 und 18 Euro pro Artikel. Lyrik zählt auch, wenn sie weniger als 1800 Zeichen hat.

zähmarken vg wort

Die Zählung erfolgt mit so genannten Zählpixeln, eine Grafik mit einer eindeutigen Nummer. Diese muss der / die Betreiber/in des Internetangebots in jeden Text einzeln einbauen. Man kann sich diese Zählmarken auf der Seite der VG Wort unter „Texte im Internet“ bestellen und entweder als CSV- und PDF-Datei herunterladen, nachdem man dort gemeldet ist und nach einer Registrierung dort auch Zugriff auf das Verwaltunggssytem T.O.M. hat. Es können pro Bestellung maximal 100 personalisierte Zählmarken angefordert werden, pro Anwender maximal 1000 Zählmarken. Weitere Zählmarken sind auf Antrag erhältlich.

Wie füge ich die Zählmarke ein?
Man erhält gleichzeitig drei Zahlen pro Zählmarke: Jeweils einen HTML-Zählcode für HTML Texte / für PDF Dokumente mit jeweils der gleichen Nummer, und einen so genannten „Privaten Identifikationscode“. Eine der Zählmarken wird je nach Textart (HTML oder PDF) in den Text eingefügt, Der privaten Identifikationscode dagegen darf nicht im Internet einsehbar sein, wird aber zum Meldung des Textes bei der VG Wort benötigt. Erscheint der gleiche Text mehrmals im Internet, sollte ihm die gleiche Zählmarke zugeordnet werden. Ist das jedoch nicht möglich, weil es sich um unterschiedliche Seitenbetreiber/innen handelt, muss bei der Meldung angeben werden, dass es sich um identische Texte handelt.

Den Zählcode baut man an einer beliebigen Stelle im HTML-Text ein, wie einen normalen Textbestandteil auch, im Idealfall immer an der gleichen Stelle, so dass man immer weiß, wo er ist. Die Domain und der Öffentliche Identifikationscode dürfen nicht verändert werden; ob die Angaben zu width, hight und alt verschoben, verändert oder entfernt werden, ist irrelevant. Bei XHTML muss man darauf achten, dass er geschlossen ist (d.h., das Ende darf nicht so aussehen: „>“, sondern man muss einen Schrägstrich davor einfügen („/>“), um die Syntax einzuhalten.

Die Zählermarke für PDF ist ein erweiterter Link auf die PDF. Er muss im Quelltext angepasst werden. Wo in der heruntergeladenen Zählmarke für PDF „PDF-ADRESSE“>LINK-NAME< “ steht, muss der entsprechende Link zur PDF und deren Titel eingefügt werden. Auch hier gilt selbstverständlich: Der mitgelieferte Domainname für die Zählung und der Öffentliche Identifikationscode dürfen nicht verändert werden.

Den mitgelieferten Privaten Identifikationscode muss man Mitautor/innen weitergeben, ansonsten für die Meldung bei der VG Wort außerhalb des Internets aufbewahren. Mit dem zusätzlich zur Verfügung gestellten persönlichen Identifikationscode jeder Zählmarke kann der / die Anwender/in den Zählerstart über das Online-Meldesystem, und so den korrekten Einbau der Zählmarken, kontrollieren und die Verwaltung der einzelnen Zählmarken online vornehmen.

Die Zählmarke ist nach 48 Stunden im T.O.M. sichtbar, unter Zählmarkenübersicht im Bereich METIS (Texte im Internet) .

Wie kann ich VG-Wort Plugins benutzen?
Zur Erleichterung der Verwaltung der VG-Wort.Marken wurden inzwischen von Dritten Plugins für WordPress entwickelt, hier, hier und hier (ein Testbericht für die ersten beiden hier – für andere CMS wie Drupal oder Joomla oder als Typo3-Extension gibt es offenbar noch nichts). Mit den Plugins werden die Wörter gezählt – das ermöglicht eine schnelle Einschätzung, ob der Text überhaupt lang genug ist. Dann gibt es meistens ein Feld unter dem Text, wo man die Zählmarke für HTML-Texte eingeben kann. Es gibt auch die Möglichkeit, das als CSV-Datei (die man u.a. in Exel bearbeiten kann) zu exportieren.

zählmarke fenster vg wort 560

vg wort screenshot plug in 560

Wie melde ich Online-Texte an die VG Wort?
Nachdem man mit dem Einbau der Zählermarken und ggf. eines Plugins die nötigen Vorbereitungen getroffen hat, ist man noch lange nicht am Ziel. Denn nur, wenn man die relevanten Texte auch fristgerecht meldet, kommt man in den Genuss einer finanziellen Vergütung.

Je nachdem, ob die Urheber/innen ihre Texte selbst kennzeichnen, oder dies durch den Verlag erfolgt, wird unterschiedlich gemeldet. Wenn der Verlag die Texte kennzeichnet, muss er die VG WORT-Karteinummer des Autors an die VG Wort melden. Die Texte müssen durch den Verlag bis spätestens 1. August (d. h. späteste Abgabe am 31. Juli) des auf die Zählung folgenden Jahres an die VG Wort gemeldet werden. Wenn der vom Verwaltungsrat Ende Mai jeden Jahres für das Vorjahr festgelegte Schwellenwert für Zugriffszahlen erreicht wird, benachrichtigt die VG WORT den Urheber automatisch per E-Mail über vorliegende Meldungen. Diese müssen vom Urheber bis 1. September (d. h. späteste Abgabe am 31. August!) auf Richtigkeit geprüft und bestätigt werden, d, h. sie müssen mitteilen um welchen Text es sich handelt, wo der Text genau eingestellt wurde und wer daran beteiligt war.

Die Ausschüttung für Urheber/innen und Verlage erfolgt, natürlich getrennt, für alle gültigen Meldungen im Oktober. Da sich derzeit noch nicht alle Verlage an dem Ausschüttungsverfahren für Texte im Internet beteiligen, gibt es derzeit eine zeitlich befristete Sonderausschüttung für die betroffenen Urheber, deren Texte so nicht gemeldet werden. Hier ist der letzte Meldetermin der 31. Januar um Mitternacht. Hier kann man auch nur teilnehmen, wenn es sich nicht um eine selbstverwaltete Seite handelt und auf dieser Seite grundsätzlich, auch in anderen Texten, keine Zählermarken vorhanden sind (genaue Teilnahmebedingungen hier).

zählermarken übersicht metis 560

Bei der Meldung der Texte geht man wie folgt vor (hier noch genauer beschrieben): Ende Mai, Anfang Juni kann man auch unter “Zählmarken mit Mindestzugriff” im Bereich METIS (Texte im Internet) auf seiner Seite im T.O.M. sehen, welche Texte im vergangenen Kalenderjahr die Mindestanforderungen an Länge und Zugriffszahl laut VG-Wort-Zähler geschafft haben und so gemeldet werden können. Jede Zählermarke muss dann einzeln aufgerufen werden und durch folgende Angaben ergänzt werden: URL, Überschrift und Artikeltext. Das ist absurd, da dies ja alles ausgelesen werden und vollautomatisch eingefügt könnte, aber anscheinend will man es den Urheber/innen nur ja nicht zu leicht machen. Nur wenn man das schön brav mit der Hand ausgefüllt hat, gilt es als korrekte Meldung. Diese Meldungen müssen bis zum 31. August um Mitternacht (für Verleger/innen 31. Juli!) abgegeben sein – danach geht nichts mehr und der Anspruch verfällt.

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VG Wort Teil 1: Wie meldet man Texte?

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Behördenanträge sind immer lästig, vor allem weil sie meist in einem Beamtendeutsch verfasst sind, was Nicht-Beamt/innen Kopfschmerzen bereitet. In vielen Behörden gab es aber in den letzten Jahren Einsicht in die Problematik. Zwei gehören allerdings nicht dazu: Die GEMA und die VG Wort. Hier kann man im Zweifel nur mit fremder Hilfe von Menschen, die sich schon einmal damit beschäftigt haben, zum Ziel kommen, selbst (oder gerade?) als intelligenter, strukturiert denkender Mensch. Oder man nimmt sich mindestens einen Tag frei, um sich ausschließlich mit dem Thema zu beschäftigen, die unübersichtliche Seite und ellenlangen, unnötig komplizierten Ausführungen zu studieren und auch noch im Netz nach weiteren Erklärungen zu recherchieren.

Die VG Wort steht offenbar auf dem Standpunkt: „Wer Geld will, muss sich eben die Zeit nehmen, sich durch unsere Sachen durchzuarbeiten.“ Je weniger Leute sich die Mühe machen oder die Zeit und die Nerven dazu haben, desto besser. Es geht nicht um Service – man fühlt sich eher wie Aterix in Rom, im „Haus, das Verrückte macht“. Wer es nicht versteht, hat eben Pech. Das widerspricht der gesetzlichen Aufgabe der VG Wort, die die Urheber/innen vertreten soll – denn so schreckt sie potentiell Berechtigte ab, ihre Texte zu melden, und beschäftigt auf Kosten der Urheber/innen unnötig viele Mitarbeiter/innen in der Verwaltung, die tausende Fragen beantworten müssen, die bei einer serviceorientiert gestalteten Website und einem einfacheren Verfahren gar nicht erst auftreten würden.

Aufgrund eigener schlechter Erfahrung möchte ich hier tun, was die VG Wort auf ihrer Seite nicht macht: Einen verständlichen, übersichtlichen und konsistenen Leitfaden für die Anmeldung von Texten dort geben. Zur speziellen Thematik Internet-Texte habe ich hier noch einen eigenen ausführlicheren Artikel geschrieben.

Da das System ziemlich verwirrend und inkosistent ist, kann ich als außenstehende Laiin natürlich keine rechtliche Gewähr für die Richtigkeit der Angaben geben. Sie sollen lediglich eine Hilfestellung zur ersten Orientierung sein. Wenn Sie das für sich zutreffende gefunden haben, erkundigen Sie sich über Details bitte aus den Seiten der VG Wort selber.

Was ist die VG Wort?
VG Wort steht für „Verwertungsgesellschaft Wort“. Sie ist ein Wirtschaftsverein, dem die Rechtsfähigkeit staatlich verliehen worden ist (§ 22 BGB, § 1 Abs. 4 UrhWG). Ihre Aufgabe ist es, Tantiemen aus Zweitverwertungsrechten – d.h. Kopien, Leihe etc. – an „Sprachwerken“ in Deutschland zu verwalten. Zu diesen Sprachwerken zählen: Print, Online-Texte, Hörfunk (Text, also gesprochenes Wort) und Fernsehen (Text / Untertitel und gesprochenes Wort). Für Bild ist die VG Bild-Kunst zuständig, für Musik die GEMA.

Was ist die Aufgabe der VG Wort?
Ihr Auftrag ist, Autor/innen und Verlage bei der Wahrung ihrer Urheberrechte zu helfen. Das Geld kommt aus verschiedenen Quellen, die durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) geregelt sind. Die Haupteinnahmequelle sind die Leermedien‐ und Geräteabgabe. Diese Pauschalabgabe nach § 54 UrhG schafft einen finanziellen Ausgleich für die gesetzlich zugelassene Privatkopie, die nach § 53 UrhG Jedermann zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch von urheberrechtlich geschützten Werken erstellen darf. Für die dadurch entstehenden Einnahmeausfälle gibt es für die Urheber/innen und Rechteinhaber/innen eine Kompensation in Form dieer Pauschalabgabe.

Neben der Leermedien- und Gerätevergütung gehört zur Reprographievergütung gemäß § 42b Abs2 des UrhG die Betreibervergütung: Autor/innen und Verlagen steht auch für die Ausleihe ihrer Werke in öffentlichen Bibliotheken eine Vergütung zu, ebenso für das Ausleihen und Vermieten von Werken in Lesezirkeln, Nutzung von Artikeln in Pressespiegeln oder Nachdrucke in Schulbüchern.

Damit beim Erstellen von Fotokopien und beim Kopieren von Audio- und Videokassetten, wobei jeweils Wort, Musik und Bild kopiert werden, nur eine einheitliche Abgabe notwendig wird, haben sich die beteiligten Verwertungsgesellschaften auf einen Verteilschlüssel für die darauf erhobenen Pauschalabgaben (zum Beispiel der Bibliothekstantiemen) geeinigt. Der Verteilungsschlüssel wird auf der Basis empirischer Teststudien über die Verwertung von kopierbaren und vermietbaren Materialien bemessen.

Ein Teil der Gebührenaufkommen wird im jeweiligen Folgejahr nach einem Verteilungsschlüssel an die Autor/innen und Verlage ausgeschüttet, die ihre Werke dort gemeldet haben. Der andere Teil der Einnahmen fließt, neben der Finanzierung der eigenen Verwaltung, u.a. in die Künstlersozialkasse als Beitrag zur gesetzlichen Sozialversicherung für freischaffende Künstler/innen und Publizist/innen, in das Autorenversorgungswerk, das freiberuflichen Autor/innen Zuschüsse zur privaten Altersversorgung gewährt, in einen Sozialfonds, der Beihilfen für bedürftige Wortautor/innen, Verleger/innen oder ihre Hinterbliebenen leistet, sowie in die Förderungs- und Beihilfefonds Wissenschaft der VG Wort.

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Wer kann sich dort melden?
Berechtigte sind Autor/innen, Übersetzer/innen, Herausgeber/innen und Verleger/innen und in manchen Fällen auch Bearbeiter/innen von schöngeistigen und dramatischen, journalistischen und wissenschaftlichen Texten, welche der Urheber an die VG Wort per Meldekarte oder per Onlineverfahren angemeldet hat. In manchen Fällen wird die VG Wort auch von allein tätig (s.u.) Redaktionelle Tätigkeit kann nicht gemeldet werden. Sind an einem Buch oder Beitrag mehrere Autoren beteiligt, kann jeder Co-Autor seinen urheberrechtlichen Anteil an der Veröffentlichung melden. Der Gesamtbetrag für ein Buch oder einen Beitrag wird zu gleichen Teilen an die Urheber ausgeschüttet.

Meldeberechtigt sind Urheber/innen, die Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind oder ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben oder Angehörige von Staaten der
Europäischen Union und der Schweiz sind. In der Schweiz bzw. Österreich lebende Urheber/innen müssen ihre Anträge jedoch an die dortigen Stellen richten (Pro Litteris bzw. LITERAR-MECHANA), die mit der VG Wort kooperieren.

Zunächst muss man sich bei der VG Wort allgemein als Urheber/in anmelden. Man bekommt dann eine Kateikartennummer. Der Abschluss eines umfassenden Wahrnehmungsvertrags ist für alle Verlage und Autoren erforderlich, um Ausschüttungen in allen Bereichen erhalten zu können. In den Bereichen Wissenschaft und Texte im Internet (METIS) genügt auch eine Registrierung als Bezugsberechtigte/r. Das heißt noch nicht, dass man auch Mitglied der VG Wort und damit stimmberechtigt ist. Um Mitgliedschaft können sich Autor/innen und Verlage nach drei Jahren bemühen.

FAQs zur Anmeldung seitens der VG Wort sind hier zu finden.

Wann lohnt sich die Anmeldung bei VG Wort?
Die Anmeldung lohnt sich, wenn man nicht nur einmalig, sondern mehrfach im Jahr auch kleinere Sachen in den relevanten Kriterien veröffentlicht, wenn man ein Buch oder etwas anderes Größeres veröffentlicht sowieso. Die Anmeldung bei der VG Wort lohnt sich auch generell bei kleineren Sachen, selbst wenn man sich nicht die Mühe machen will, diese zu melden – man kann teilweise Sachen bis zu drei Jahre zurückliegend angeben und bekommt noch eine Auszahlung. Bei Blogger/innen mit geringeren Zugriffszahlen (Mindestzahlen s. unten) ist es möglicherweise auch zu viel Aufwand, in jeden Artikel Zählmarken einzufügen, in der Hoffnung, dass es vielleicht ein oder zwei schaffen, weil sie auf ungewöhnlich hohes Interesse stoßen oder von einer großen Website verlinkt werden. Anmeldeschluss ist übrigens immer das Jahresende, also der 31.12., und muss per Post erledigt werden, da eine eigenhändige Unterschrift notwendig ist.

Wann muss man die Texte spätestens melden und für welchen Zeitraum kann man sie anzeigen?
Es gibt verschiedene regelmäßige Deadlines pro Jahr für bestimmte Bereiche. Eine Übersicht gibt es hier. Je nach Inhalt und Medium kann man bis drei Jahre zuvor veröffentlichte Texte melden. Dabei gilt immer das Kalenderjahr (Januar bis Dezember).

Wie kann man Text melden?
Meldungen können entweder online über das Portal T.O.M. (Registrierung erforderlch) oder auf Papierformularen erfolgen. Online-Texte können nur über das T.O.M gemeldet werden. Vorsicht: Die Anmeldungen sind unübersichtlich. Man sollte sich vorher anschauen, wo man was melden will und auch etwas Zeit einplanen.

Welche Texte kann man melden?
Generell gilt: Man kann alle Texte in schriftlicher, digitaler und Audioform melden, deren (Mit-)Urheber/in oder Verleger/in man ist. Das gilt nicht für Bilder oder Musik – dafür sind andere Gesellschaften zuständig (s.o.)

Bei Interviews gilt der / die Interviewte als Urheber/in seines / ihres Texts – übersetzt man dessen Aussagen jedoch aus einer Fremdsprache, kann man ggf. sein Urheberrecht an der Übersetzung geltend machen.

Als relevantes Medium gelten Gedrucktes (Buch, Zeitung, Zeischrift u.ä.), Online, Hörfunk und Fernsehen, Podcasts, digitale Offline-Produkte (Texte mit gesprochenem Wort auf CD / DVD) und von Anderen gehaltene Vorträge bzw. Lesungen mit dem eigenen Material. Bestimmte Medien werden jedoch gesondert behandelt (s.u.), und in den verschiedenen inhaltlichen Aufschlüsselungen (Sachbuch, Wissenschaft, Belletristik) werden diese Medien auch unterschiedlich behandelt. Bei Online gilt effektiv nur „Print Online„.

In welchen Bereichen kann man sich anmelden?
Auzahlungen erfolgen verschiedenen Kategorien, die einerseits nach Inhalt, andererseits nach Medium trennen, und ebenso Ausnahmeregelungen auflistet – leider nicht wirklich konsistent und logisch.

Die drei inhaltlichen Kategorien sind:

Die Ausschüttung, an der Autor/innen, Übersetzer/innen, Herausgeber/innen, Bearbeiter/innen und Verlage beteiligt sind, wird hier stichprobenartig in Bibliotheken ermittelt. Die Ergebnisse der letzten drei Jahre werden addiert und gedrittelt. Der Mittelwert bestimmt die Höhe der Ausschüttung. Zusätzlich bekommt jede/r beteiligte Urheber/in bzw. Verlag einen Anteil für die Vervielfältigung.

Eine Meldung durch Autor/innen oder Verlag ist in diesem Bereich nicht notwendig. Die Ausschüttung erfolgt einmal jährlich im Rahmen der Hauptausschüttung. Digitale Offline-Produkte mit entsprechenden Inhalten werden hier gleich behandelt.

Für Autor/innen, deren Werke – z.B. Anthologien und Regionalia – bei der regulären Erhebung nicht erfasst werden, gibt es alle drei Jahre ein Meldeverfahren im Rahmen der Sonderverteilung Bibliothekstantiemen – die nächsten sind 2016 und 2019.

Autor/innen von belletristischen Texten in Anthologien und literarischen Zeitschriften können unabhängig von der Höhe ihrer alljährlichen Ausschüttungen teilnehmen. Übersteigt die auf der Basis dieser Sonderausschüttung errechnete Ausschüttungssumme die Summe der Ausschüttungen für das laufende sowie die beiden vorangegangenen Jahre, erhalten sie den Differenzbetrag.

Die Kriterien entsprechen hier generell den unter Belletristik genannten, nur dass es keine Sondervergütungen gibt. Wichtig ist aber hier: Erstveröffentlichungen wissenschaftlicher Sachliteratur unter müssen unter Wissenschaftliche Publikationen gemeldet werden, um an der Ausschüttung auch im Bereich Wissenschaft teilzuhaben.

Unter diese Bezeichnung fallen Fach- und Sachbücher, kartographische Werke, Loseblatt- und Lieferungswerke sowie Fachbeiträge und -artikel in Fach- und Sachbüchern oder Fachzeitschriften. Die VG Wort zahlt hier eingenommene Beträge für die Nutzung von Texten in wissenschaftlichen Bibliotheken an Autor/innen, Herausgeber/innen, Übersetzer/innen und Verlage aus. Daher ist für die Vergütung eine angemessene Verbreitung in wissenschaftlichen Bibliotheken erforderlich. Autor/innen müssen eine Meldung abgeben, für Verlage beruht die Ausschüttung auf dem Verzeichnis lieferbarer Bücher und auf Eigenmeldungen.

Beiträge werden nach “Normseiten” à 1500 Zeichen vergütet. Meldefähig sind nur Originalbeiträge (auch im Ausland erschienene), bei denen der Mindestumfang von zwei
“Normseiten” (3000 Zeichen im Druck) erreicht ist. Auch bei Büchern gelten nur Originalausgaben – Neuauflagen und Lizenzausgaben sind nur dann meldefähig, wenn
sie in wesentlichen Teilen neu verfasst sind.

Fach- und Sachbücher können bis drei Jahre nach ihrem Erscheinen gemeldet werden – Beiträge in Büchern und Fachzeitschriften jedoch nur zwei Jahre (gilt jeweils für Kalendejahr und inklusive Erscheinungsjahr). Für Fach- und Sachbücher, Loseblattwerke und Lieferungen sowie Beiträge in Fach- und Sachbüchern oder -zeitschriften gibt es Sonderregelungen für so genannte digitale Offline-Produkte (DVD / DCD).

Wer Feude an Merkblättern hat und es genauer wissen will / muss: Hier das Merkblatt Wissenschaft der VG Wort.

Ausnahmeregelungen bestehen bei:

Hier gibt es besondere gesetzlich Regeln, die erlauben, Werke bzw. Teile von Werken ohne die Zustimmung der Urheber zu nutzen.

Für das Anfertigen von Fotokopien in Schulen in Klassenstärke und zu Prüfungszwecken gemäß § 53 Abs. 3 UrhG erhält die VG WORT von den Bundesländern aufgrund der Betreibervergütung nach § 54 c UrhG eine pauschale Vergütung für die Rechteinhaber/innen.

In beiden Fällen müssen Urheber und Verlage hier ebenfalls keine Meldungen machen.

Bei Medien werden vier Kategorien gesondert benannt:

Diese werden monothematischen Fachzeitschriften entgegengesetzt. Hier gelten folgende Regeln:
Die Meldung erfolgt ebenfalls einmal jährlich, gemeldet werden die Anschlagszahlen, abgerechnet wird pro Zeitung/Publikumszeitschrift; bei Presseagenturen die Texte pro Agentur, meldefähig sind alle Publikationen, in denen in diesem Jahr mindestens 10 000 Anschläge veröffentlicht wurden, und Beiträge mit mindestens 900 Anschlägen. Zur nötigen Auflage ist kein Minimum angegben, ebenso gibt es keine Definition des Begriffs jenseits des Genannten. Hier wird die Frist allerdings klar mit dem 31. Januar benannt, und auch der mögliche Zeitraum einer Nachmeldung, nämlich zwei Jahre. Wird die Zeitung / Zeitschrift auch in Form einer DVD oder CD zum Kauf angeboten, sollte man das bei der Meldung angeben, weil dies mit einem Aufschlag bei der Ausschüttung berücksichtigt wird. Sind Publikumszeitschriften in Lesezirkeln vertreten, wird diese Nutzung von der VG WORT automatisch berücksichtigt, falls der Autor eine Presse-Repro-Meldung abgegeben hat (Formular hier / Ausfüllhilfe hier)

Im Bereich Fernsehen werden Tantiemen u.a. für die Möglichkeit der privaten Vervielfältigung im In- und Ausland ausgeschüttet. Das Senderecht selbst wird – mit Ausnahme der Kleinen Senderechte – nicht von der VG Wort wahrgenommen. Aus der Art des Werks, der Sendedauer und der Senderreichweite ergibt sich ein Punktwert, der die Auszahlungssumme bestimmt. Berücksichtigt werden Sender, die innerhalb Deutschlands einen Marktanteil von mindestens 0,8 % erreichen, oder mindestens 1 Million Haushalte. Die Liste der Sender wird jedes Jahr neu ermittelt, 2013 waren es diese.

Hier ist ein Wahrnehmungsvertrags  sowie die Meldung des Films oder Wortbeitrags erforderlich. Der eigene Wortanteil im gemeldeten Sprachwerk muss mindestens eine Minute Sendelänge haben. O-Töne, Zitate, Musik und Co-Autor/innenanteile (Interviewpartner/innen) müssen abgezogen werden. Frist ist hier auch immer der 31. Januar. Bestand damals schon der Wahrnehmungsvertrag, können maximal zwei Vorjahre nachgemeldet werden.

Es gibt spezielle Regelungen für Filme / Serien, Reportagen / Dokumentationen, Magazinsendungen und Kleine Senderechte.

Hier gelten ähnliche Regelungen wie beim Fernsehen. Die Punkte ergeben sich aus Art des Werks, der Sendedauer, der Senderreichweite und der Ausstrahlungshäufigkeit. Der Sender muss eine potentiellern Mindeshörerzahl von 200.000 Haushalten (500.000 Hörer/innen) erreichen. Hier gibt es spezielle Regelungen für Hörspiele / Features / Lesungen, Magazinsendungen und Kleine Senderechte.

Internetradio und Podcasts finden bisher bei der VG Wort noch keine Beachtung – theoretisch würde es unter „Texte im Internet“ fallen, hier geht man aber offenbar von „Print Online“ aus. Für Internetradio und Podcasts gäbe es keine Einnahmen, erklärt die VG Wort das Phänomen.

Für die Merkblattfans hier das Merkblatt Hörfunk.

Hier werden über die VG Wort Vermietung und/oder Verleih abgerechnet. Auch hier muss ein Wahrnehmungsvertrag bestehen. Die Werke müssen einmal gemeldet werden. Danach läuft die Abrechnung automatisch jährlich, solange er bei e-base als lieferbares Leihmedium aufgeführt ist. Gemeldet werden können u.a. Originaldrehbücher, bearbeitete Quellen (z.B. Roman), Synchron- und Rohübersetzungen, Untertitel, Wortanteile in Wissenschafts- und Fortbildungsvideos etc. Ausleihen über Landesbildstellen oder über das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) und ähnliche Institutionen sowie Vorführungen in Schulen und Museen werden anders abgerechnet und können so nicht gemeldet werden, ebenso wie Kaufmedien. Ausgeschlossen ist auch der pornografisch Bereich, weil es hier gesetzliche Einschränkungen des Vertriebs gibt.

Die einzelnen Sprachbeiträge werden entsprechend dem Verteilungsplan bewertet. Gemeldet wird bis spätestens 31. Januar.

Hier werden nur einmalige Tantiemen für die Möglichkeit der privaten Vervielfältigung ausgeschüttet. Nach Erscheinen muss das Hörbuch, von dem mindestens 500 Exemplare verkauft worden sein müssen, von Autor/in, Bearbeiter/in (keine redaktionelle Bearbeitung), Herausgeber/in, Übersetzer/in sowie dem lizenzgebenden Verlag gemeldet werden.

Hier geht es um die Vorträge der eigenen Texte durch Andere. Diese werden von den Veranstalter/innen gemeldet. Texte, die man selbst zum Besten gibt, können nicht gemeldet werden.

Um meldefähig zu sein, müssen Texte (auch PDFs), die im Internet erscheinen, frei einsehbar sein und eine minimale Anzahl an Zeichen erreichen (ab 1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht besonders viel). Allerdings müssen auch 1500 Aufrufe (Visits) pro Jahr (Dezember bis Januar) nachgewiesen sein, die und nicht von Bots und anderen Maschinen stammen und nicht aus dem Ausland (Proxyserver kennt man offenbar noch nicht). Bei Texten über 10 000 Zeichen kann auch schon die Hälfte der Zugriffe genügen, bei Lyrik zählt auch eine geringere Zeichenzahl. Dazu muss man Zählmarken in jeden Text einfügen. Diese Marken bekommt man von der VG-Wort. Dies müssen dann fristgerecht ergänzend ausgefüllt an die VG Wort gemeldet werden – der reine Einbau der Zählermarke reicht nicht aus. Genauere Informationen, was die Zählmarken sind, wie man sie einbaut und meldet gibt es hier.

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Printdenken vs. Internetdenken – wie nutzt man die Möglichkeiten des Internets richtig?

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Vielfach wird noch nicht verstanden, dass das Internet ein Medium ist, das anders funktioniert als ein Print-Magazin. Es ist anders, und zudem bietet es auch mehr Möglichkeiten. Papier bearbeitet man auch nicht mit Hammer und Meißel wie einen Stein, gesprochene Texte in Radio und Fernsehen behandelt man anders als geschriebene Texte, so ist auch der Übergang von Print zu Internet der zu einem neuen Medium, das seine eigenen Regeln hat.

Ein paar Hauptpunkte, die ich unten an zwei Beispielen erläutern will sind:

  • Das Internet ist nicht statisch, sondern dynamisch. Eine Webpräsenz, die gepflegt ist, verändert sich stetig, während ein Buch, eine Zeitung oder ein Magazin so bleibt wie es ist, wenn es einmal veröffentlicht ist. Bei einer Webpräsenz kommen immer neue Inhalte dazu, ebenso neue Funktionalitäten und alle paar Jahre auch ein – technisch, aber möglicherweise auch im Design – aktuelleres Layout. Das betrifft dann auch die alten Seiten.
  • Der Hyperlink ist ein entscheidendes Feature einer Publikation im Netz. Ein Artikel im Web ist erst richtig dort, wenn er auch mit anderen Artikeln im Netz verbunden ist, also im wörtlichen Sinne in ein Netz eingebunden ist (mehr dazu unten). Auch die Artikel und Infos innerhalb der eigenen Seiten sollten – natürlich nur da, wo es passt – untereinander verlinkt sein.
  • Alle im Netz zur Verfügung stehenden Medien sollten genutzt werden. Eine Publikation im Netz ist nicht Print online, sondern auch Fernsehen und Radio. So gehören zu einer Netzpublikation auch Video und Audio. Das Nutzungsverhalten im Internet ist auch anders, so dass lange, unübersichtliche Texte oft nicht entsprechend angenommen werden.
  • Eine Netzpublikation ist nicht nur über Hyperlinks mit anderen Seiten verbunden, sondern auch über Social Media mit potentiell Interessierten. Das beinhaltet auch eine Diskussion mit den Leser/innen im Idealfall auf Augenhöhe, wie es sie früher nicht gab (was nicht heißt, dass man diese „Diskussionen“ auch manchmal unterbinden muss und darf).

Ich habe mich in letzter Zeit mit zwei Publikationen befasst, die an sich eine gute Idee sind, aber zumindest in ihrer Funktionalität im Internet scheitern, weil sie noch dem Printdenken verhaftet sind. Eine davon erscheint tatsächlich als – übrigens sehr gut gemachtes – Print-Magazin, die andere ist von Anfang an als Online-Projekt gestartet, wo dieses Herangehen dann besonders fatal ist.

trenntmagazin

Beispiel 1: Das TrenntMagazin

Zunächst möchte ich beispielhaft das TrenntMagazin anschauen. Dieses Printmagazin wird im Auftrag der Berliner Stadtreinigung von einer Werbeagentur erstellt. Wie allgemein die Außendarstellung der BSR beispielhaft gelungen ist, ist auch das Magazin im Gegensatz zu vielen Magazinen von Organisationen und Firmen wirklich sehr lesenswert und schön aufgemacht. Dafür hat es auch gerade einen Preis gewonnen. Es erscheint vier Mal im Jahr. Alle Artikel aus der Printausgabe sind auch auf einer sehr schön gemachten Website online zu finden. Das TrenntMagazin ist auch bei allen gängigen Social Media zu finden.

Das ist alles eine super Grundlage – aber jetzt kommen die Haken. Drei Sachen könnten der Popularität des Magazins und der Verbreitung der Inhalte enorm helfen:

1. Eine stärkere Präsenz in den Social Media. Hier wird nur Facebook bedient, und das nur sporadisch. Ohne viel Zusatzarbeit könnte man die gleichen Infos auch auf Google+ und Twitter posten, die jeweils ihre eigenen Leser/innengemeinden haben und somit mehr Leute erreichen. Zudem ist es angebracht, regelmäßig zu posten, weil man so besser in Kontakt mit den Interessent/innen bleibt. Auch sollte der Ton der Postings und der Diskussion sachlich, aber entspannt und nicht extrem formal sein (mehr zur Betreung von Social Media hier).

2. Kurzmeldungen direkt fürs Web. Ebenfalls mit realtiv wenig Kosten könnte man regelmäßige aktuelle Kurzmeldungen oder überhaupt Kurzmeldungen fürs Web erstellen bzw. die von der BSR übernehmen und so die Verbindung zum Unternehmen noch einmal herstellen (und Kosten sparen). Welchen Vorteil bringt das? Mehrere: Einerseits wird im Web anders gelesen als in einer Printpublikation. So lesen die meisten Internetnutzer/innen eher Kurzmeldungen mit knackigen Infos als lange, ausführliche Texte. Die Gestaltung der Texte ist auch anders (z.B. mehr Zwischenüberschriften, die das Lesen am Bildschirm erleichtern) und vor allem kann man weitere Medien einsetzen, wie Videos und Audio. Mit mehr Content auf der Seite wird man auc über Suchmaschinen besser gefunden – auch anspruchsvolle Kurzmeldungen lassen sich schneller erstellen als eine ausführiche Reportage. Zudem wird die Seite so häufiger angeklickt, was ebenfalls bei den Suchmaschinen zu einer Auflistung unter den ersten Ergebnissen verhilft. Das ist wichtig, weil viele Leute nach Themen eben über diese Suchen. Und ein hochgradig unterschätzte Sache ist bei allen, die dem alten Printdenken anhängen etwas, was das Publizieren im Netz zentral ausmacht: Der Hyperlink.

3. Hyperlinks setzen Hyperlinks sind eine viel missachtete Grundlage des Publizierens im Netz. Wenn man das vergisst, setzt man einfach einen Printtext ins Netz, und beachtet die Tatsache nicht, dass man in einem neuen, anderen Medium arbeitet. Darum heißt es Netz, weil es ums Verneten geht: Ein Text, der nicht mit anderen Texten verbunden ist ist quasi kein Teil des Internets, auch wenn er da technisch drinsteht. Über Hyperlinks erfahren die Leser/innen Hintergründe zu Teilaspekten, die im Text nicht genauer beleuchtet werden können, aber an anderer Stelle im Netz genauer erklärt werden. Das ist sehr hilfreich, wenn man sich mit einem Thema vielleicht nicht so gut auskennt oder auch ein Wort und dessen genaue Bedeutung, wie z.B. „Upcycling“ nicht genau versteht. Andere Texte verweisen wiederum auf den eigenen Text, weil er eben Hintergrundinfos zu etwas liefert, was dort nicht genau erklärt werden soll / kann. Wenn ich z.B. auf meiner Seite Plan A(lternative) etwas zum Kompostieren in der eigenen Wohnung schreibe, werde ich erwähnen, dass Berlin eine Vorbildliche Biomüllentsorgung hat, und dabei mit einem Link auf den entsprechenden Artikel im TrenntMagazin verweisen.

Viele Zeitungen und Magazine, die ihre Inhalte auch online anbieten, haben das Prinzip, was auch ihnen anfänglich schwer fiel, inzwischen verstanden. Vorbildlich ist hier z.B. Zeit Online und auch schon länger SPEX.de, auch in der Social-Media-Nutzung vorbildlich. Das ganze schaffen letztere auch mit einem deutlich kleineren Etat als die vor einiger Zeit teuer – aber nützlich – generalüberholte Zeit-Webpräsenz, für die zudem noch ein ganzes Team an Social-Media-Mitarbeiter/innen bereit steht.

futurzwei

Beispiel 2: Futurzwei

Futurzwei ist ein Online-Projekt des Sozialwissenschaftlers Harald Welzer, das von Mäzenen finanziert wird. Hier geht es darum, Geschichten über Menschen zu sammeln, die in ihrem Leben und Handeln vorbildlich in puncto Nachhaltigkeit sind.

Tolle Idee, und da Welzer bekannt ist und zudem finanziell unterstützt wird, sind die Startvoraussetzungen besser als bei den meisten anderen Webprojekten. Er kann Mitarbeiter/innen für die Texte bezahlen und bekam für den Seitenlaunch Beachtung in allen großen Medien. Leider wurde hier Printdenken auf eine Website angewandt, die gar nicht im Print erscheint. So hat man sich die Möglichkeit verspielt, gleich zu der Popularität zu gelangen, die so möglich gewesen wäre. Und dabei geht es gar nicht darum, mit billigen Inhalten oder anderen Tricks möglichst viele Leser/innen auf die Seite zu locken – sondern mit einer ansprechenden Gestaltung gute Inhalte and den Mann bzw. die Frau zu bringen. Frühe Kritik von Webexperten verhallte offenbar ungehört.

„Anders sein“ heißt nicht, alte Konzepte auf ein neues Medium zu übertragen, „gegen Konsum“ nicht, dass man es den Leser/innen unnötig schwer machen muss, die Seite zu bedienen, Artikel überhaupt zu finden und dann ganz zu lesen. Das ist leider bei FuturZwei der Fall.

1. Design Absicht von FuturZwei ist es, ein Archiv für die Zukunft anzulegen. Warum zu Kuckuck allerdings mit Frakturschrift und Packpapierdesign? Und mit einem Gestaltungskonzept, dass ca. fünf Jahre vor dem Launch von FuturZwei up to date war? Will man den Stand der Dinge dokumentieren, muss man entweder konsequent ein Design verwenden, das in der Anfangszeit des Internets üblich war, wie es z.B. Fefes Blog tut. Fefe ist übrigens auch einer der Wenigen, die sich erlauben kann, konsequent nicht in den Social Media vertreten zu sein, denn er ist in seiner Gemeinde sehr bekannt und deren Mitglieder verlinken seine Artikel auf ihren Präsenzen. Zudem schreibt er immer wieder besondere Artikel, die von den Internetfans freiwillig aufgegriffen werden, weil er was zu sagen hat.

Eine zweite Möglichkeit wäre gewesen, ein Design zu wählen, was genau zur Entstehungszeit des Blogs cutting edge ist. Da muss man sich keine Sorgen machen – das ist in kürzester Zeit retro. Webdesign ändert sich nicht nur aufgrund von Modetrends, sondern auch neuen technischen Entwicklungen und besseren Möglichkeiten und Ideen zur übersichtlichen und funktionalen Gestaltung relativ schnell. Und anders als bei einem Buch sieht eine Seite, ein Artikel, den man einmal gestaltet hat nicht für immer so aus. Es ist eben das Tolle am Webdesign, dass man die Seite insgesamt zur gegeben Zeit dem neuesten Stand der Entwicklung anpassen kann (und auch bis auf kuriose Ausnahmefälle muss, um seine Leser/innenschaft zu behalten). Das war bis Ende der Nuller Jahre noch nicht so einfach möglich. Aus dieser Zeit finden sich dann auch von heute sehr aktuell gestalteten Websiten kuriose Überbleibsel online, wo der Aufwand der Übertragung auf die aktuellen Seiten damals offenbar noch zu groß war, z.B. bei der BBC (alt / neu).

Meine Idee für eine Seite, die möglichst zeitlos wirken soll, wäre ein ganz schlichtes Layout, aber mit allen Möglichkeiten, die das Websdesign heute zu bieten hat. Die lässt sich dann auch relativ unauffällig updaten, wenn es wieder an der Zeit ist. Überhaupt ist auch eine Website etwas „lebendiges“, und eine Veränderung auch des Designs und der Funktionalität gehört dazu.

2. Funktionalität Die Menschen dazu anzuregen, mehr selber aktiv zu werden und nicht einfach zu konsumieren, ist eine tolle Sache. Ob es dann allerdings der kluge Weg ist, die Navigation und Übersichtlichkeit der eigenen Website so zu verkomplizieren, dass sich die geneigten Leser/innen erstmal daran abarbeiten, ehe sie – wenn sie es denn schaffen – an die Inhalte kommen, ist eher fraglich. Das ist eben auch eine Errungenschaften des modernen Weblayouts, dass man die Inhalte schnell findet, gut lesen kann und auch einen Überblick hat, was die Seite so anbietet, verwandte Artikel findet etc.. Ansonsten ist der Erfolg höchstens weniger „Konsum“ dessen, was man eigentlich mitteilen möchte – 99% der Leute wird das nämlich zu blöd sein und sie werden die Seite wieder verlassen. Damit hat man nichts erreicht – da muss man etwas kreativer werden und z.B. in den Artikeln Anregungen geben, selber aktiv zu werden, oder Möglichkeiten zum Mitmachen anbieten, wie z.B. über Communitys / Foren, von Leser/innen verfasste Artikel, Kommentarfunktionen etc.

Auch hier wäre die völlige Ignoranz gegenüber Hyperlinks, Textlänge, -aufbau und -gestaltung sowie die Absenz in den Social Media anzumerken, die keinswegs innovativ oder im guten Sinnen „anders“ ist. Dazu habe ich aber oben schon etwas geschrieben und zwei positive Beispiele einmal mit wenig und einmal mit viel Etat aufgeführt.

Wenn Sie Beratung für Ihr Webkonzept wünschen, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung – wenn Sie ein Gesamtpaket wünschen, gern auch in Zusammenarbeit mit einem guten Programmierer (Kontakt).

Seien Sie der oder die Erste!

Wie gestalte und nutze ich einen eventbegleitenden Blog?

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Veranstaltungen über Social Media live zu begleiten ist inzwischen schon relativ gängig – ein paar Bilder, Infos und Links über Facebook, Twitter und Co. Sie sind für den Moment gedacht. Häufiger wird auch den Wunsch geäußert, das in einem eigenen Blog zu tun, der ggf. in eine separate Seite für das Event eingebettet ist. Das hat den Vorteile: Sie ist für alle im Netz zu sehen, nicht nur für die Nutzer/innen der jeweiligen Social Media, man kann mehr Informationen besser festhalten und verbinden und diese sind leichte wieder auffindbar und verschwinden nicht einfach im Stream. Zudem kann man ihn später als Veranstaltungsdokumentation und -archiv benutzen und einfach darauf zurückgreifen.

Ein Blog ist qua Definition eine fortlaufende, zusammenhängende Veröffentlichung im Netz, die aus einzelnen Beiträgen oder Einträgen, (Blog-)Posts genannt, besteht. So muss man vorher einige Überlegungen anstellen um zu sehen, ob einen Event-Blog a) überhaupt sinnvoll ist, und b) wie man ihn dem Zweck entsprechend gestaltet.

Unter welchen Voraussetzungen ist ein Eventblog überhaupt sinnvoll?

  • Die Veranstaltung geht über mehrere Tage, oder länger und umfasst mehrere Einzelevents. Das kann zum Beispiel eine umfangreichere Konferenz zu einem Überthema oder eine Veranstaltungsreihe sein. Für einen einfachen Liveblog für ein Ereignis oder auch Post zu einem Event nutzt man sinnvoller Weise vorhandene Seiten – z.B. wie hier.
  • Das Zielpublikum ist online-affin und nutzt diese Webdokumentation auch, eventuell im Zusammenhang mit einem Live-Stream.
  • Man hat inhaltlich etwas zu sagen, dass einen Blog überhaupt interessant macht (mehr dazu weiter unten). Man muss sich die Frage stellen: Wozu will ich den Blog genau benutzen? Will ich nur Temine und aktuelle Orga-Infos bekannt geben? Oder will ich in dem Blog die Veranstaltung dokumentieren, zusätzliche inhaltliche Informationen und Hintergründe darstellen, sie nach Außen sichtbar machen, und später als Dokumentation / Archiv bewahren?
  • Es ist entweder Fachpersonal vorhanden oder ein Budget, um dieses extern zu bezahlen. Um einen Eventblog zu gestalten benötigt man ein gewisses Know How – das kann nicht einfach der Praktikant nebenbei machen. Es ist besser, kein Eventblog zu machen als ein unprofessionellen. Termine wie Raumänderungen etc. kann man auch über die Sozialen Netzwerke bekanntgeben, oder man nutzt Plattformen wie mixxt.de, um Organisatorisches jenseits einer eigenen Website und interner Kommunikation zu erledigen (Beispiel: Barcamp Frauen).
  • Wie richtet man einen Eventblog ein?

    Zentral ist die Anbindung an vorhandene Websites, weil sonst der Blog nicht gefunden wird. Man muss an Stellen in der eigenen Website, die von den Interessierten auch gelesen werden, auf den Blog hinweisen, auf der Startseite, im Seitenstreifen, in der Ankündigung etc., ebenso über alle schon genutzten Social Media Kanäle.

    Technisches

    Eine Möglichkeit ist es, den Blog unter einer vorhandenen Domain einzurichten. Unter gängigen Content Management Systemen wie WordPress ist es erstmal nicht möglich, mehr als einen Blog einzurichten. Der wird dann meistens für aktuelle Informationen auf der Startseite oder eine „News“-Kategorie genutzt. Hier kann man allerdings, wenn man nicht es nicht richtig kompliziert machen will, Tags und Kategorien benutzen und diese unter einer neuen Kategorie mit dem Eventnamen auf dem Blog anbieten, so dass dort nur die Einträge zum Event erscheinen (am einfachsten wie in diesem Beispiel, was sich allerdings weniger für schon vorhandene Seiten mit Blog eignet). Das ist eine wenig aufwendige und nicht die schlechteste Lösung.

    Die eleganteste Lösung für eng mit einer Website verbundene Events ist die Einrichtung des Blog unter einer Subdomain dieser Seite, z.B. http://re-publica.de/http://12.re-publica.de/ (wobei in diesem Fall zusätzlich zu einer Subdomain noch eine Kategorie „Blog“ hinzugefügt wurde → http://12.re-publica.de/blog/) (Mehr zu Subdomains hier).

    Man kann auch eine neue Domain (für die man dann auch extra zahlen muss) für den Blog und ggf. das Archiv einrichten, die dann einen eindeutigen, leicht zu merkenden Namen bekommen sollte, oder man nutzt Plattformen von Anbietern wie WordPress.com oder Blogspot, die sich schneller und unkomplizierter nutzen lassen. Dann sieht die URL z.B. so aus: http://thespacebetweenusberlinstuttgart.wordpress.com/ (mehr dazu hier). Getrennte Websites empfehlen sich, wenn z.B. externe Blogbetreiber/innen nicht das Passwort der Hauptseite bekommen sollen oder generell zu viel Unübersichtlichkeit droht. Diesen externen Blog sollte man dann mit der Hauptseite der Organisator/innen und den Hinweisen zum Event dort verlinkt, ihn vielleicht sogar in einem Eintrag und / oder einem Link im Seitenstreifen bewerben, so dass die interessierten Leser diesen Blog auch finden. Wichtig ist auch, über vorhandene Social-Media-Kanäle auf die Existenz des Blog zu informieren. Mehr dazu, wie man einen Blog einrichtet hier.)

    Zeitrahmen und Design

    Der Blog sollte vor dem Start des Events fertig sein und beworben werden und während des Events mit aktuellen Infos befüllt werden. Danach dient er als Dokumentation. Man sollte sich vor dem Einrichten sehr genau überlegen, wie man den Blog nutzen will Im Idealfall überlegt man sich schon vorher. Wie will ich den Blog eventbegleitend nutzen und wie soll er als Archiv funktionieren? Dementsprechend müssen die Tags, Kategorien und Verlinkungen erstellt werden – man denkt also gleichzeitig das Aktuelle und das Danach. Die grafische Gestaltung sollte nicht nur übersichtlich und ansprechend sein, sondern auch optisch den Zusammenhang zur Hauptseite des Veranstalters herstellen bzw. ein eigenes passendes ansprechendes Design haben, was ggf. für andere Eventblogs des Veranstalters übernommen wird.

    Für einen einfachen Eventblog bietet sich meistens ein klassischer einspaltiger Blog an, wo die aktuellen Posts am weitesten oben stehen. In einer Seitenspalte können nützliche Links und Informationen statisch angegeben werden, ebenso in der Kategorienspalte Links zu statischen Seiten mit Informationen, die für die ganze Zeit Relevanz haben, wie z.B. Programm- und Zeitplan, Rednerliste, zu den Tickets und worum es bei dem Event überhaupt geht. Und natürlich auch ein Hinweis auf das Livestreaming, wenn es so etwas gibt. Man kann sich auch überlegen, ob man die Teilnehmer/innen jenseits der Kommentarfunktion zum Partizipieren am Blog anregen möchte, z.B. über eine Community. Hier ist allerdings auch wieder die Frage, ob das Überhaupt funktionieren kann im entsprechenden Rahmen und ob sich der zusätzliche Aufwand lohnt.

    Ein gelungenes, durchdachtes und professionell gemachtes Beispiel ist hier z.B. der Blog der Bloggerkonferenz re:publica. Allerdings wurde dieser nicht als Archiv für die Republica-Seite benutzt: Die findet sich gesondert, mit eigenen Inhalten, unter der Kategorie „Archive“ auf der Hauptseite der Re:publica. Deutlich spartanischer gibt sich da der Chaos Computer Club, der einen Blog für Events betreibt, bei dem es offensichtlich nicht um die Außenwirkung, sondern die pure Information für die Mitglieder bzw. Teilnehmer/innen geht.

    republica

    republica blog 2

    Beim Projekt „Überlebenskunst“, das im Haus der Kulturen der Welt stattfand, aber von einer eigenständigen Gruppe organisiert wurde, gab es eine Blog, http://www.ueber-lebenskunst.org/ der zu einem übersichtlichen Archiv umgewandelt wurde. Hier kann man die einzelnen Themen sehr gut finden. Schwachstelle: Auf der Hauptseite des HKW wird auf die Originaleinträge des Blogs verlinkt, die aber offenbar gelöscht wurden, so dass die Links von der HKW-Seite ins Leere gehen. Die richtige Lösung wäre es gewesen, die jeweiligen Einträge stehen zu lassen und von dort auf die Seiten im Archiv zu verweisen.

    ueberlebenskust

    Was passiert, wenn man dem Blog nicht genug Beachtung schenkt und sich vorher kein richtiges Konzept überlegt zeigt ein anderes Beispiel aus dem HKW, das eine tolle Gelegenheit für einen wunderbaren Eventblog verschenkt hat, der später zu einem viel genutzten Archiv hätte werden lassen können. Die Ausstellung / Konferenz „Kalifornien und das Verschwinden des Aussen“ fand im Rahmen des auf zwei Jahre angelegten Anthropozän-Projekts statt. Hier wurde der begleitende Blog unter „System Erde“ als studentisches Projekt durchgeführt, ohne weiterschauende Planung und Einbindung in ein Gesamtkonzept. Die grafische und inhaltliche Gestaltung sind ebensowenig gelungen: Der Blog ist flüchtig eingerichtet, unübersichtlich, es fehlen wichtige Informationen im Seitenstreifen und die Texte sind für Blogeinträge zu lang bzw. der Zusammenhang zum Ausstellungsinhalt unklar. Überhaupt wird nicht klar, wozu jetzt eigentlich der Blog da ist und grafisch fehlt eine „Corporate Identity“. Es wurde auch kein Archiv erstellt – das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber bietet sich an, wenn man sich schon einmal die Arbeit gemacht hat, so viel Material zusammen zu tragen. Auch wurde so das Lernziel der Studierenden nicht erfüllt, da sie nicht wirklich etwas über das Bloggen gelernt haben. Dazu gehört eben mehr als Texte online stellen.

    Hier hätte sich ein durchdachtes Blogkonzept für das ganze, mehrjährige Projekt mit den verschiedenen Veranstaltungen, in deren Rahmen es wieder einzelne Veranstaltungen gibt, nahezu aufgedrängt. Es hätte die einzelnen Teile zusammengeführt und verbunden. Durch die mehrfache Verwendung für die einzelnen Ausstellungen / Konferenzen wäre es ökonomisch effektiv gewesen. Zudem wurde schon Geld investiert, um diverse Medien zu nutzen, die das Event zu dokumentieren. Das wäre Füllstoff für einen entsprechenden Blog gewesen – jetzt stehen sie verloren im Raum: Auf der Facebookseite wurden interessante Videos zum Thema gepostet, die sich teilweise auch in den Ankündigungen des Events auf der Hauptseite des HKW wiederfinden. Es wurden Videointerviews gemacht, die auf einem eigenen Youtube-Kanal zum Anthropozän-Projekt zusammengefasst sind. Der freie Radiosender reboot.fm, der im Haus ansässig ist, dokumentierte die Konferenz – diese Aufnahmen finden sich auf der Soundcloud-Seite des Senders und wurden später auch auf den Ankündigungsseiten verlinkt.

    In einem Blog hätte man all dies zusammenführen können, und so schon während der Ausstellung durch das Blogging mehr Interessanten aufmerksam machen und an sich binden können, die das Haus zu den jeweiligen oder darauffolgenden Veranstaltungen zu besuchen. Zudem hätte man ein wunderbares Archiv erstellen können, das sich ebenfalls positiv auf das Renommee des Hauses auswirkt und immer wieder Interessierte auf dessen Arbeit aufmerksam macht. Vorsichtig ist allerdings bei solchen Blogs bezüglich des Copyrights angesagt – das sollte im Zweifelsfall mit den Inhabern abgestimmt werden.

    Welche Inhalte stelle ich auf den Event-Blog?

    In den Event-Blog selber gehören vor allem aktuelle Informationen, die sich auf die Veranstaltungen beziehen. Das können neben Fotos, Audios, Videos und Rezensionen gerade abgelaufener Ereignisse z.B. Hinweistexte zu einzelnen Veranstaltungen sein, die diese genauer beschreiben und Lust darauf machen. Dazu können auch Hintergrundinformationen gehören. Jedoch sollten die Blogeinträge zwar Substanz haben, aber nicht zu lang sein: Ausführliche Essays sollten einen gesonderten Platz bekommen und durch einen Blogeintrag nur auf sie hingewiesen werden. Oder man kennzeichnet sie durch eine eigene Rubrik, die gleich zu Beginn ersichtlich ist. Generell bietet es sich bei einem Eventblog an, mit möglichst vielen Medien zu arbeiten: Neben Text eben auch Fotos, Video und Audio. Das macht den Blog neben den Texten interessant und lädt Leute ein, sich das auch anzuschauen. Zudem sollten Blogeinträge generell gut strukturiert sein, mit Zwischenüberschriften und auch deutlich abgehobenen Hinweisen auf den Termin und weitergehende Links. Mehr dazu, wie man einen Blogbeitrag gestaltet hier.

    Auf neue Blogeinträge sollte immer über die Sozialen Netzwerke hingewiesen werden – so werden auch immer wieder neue Leser/innen auf den Blog aufmerksam, wer den Blog schon kennt wird erinnert, wieder reinzuschauen und auf Neues aufmerksam gemacht. Über die sozialen Netzwerke können auch Terminänderungen etc. bekannt gegeben werden. Hier ist dann auch die Frage, ob man eine neue Seite in den Social Media einrichtet oder vorhandene der Veranstalter/innen nutzt. Ersteres bietet sich nur bei Veranstaltungen an, die über einen längeren Zeitraum gehen bei denen es kontinuierlich News gibt, oder für die sich kein anderer passender Social Media Kanal findet. Auf jeden Fall sollte hier ebenfalls immer auf der Hauptseite der Veranstalter/innen bzw. Teilnehmer/innen auf die Existenz des Blogs und ggf. der separaten Social Media Seiten hingewiesen werden. Wie man Facebookseiten gestaltet ist hier beschrieben.

    Wen soll ich mit dem Eventblogging beauftragen?

    Vielfach wird die Bedeutung der Außenwirkung von Bloggen und Social Media massiv unterschätzt und die Betreuung deshalb gern Praktikant/innen übertragen, oder auch unterbeschäftigen Mitarbeiter/innen, die das „nebenbei“ machen sollen und weder die benötigte Zeit noch die nötige Qualifikation und Erfahrung mitbringen.

    Für die Konzeption ist, soll sie professionell und ansprechend wirken, wie auch bei anderen Dingen, Fachpersonal notwendig. Neben dem professionellen Grundkonzept, dass von diesen entworfen wird, sollten Mitarbeiter/innen zumindest auch eine professionelle Schulung bekommen.

    Diese Investition lohnt sich nicht nur für das allgemeine Image, sondern lockt Interessierte zu den Veranstaltungen bzw. Folgeveranstaltungen der entsprechenden Organisatoren, die sich so als kompetent präsentieren können. Zudem macht es mehr Leute auf die Veranstaltung, das Thema und die dahinter stehende Organisation aufmerksam. Zudem könne ausgearbeitete und bewährte Konzepte immer wieder verwendet und ggf. dabei sogar noch verbessert werden.

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    Der eigene Blog – richtig schreiben und gestalten

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    Was ist ein Blog?

    Ein Blog (laut Duden männlich oder sächlich, der oder das) ist eine fortlaufende, zusammenhängende Veröffentlichung im Netz, die aus einzelnen Beiträgen oder Einträgen, (Blog-)Posts genannt, besteht. Ein Blog ist wie eine Website unter einer URL, einer Internetadresse, zu finden.

    Blogs, die Mitte der 1990er entstanden sind und ab Anfang der 2000er rasant populär wurden, werden oft als „Online-Tagebücher“ bezeichnet, weil der Schreibstil informell und persönlich war. Sie haben sich inzwischen jedoch zu vielfältigen Formen entwickelt und werden für verschiedene Zwecke genutzt. Sie bewegen sich zwischen Journalismus und Literatur, zwischen Persönlichem, Information und in den letzten Jahren auch immer mehr dem Verkauf.

    Klassischer Blog: Cem Basmans "Sprechblase" / Screenshot

    Klassischer Blog: Cem Basmans „Sprechblase“ / Screenshot

    Wann ist es sinnvoll, einen Blog zu machen?

    Bloggen ist ein dynamischer Prozess, der sich fortlaufend gestaltet und eine soziale Anbindung im Netz benötigt. Ein Blog dient dazu, Gedanken oder Informationen mit anderen zu teilen und sich auszutauschen. Durch Kommentarfunktion und Verlinkungen ist er interaktiv. Wichtig ist, sich über ein paar Grundvorraussetzungen Gedanken zu machen und zu überlegen, was man mit dem Blog erreichen will – dazu auch ein paar Anregungen im Blog von Dirk Deimke.

    Blogs können sinnvoll genutzt werden als:

  • „Tagebuch“, in dem man seine Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen mit der Welt teilt – von persönlich bis politisch, meist in klassischer Blogform, oft von einen Bloganbieter gehoset (Beispiel: Sprechblase von Cem Basman)
  • fortlaufende Informationen zu einem Thema entweder aus persönlichem Interesse und / oder als Service bzw. Produktwerbung; als klassischer Blog, Internetmagazin (Beispiel: Plan A(lternative)) oder Blog in einer statischen Website (Beispiel: Wortbetrieb.de -> Blog unter „Aktuelles“)
  • Bedingt: Event- oder als Reisetagebuch (Gelungenes Beispiel: Das „Tagebuch„, das auf der Seite von Datscha-Radio integriert wurde, die mit statischen Seiten und einem fortlaufenden Blog als Startseite arbeitet; mehr zu Eventblogs hier.)
  • Plan A. - eine Website mit einem modernen Magazine-Theme

    Plan A. – eine Website mit einem modernen Magazine-Theme

    Sprache in Blogs

    Ea gibt keine Vorschrift, wie man in Blogs schreiben „muss“. Die Sprache in Blogs ist so unterschiedlich wie ihre Verwendungen. Traditionell ist sie aufgrund ihrer ursprünglichen Funktion als Meinungsbekundung einer Einzelperson subjektiv und persönlich. Häufig wurde und wird aus der „Ich“-Perspektive erzählt. Ein wenig davon hat sich auch in formaleren Blogs erhalten, Marketing setzt sogar auf diese legere Form, um sich vermeintlich persönlich an die Kunden zu wenden. Und sogar auf den Journalismus allgemein hat das „Lockere“ etwas abgefärbt. Dieser sieht sich traditionell – abhängig von der journalistischen Form – als möglichst „objektiv“. Im Gegensatz zum professionellen Journalismus, wie er von Zeitungen, Zeitschriften und im Rundfunk betrieben wird, sind auch journalistisch orientierte Blogs bis heute subjektiver. Sie stellen zumeist die persönliche Sicht des Autors / der Autorin dar, während auch subjektive journalistische Formen wie der Kommentar bemüht sind, das Gesamtbild des Themas zu betrachten.

    Auch wenn sich Blogs heute zu einer wichtigen Ergänzung der kriselnden professionellen Medien entwickelt haben, können sie nur bestimmte Dinge leisten. Zumeist handelt es sich um Einzelautor/innen oder kleine Redaktionen, die wenn überhaupt nur in seltensten Fällen für ihre Arbeit annähernd adäquat bezahlt werden. Für die meisten ist es eine Freizeitbeschäftigung. Und selbst kleine Redaktionen und „Blogprofis“ können sich intensive Recherche vor Ort und andere aufwendige journalistische Arbeit zeitlich und finanziell nicht leisten.

    Beginn einer Blogpost mit analytischen Betrachtungen zu Persönlichem und Gesellschaftlichem

    Beginn einer Blogpost mit analytischen Betrachtungen zu Persönlichem und Gesellschaftlichem

    Abgesehen von Zweck und personellen / finanziellen Möglichkeiten beeinflusst das Medium die Sprache und Gestaltung von Blogposts. Online funktioniert anders als Print, auch wenn das vielfach nicht beachtet wird und Blogs Printartikel im Internet veröffentlichen.

    Zum einen verhalten sich die Leser/innen anders: Sie sind weniger aufmerksam. So sind kürzere Texte für’s Netz tendenziell geeigneter, was auch der Zeitökonomie vieler Blogschreiber/innen entgegenkommt. Überschriften sollten weniger poetisch als wie eine Betreffzeile formuliert werden, um überhaupt zum anklicken einzuladen. Auch die optische Textgestaltung sollte zum Weiterlesen animieren, indem der Text durch Absätze, Zwischenüberschriften und Bilder aufgelockert wird. Und natürlich sollte auch der Text so geschrieben und aufgebaut sein, dass die Leser/innen dranbleiben.

    Im Positiven bringt die Veröffentlichung im Netz viel mehr Möglichkeiten einen „Text“ zu gestalten. Hier können nicht nur, sondern sollten möglichst alle Dinge, die das Netz bereithält genutzt werden: Zentral ist es, mit Hyperlinks zu arbeiten, um den Text zu vernetzen – innerhalb des Blogs mit verwandten Themen und auch außerhalb zu Hintergründen oder Erklärungen zu unbekannten Begriffen, soweit für den Text nicht zentral, Belegen für Aussagen, Quellen und weiterführenden Informationen. So wird das Posting und der gesamte Blog zum Teil der Erzählung zum Thema im Internet. Die Links kann man unter die entsprechenden Begriffe im Text legen und ggf. die wichtigsten unter dem Text noch einmal gesondert angeben. Hier sollte man allerdings maßhalten und nur wirklich relevante Links setzen.

    Zudem kann man neben Bildern auch Audio und Video in den Text einfügen. So spart man sich, so man will, auch viele textliche Ausführungen darüber, wie sich Dinge anhören oder wie sie aussehen. Wenn man allerdings einen Blog barrierefrei gestalten will, sollte man das für blinde bzw. gehörlose Nutzer/innen trotzdem tun.

    Hyperlinks sind das A und O eines Blogs - s setzt man sie in WordPress in einen Text ein

    Hyperlinks sind das A und O eines Blogs – so setzt man sie in WordPress in einen Text ein

    Wie realisiere ich einen Blog technisch?

    Mit der Popularisierung von Blogs spezialisierten sich verschiedene Firmen auf spezielle Blogsoftware, die sie auf ihren eigenen Seiten anbieten. Diese ist dort schon so eingerichtet, dass sie ohne große technische Kenntnisse nutzbar ist und die somit die einfachste Möglichkeit darstellt, einen Blog zu starten. Hier kann man ohne einen eigenen Webspace einzurichten einen Platz für den eigenen Blog mieten. Man muss sich nur anmelden und kann sofort loslegen. Bekannte Anbieter sind z.B. WordPress.com, Antville.org, Livejournal, Twoday.net, Blogsport.de oder Blogger.de und Blogger.com.

    Diese Angebote sahen früher relativ einheitlich aus und es gab wenige Möglichkeiten der individuellen Gestaltung. Das hat sich bei den meisten Anbietern inzwischen geändert. Besonders professionellere Blogger/innen wollen aber lieber einen eigenen Webpace mit eigener Adresse. Dazu muss man sich beim Domainverwalter Denic, die gewünschte URL, soweit sie noch nicht vergeben ist, bestellen und muss diese bei einem Webhost beantragen. Der Webhost stellt Speicherplatz und die entsprechende Infrastruktur auf seinen Servern zur Verfügung, wofür eine monatliche Gebühren verlangt wird. Nur wirklichen Profis ist ein eigener Server zu empfehlen.

    Als Beispiel für einen Webhost, von dem es auch diverse mehr oder weniger gute Anbieter gibt, soll hier Host Europe gewählt werden. Hier werden unterschiedlich große Webpacks angeboten, wo man aufpassen muss, dass diese die gewünschten notwendigen Parameter beinhalten, die die Software, die man installieren will, erfordert (s. Video unten).

    Auch hier werden verschiedene schon vorgefertigte Content-Management-Systeme (CMS) angeboten, die einem das Programmieren (lassen) einer eigenen Website von Grund auf ersparen. Das gängigsten ist WordPress, aber auch Joomla, Drupal und Typo3 sind verbreitet. Die Installation ist etwas komplizierter als das simple Anmelden bei einem Blogdienst, vor allem, wenn man mit dem Prinzip noch nicht vertraut ist. Auch wenn es nicht wirklich schwierig ist, bieten sich Grundkenntnisse in HTML und CSS an, im Idealfall sogar in PHP. Wer sich unsicher ist, sollte lieber jemanden dazuholen, der Tipps gibt. Es gibt auch sehr gute Anleitungen im Internet. So hat der österreichische Informatiker Alex Schiebel eine ganze Serie an Videos erstellt, wie man WordPress bei Host Europe installiert und erste Schritte in der WordPress-Oberfläche (leider nicht die neueste Version).*
    *(Disclaimer Auch in meinen weiteren Ausführungen geht es als Beispiel um dieses CMS und diesen Anbieter. Ich bin mit beiden zufrieden, habe aber wenig Erfahrungen mit anderen und kann so keine Vergleiche aufstellen. So soll das keine unlautere Werbung sein)

    Allerdings ist auch hier Vieles einfacher geworden. Host Europe und andere Anbieter haben inzwischen die gängigsten CMS vorinstalliert, so dass man diese nur noch konfigurieren muss (Anleitung oben im Video). Wenn man das CMS installiert hat, kann man unter verschiedenen Design-Schablonen (Vorlagen) wählen, die zumeist mit dem englischen Wort „Template“ bezeichnet werden. Es gibt für WordPress hunderte kostenlose so genannte Themes, vorprogrammierte grafische Benutzeroberflächen, die mit diesen Templates arbeiten, und für Geld noch viel mehr, plus Service. Man kann sie bei Worpress selbst finden, oder bei Firmen wie Elma Studio. die sich auf die Gestaltung von WordPress-Themes und den Service darum spezialisiert haben.

    Diese Vorlagen kann man bis zu einem gewissen Grad individuell anpassen. Über das so genannte Backend, an dem man alles einstellen kann, was zum Blog gehört und wo man auch die Blogposts selber einstellt. Experimentierfreudige und Expert/innen können auch in den Designvorlagen selbst herumbastelt, im Idealfall über so genannte Child Themes, um sich die Vorlagen nicht zu „zerschießen“. Zudem bleiben die Änderungen auch erhalten, wenn man eine neue Version des Themes einspielt, was bei guten Themes durchaus in regelmäßigen Abständen passieren kann bzw. sogar sollte.

    Blogger Fefe hält seinen Blog auch heute noch so, wie sie vor gut zehn Jahren tatsächlich aussahen

    Blogger Fefe hält seinen Blog auch heute noch so, wie sie vor gut zehn Jahren standardmäßig aussahen

    Allerdings haben die Themes auch nur eine bedingte „Haltbarkeit“. Nicht dass sie schlecht werden oder abgeschaltet werden. Sie entsprechen – außer sie sind hervorragend gepflegt – irgendwann nicht mehr den technischen und auch optischen Ansprüchen. So ist vor Kurzem das „Responsive Design“ immer mehr zum State of the Art geworden. Das hat mit dem individuellen Aussehen des Blogs theoretisch nur bedingt zu tun – hier geht es darum, dass sich das Layout möglichst angenehm auch auf Mobilgeräten ansehen und nutzen lässt. Aber durch den Versuch, das technisch zu lösen, haben sich auch neue Ästhetiken entwickelt.

    Gestaltung

    Je mehr man sich vom simplen „Onlinetagebuch“ entfernen will, desto wichtiger ist es, sich Gedanken über die Gestaltung und Konzeptionierung des Blogs an sich zu machen. Die einfachste, klassische Form des Blogs ist eine Spalte, in der zeitlich sortiert die einzelnen Posts hinter- bzw. übereinander sortiert erscheinen. Inzwischen gibt es aber diverse Vorlagen für unterschiedliche Wünsche und Zwecke. Üblich ist inzwischen mindestens eine zweispaltige Post. Neben den Blogposts sind in einer Seitenspalte (Sidebar) dann verschiedene Organisationstools zu finden, die den Leser/innen helfen, sich auf dem Blog zurecht zu finden, wie z.B. ein Archiv, eine Schlagwortwolke, eine Suchfunktion oder eine Auflistung verschiedener Themen. Hier kann man auch Werbung in fremder oder eigener Sache unterbringen.

    Verschiedene Themes, die man individuell anpassen kann

    Verschiedene Themes, die man individuell anpassen kann

    Blogs haben meistens auch eine oder sogar mehrere Navigationsleisten, entweder im Sidebar und / oder über dem Blog. Ein Blog kann auch unter der Rubrik „Aktuelles“oder „Blog“ in einer statischen Website, das sonst keine Blogfunktion hat, sondern mit festen Seiten (Pages) untergebracht werden. Für die Erstellung die „festen“ Inhalte wird die Seiten-Funktion von WordPress genutzt. Das ist zum Beispiel beim vorliegenden Blog der Fall: Nur unter „Aktuelles“ ist ein Blog zu finden, die anderen Seiten sind „feste“ Inhalte, die sich nur ändern, wenn ich die Seite bearbeite, während der Blog mit jedem neuen Artikel weiterläuft. Es gibt inzwischen diverse speziell für Online-Magazine, Fotoblogs oder Portfolios optimierte Vorlagen, die mit statischen Seiten und dynamischen Blogfunktionen arbeiten, wie es WordPress anbietet.

    Außer man hat vor, absichtlich mit er Wahrnehmung der Leser/innen zu spielen, sollte ein Blog so klar und logisch wie möglich aufgebaut sein. Kleine Spielereien mögen einen Blog individuell machen – aber viel Blitzen und Blinken ist nicht nur altmodisch und unprofessionell, sondern lenkt vom Inhalt ab. Hervorheben kann man sich am besten durch eine schöne Typografie, besondere Bilder ggf. in einer interessanten Anordnung sowie einen übersichtlichen Aufbau.

    Bei der Auswahl eine Themes sollte man nicht nur darauf achten, ob man es hübsch findet. Man sollte überlegen, ob die Gestaltung auch in der Anwendung den Ansprüchen entspricht. So sollte man also schon vor der Auswahl eine Vorstellung haben, was man in etwa will – diese sollte sich spätestens verfestigen, wenn man sich für ein Theme näher interessiert. Wichtig ist hier vor allem der Aufbau der Startseite: Wie sind die Artikel angeordnet, wie der Header sortiert, was kann man in den Sidebars machen, welche Möglichkeiten der Navigation gibt es? Auch die individuelle Gestaltung von Blogposts, auch wie das Einbinden von Bildern, Galerien und Videos funktioniert sollte man sich anschauen. Interessant ist es auch, Bewertungen zu lesen, wie gut das einzelne Theme auch im Detail programmiert ist – das erspart ein böses Erwachen. Auch wenn sich die Themes an sich problemlos austauschen lassen, ist die Arbeit der individuellen Anpassung bei einem unnötigen Wechsel verschwendete Zeit und ärgerlich.

    Dashboard von WordPress Version 3.5.1, dass bereits mit einigen Plugins modifiziert wurde

    Dashboard von WordPress Version 3.5.1, dass bereits mit einigen Plugins modifiziert wurde

    Hat man sich für ein Theme entschieden, kann man es im so genannten Backend hochladen, anwählen und individuell gestalten. Inzwischen bieten Themes es unter „Einstellung“ eine relativ gute Auswahl an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, die auch für Laien problemlos nutzbar sind. Kennt man sich ein bisschen besser aus, kann man auch das CSS und PHP-Seiten editieren – dafür empfehlen sich allerdings dringen Child Themes, wenn man nicht Gefahr laufen will, sich das Bloglayout und seine Funktionen ganz kaputt zu machen und auch später neue, verbesserte Versionen des Themes installieren will. Wichtig ist vor allem die Navigation, über die man sich sowieso schon von Anfang an genaue Gedanken machen sollte. Um das Layout zu testen, sollte man entweder einen Dummy-Artikel oder schon eine kleine Begrüßung / Vorstellung des neuen Blogs einfügen, in den man auch eine kleine Galerie, ein einzelnes Foto und ein Video einstellt, um diese Funktionen zu testen.

    In die Seitenspalte(n) und je nach Theme auch anderen entsprechenden Flächen kann man verschiedene so genannte „Widgets“ (Steuerelement) einfügen, die man unter diesem Namen auch im Backend findet. Zudem sollte man einige so genannte „Plugins“ (Erweiterungsmodul) benutzen, vor allem, um die Seite sicherer zu machen. Gerade WordPress als das weit verbreitste System ist häufig von Hackerangriffen betroffen. Allerdings sollte man nur die Plugins benutzen, die man wirklich für nötig hält – denn schlecht programmierte Plugins können auch eine Tür für Hacker sein. Zudem können Plugins auch in Kollision mit den Theme-Funktionen kommen. Mehr zur Gestaltung und Themes hier.

    Einbinden von Bildern, Audio und Video

    Das Internet bietet die bisher ungekannte Möglichkeit, verschiedene Medien zusammenzuführen. Diese sollte man – wo es sich anbietet – auch nutzen. Videos – auch eigene – bindet man am praktischsten über Dienste wie YouTube oder Vimeo. Eigene Videos kann man auch über FTP hochladen – das kostet allerdings viel Speicherplatz. Das empfiehlt sich nur in Sonderfällen, wenn man z.B. die Rechte exklusiv behalten will. Das gleiche gilt für Audio in größerem Umfang, was sich sehr gut über Anbieter wie Soundcloud in eine Blogpost integrieren lässt.

    Gerade bei Bildern, die man in den Blog postet, sollte dringend auf das Copyright geachtet werden (wie auch beim Zitieren anderer Texte). Bei Videos und Audio von Drittanbietern st diese dafür zuständig. Allerdings empfiehlt es sich auch hier, offensichtliche Compyrightverletzungen nicht in den Blog einzubinden.

    Hier ein Beispiel für die Einbindung verschiedener Medien (Foto, Galerie, Audio via Soundcloud und Video via Youtub, sowie Verlinkungen auf relevante weiterführende Informationen).

    Im Backend von WordPress kann man bequem Medien hinzufügen

    Im Backend von WordPress kann man bequem Medien hinzufügen

    Für einen wirklich professionellen Blog bemüht man sich, auf Barrierefreiheit zu achten, in dem man z.B. beschreibt, was auf den Bildern zu sehen ist oder was in einem Audio zu hören ist.

    Vermarktung

    Vermarktung soll hier in erster Linie nicht Verkauf gegen Geld, sondern Bekanntmachung des Blogs heißen. Es geht darum, dass potentiell interessierte Leser/innen auf den neuen Blog aufmerksam werden. Für manche persönliche Blogs reicht es, einfach Freunden Bescheid zu sagen, und ihnen den Link zu senden. Will man auch Fremde erreichen, sollte man zunächst eine Newsletter-Funktion einrichten (geht über Plugins).

    Heute ist es jedoch üblich, dass Blogs bzw. die Websites, auf denen sie ggf. integriert sind, eigene Seiten in den Social Media haben, bei Facebook, Twitter, Google + etc. Hier kann man die Follower oder „Fans“ über neue Artikel direkt informieren. Auch wenn die gute alte „Blogroll“ aus der Mode gekommen ist, empfiehlt sich eine Linkliste auf einer statischen Seite, auf der man andere Blogs empfiehlt, die aus dem eigenen Netzwerk stammen, die thematisch ähnlich sind oder die man einfach so toll findet. Auch das verbindet – und das ist das A und O eines funktionierenden, lebendigen Blogs. Ganz pragmatisch ist es auch so, dass eine Verlinkung auf einer anderen Seite den jeweiligen Blog in den Suchmaschinen nach oben bringt – wenn man das gegenseitig macht, hilft das beiden. Wichtig ist es auch, mit den Leser/innen zu kommunizieren – sowohl auf Kommentare im Blog als auch in den Social Media zu reagieren, soweit es die Zeit erlaubt.

    Will man ein breiteres Publikum erreichen und nicht nur für sich und ein paar Freund/innen schrieben, muss man natürlich überlegen, ob es auch inhaltlich für andere interessant und relavant ist, was man schreibt. Dazu hat Bloggonaut.net schon vor einiger Zeit ein paar sehr gute Tipps gegeben.

    Mikropaymentservice Flattr

    Mikropaymentservice Flattr

    Zu hoffen, mit Blogs bemerkenswerte Geldsummen zu verdienen ist eher illusorisch. Unternehmensblogs sind Marketingtools, die, wenn sie gut gemacht sind, indirekt helfen können, den Umsatz zu steigern. Es giibt auch immer wieder einzelne Blogger/innen, die es schaffen, durch ihren Blog so viel einzunehmen, dass sie davon leben können. Das sind dann aber meistens Spezialist/innen aus Technik, Internet oder Politik, die zu den so genannten Alpha-Blogger/innen zählen (im übrigen fast ausschließlich Männer). Für diese ist Bloggen ein Job – um das Schreiben herum bekommen sie Aufträge oder werden für Vorträge eingeladen. Manchmal schaffen es auch kleine Blogredaktionen, die auch gezielt daran arbeiten, die Autor/innen bezahlen zu können, wenn auch meist eher schlecht als recht.

    Ein bisschen Geld können sich einigermaßen populäre Blogs dazu verdienen, indem sie einen Link zum Mikropayment-Service Flattr oder zum PayPal Spenden-Button einrichten. Hier ist man auf Menschen angewiesen, die Blogs und ihre Bedeutung für den Informationsmarkt und auch die Demokratie zu schätzen wissen und die Arbeit, die dahinter steckt. Weniger ist man auf Mitdenken angewiesen, wenn man Werbung auf dem Blog schaltet, zum Beispiel Google Adds oder gezielte Werbepartner zum Blogthema. Allerdings kann man sich damit in einigen Milieus, die auf werbefreie Blogs achten, auch die Reputation kaputt machen. Da muss man, abgesehen von der eigenen Haltung, überlegen, ob ein paar Euro oder ein guter Ruf des Blogs wichtiger sind. Wirklich problematisch sind gekaufte Artikel, erst recht, wenn sie nicht als Werbung gekennzeichnet sind. Es gibt jedoch ein Segment an Blogs, die genau das macht, und sich trotzdem als authentisch und unabhängig präsentiert. Verkauf und ernsthaftes Bloggen auch auf seriös gekennzeichnete Art zu kombinieren wird allerdings ebenfalls populär.

    Schreibt eigene interessante Blogposts und bietet Zimmer zur miete: Der Blog Slow Travel Berlin

    Schreibt eigene interessante Blogposts und bietet Zimmer zur Miete: Der Blog Slow Travel Berlin

    Blogs der seriösen Sorte, der wirklich authentische Artikel und Verkauf zusammengebracht werden, sind u .a. Slow Travel Berlin, wo interessante, selbst verfasste Blogposts zu Berlin mit – offensichtlich als solche gekennzeichneten – Mietangeboten für Uralubszimmer verbunden werden, oder Danger! Bananas, ein persönlicher Blog, auf dem die Produzentin auch ihr Hobby Nagellmodellage mit anbietet. Der Blog, den ihr gerade lest, ist auch Marketing, weil er zu einer Website gehört, auf der ich meine Dienstleistungen zum Thema anbiete.

    Die Kanalratten des Blogbusiness sind Leute, die Blogs einrichten und darin kostenlose Werbetexte zu bestimmten Themen vervielfältigen, für die sie bei Verkauf von Produkten und Dienstleistungen von deren Anbietern Prozente bekommen. Sie versuchen mit allen – oft unlauteren – Mitteln, Traffic auf ihren Blog zu ziehen, so dass sie darüber hinaus auch über Werbung noch eine größere Einnahmequelle haben. Kann man clever finden, ist aber nichts anderes als Spam. Glücklicherweise sieht das auch der Algorithmus von Google und anderen Suchmaschinen so und listet Blogs mit Inhalten, die es diverse Mal gibt, ganz hinten. Wenn man nur Schrott ins Netz stellt, hilft auch supergestylte Suchmaschinenoptimierung nichts.

    Wenn Sie Hilfe bei der Gestaltung Ihres WordPress-Blogs wünschen oder gern ein Seminar dazu buchen wollen, wenden Sie sich gern an mich.

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    Der „Mindestlohn“ für Blogbetreiber/innen: Likes, Shares und Kommentare

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    Blogs werden lange nicht mehr nur als klassisches Online-Tagebuch benutzt, sondern vielfach auch als Online- Magazine, in denen eine Redaktion oder Einzelpersonen, oft mit journalistischer Ausbildung, über Themen berichten, die ihnen wichtig sind – über Hobbys, Kultur bis zu Politik. Auch wenn die Hochzeit der Blogs schon wieder vorbei ist und ihre Popularität von Facebook und Co. eingeschränkt wurde, haben sich gerade diese Online-Magazine, in denen es um mehr als reine persönliche Befindlichkeiten geht, als wichtige Ergänzung zum kriselnden Journalismus entwickelt, und auch als wichtiger Teil einer Demokratisierung der Meinungsbildung und -äußerung.

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    Gerade deshalb ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie diese Blogs entstehen und sie zu unterstützten. Die wenigsten Blogbetreiber/innen bekommen, wenn überhaupt, eine auch nur annähernd adäquate Bezahlung für ihre Arbeit. Manche schalten Werbung auf ihren Blogs, viele verzichten darauf, um ihre Unabhängigkeit zu demonstrieren. Es gibt seit einiger Zeit Möglichkeiten, die Leser um Online-Spenden zu bitten, wie z.B. über den PayPal-Spenden-Knopf oder den Dienst Flattr.

    Aber um hier überhaupt nennenswerte Summen einzuspielen, muss nicht nur die Qualität der Artikel top (und leider auch ausreichend populär) sein. Es ist in der Aufmerksamkeitsökonomie des Internets entscheidend, dass die Blogs bzw. die Artikel überhaupt wahrgenommen werden. Hier kommt der nichtmonetäre Teil ins Spiel, wie ein/e Leser/in die Lieblingsblogs unterstützen kann. Und zwar ganz unkompliziert – man muss sich nur der Mechanismen bewusst sein. Für die Blogbetreiber/innen ist es enorm wichtig, dass ihre Artikel angeklickt, geliked und geshared werden. All das hilft, den Blog bekannter zu machen und das Interesse aufrecht zu erhalten.

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    Durch Klicks und Likes sehen die Produzent/innen nicht nur, wie populär bestimmte Themen bei ihren Stammleser/innen sind – sie rutschen auch in den Google- und anderen Rankings nach oben und werden so leichter auch von neuen Leser/innen gefunden. Das Teilen von Links zu Artikeln, die man interessant findet, auf Facebook, Twitter und Co. hat den gleichen Effekt – sie bringen nicht nur mehr Traffic für den Blog, sondern machen auch neue potentielle Interessent/innen aufmerksam.

    Neben dem rein „wirtschaftlichen“ Aspekt sind dies auch die kleinen Komplimente, Dankeschöns, Respektbekundungen und Umarmungen, die jede/n Blogbetreiber/in freut, die im Zweifel viel Zeit, (Spezial-)Wissen und Herzblut in ihren Blog stecken. Sie freuen sich auch, wenn man dem Blog – soweit angeboten – über Facebook, Twitter & Co. bzw. RSS-Feed folgt. Win-win ist dann, dass die Leser/innen bei potentiell interessanten Themen auf dem Laufenden bleiben. Noch besser ist es, auch Andere auf den Blog aufmerksam zu machen, die diesen Blog vielleicht mögen könnten – so gibt es z.B. bei Facebook die Funktion „Freunde einladen“.

    Ein No-No ist es im Übrigen, Texte oder Bilder ohne Absprache einfach in Foren oder auf Facebook zu kopieren. Abgesehen davon, dass das eine Copyrightverletzung ist, folgen interessierte Leser/innen meistens auch dem Link und es ist eine Frage des Respekts gegenüber den Blogbetreiber/innen.

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