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Tipp für Freund/innen der Sprache: Das Sprachlog

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Das Sprachlog ist ein von drei Sprachforscher/innen betriebener Wissenschaftsblog, in dem es auf unterhaltsame und informative Weise rund um das Lieblingsthema der Macher/innen geht. Susanne Flach und Anatol Stefanowitsch sind am Institut für Englische Philologie der FU Berlin tätig, Kristin Kopf betreibt historische Sprachwissenschaft im Fachbereich Philosophie und Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

sprachlog

Sie befassen sich mit Struktur und Veränderung vor allem der deutschen Sprache, berichten von Veranstaltungen, rezensieren Publikationen und zeichnen seit 2010, dem Jahr der Gründung des Sprachlogs, auch den „Anglizismus des Jahres“ aus. Damit haben die Betreiber/innen bereits in den drei Jahren der Existenz des Blogs einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um Sprache in der Gesellschaft auch jenseits der Universitäten geleistet. Stefanowitsch, der sich selber als Sozialwissenschaftler sieht, hatte bereits 2007 anlässlich des Jahres der Geisteswissenschaften mit dem Bremer Sprachblog das erste sprachwissenschaftliche Blog auf Deutsch gegründet.

Beim Sprachlog geht es nicht um Verstaubtes und das zwanghafte Bewahren von Althergebrachtem, sondern darum, die Entwicklung der Sprache positiv, fachliche fundiert und keineswegs furztrocken zu betrachten, sie als etwas Lebendiges zu sehen, was immer Veränderungen unterlag und es in Zeiten der Globalisierung um so mehr tut. Die Wissenschaftler/innen bemühen sich um Allgemeinverständlichkeit, ohne dabei in Plattheit, Paternalismus oder Anbiederei an ein eine vermeintlich völlig dämliche Masse abzudriften.

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Wie gestalte und nutze ich einen eventbegleitenden Blog?

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Veranstaltungen über Social Media live zu begleiten ist inzwischen schon relativ gängig – ein paar Bilder, Infos und Links über Facebook, Twitter und Co. Sie sind für den Moment gedacht. Häufiger wird auch den Wunsch geäußert, das in einem eigenen Blog zu tun, der ggf. in eine separate Seite für das Event eingebettet ist. Das hat den Vorteile: Sie ist für alle im Netz zu sehen, nicht nur für die Nutzer/innen der jeweiligen Social Media, man kann mehr Informationen besser festhalten und verbinden und diese sind leichte wieder auffindbar und verschwinden nicht einfach im Stream. Zudem kann man ihn später als Veranstaltungsdokumentation und -archiv benutzen und einfach darauf zurückgreifen.

Ein Blog ist qua Definition eine fortlaufende, zusammenhängende Veröffentlichung im Netz, die aus einzelnen Beiträgen oder Einträgen, (Blog-)Posts genannt, besteht. So muss man vorher einige Überlegungen anstellen um zu sehen, ob einen Event-Blog a) überhaupt sinnvoll ist, und b) wie man ihn dem Zweck entsprechend gestaltet.

Unter welchen Voraussetzungen ist ein Eventblog überhaupt sinnvoll?

  • Die Veranstaltung geht über mehrere Tage, oder länger und umfasst mehrere Einzelevents. Das kann zum Beispiel eine umfangreichere Konferenz zu einem Überthema oder eine Veranstaltungsreihe sein. Für einen einfachen Liveblog für ein Ereignis oder auch Post zu einem Event nutzt man sinnvoller Weise vorhandene Seiten – z.B. wie hier.
  • Das Zielpublikum ist online-affin und nutzt diese Webdokumentation auch, eventuell im Zusammenhang mit einem Live-Stream.
  • Man hat inhaltlich etwas zu sagen, dass einen Blog überhaupt interessant macht (mehr dazu weiter unten). Man muss sich die Frage stellen: Wozu will ich den Blog genau benutzen? Will ich nur Temine und aktuelle Orga-Infos bekannt geben? Oder will ich in dem Blog die Veranstaltung dokumentieren, zusätzliche inhaltliche Informationen und Hintergründe darstellen, sie nach Außen sichtbar machen, und später als Dokumentation / Archiv bewahren?
  • Es ist entweder Fachpersonal vorhanden oder ein Budget, um dieses extern zu bezahlen. Um einen Eventblog zu gestalten benötigt man ein gewisses Know How – das kann nicht einfach der Praktikant nebenbei machen. Es ist besser, kein Eventblog zu machen als ein unprofessionellen. Termine wie Raumänderungen etc. kann man auch über die Sozialen Netzwerke bekanntgeben, oder man nutzt Plattformen wie mixxt.de, um Organisatorisches jenseits einer eigenen Website und interner Kommunikation zu erledigen (Beispiel: Barcamp Frauen).
  • Wie richtet man einen Eventblog ein?

    Zentral ist die Anbindung an vorhandene Websites, weil sonst der Blog nicht gefunden wird. Man muss an Stellen in der eigenen Website, die von den Interessierten auch gelesen werden, auf den Blog hinweisen, auf der Startseite, im Seitenstreifen, in der Ankündigung etc., ebenso über alle schon genutzten Social Media Kanäle.

    Technisches

    Eine Möglichkeit ist es, den Blog unter einer vorhandenen Domain einzurichten. Unter gängigen Content Management Systemen wie WordPress ist es erstmal nicht möglich, mehr als einen Blog einzurichten. Der wird dann meistens für aktuelle Informationen auf der Startseite oder eine „News“-Kategorie genutzt. Hier kann man allerdings, wenn man nicht es nicht richtig kompliziert machen will, Tags und Kategorien benutzen und diese unter einer neuen Kategorie mit dem Eventnamen auf dem Blog anbieten, so dass dort nur die Einträge zum Event erscheinen (am einfachsten wie in diesem Beispiel, was sich allerdings weniger für schon vorhandene Seiten mit Blog eignet). Das ist eine wenig aufwendige und nicht die schlechteste Lösung.

    Die eleganteste Lösung für eng mit einer Website verbundene Events ist die Einrichtung des Blog unter einer Subdomain dieser Seite, z.B. http://re-publica.de/http://12.re-publica.de/ (wobei in diesem Fall zusätzlich zu einer Subdomain noch eine Kategorie „Blog“ hinzugefügt wurde → http://12.re-publica.de/blog/) (Mehr zu Subdomains hier).

    Man kann auch eine neue Domain (für die man dann auch extra zahlen muss) für den Blog und ggf. das Archiv einrichten, die dann einen eindeutigen, leicht zu merkenden Namen bekommen sollte, oder man nutzt Plattformen von Anbietern wie WordPress.com oder Blogspot, die sich schneller und unkomplizierter nutzen lassen. Dann sieht die URL z.B. so aus: http://thespacebetweenusberlinstuttgart.wordpress.com/ (mehr dazu hier). Getrennte Websites empfehlen sich, wenn z.B. externe Blogbetreiber/innen nicht das Passwort der Hauptseite bekommen sollen oder generell zu viel Unübersichtlichkeit droht. Diesen externen Blog sollte man dann mit der Hauptseite der Organisator/innen und den Hinweisen zum Event dort verlinkt, ihn vielleicht sogar in einem Eintrag und / oder einem Link im Seitenstreifen bewerben, so dass die interessierten Leser diesen Blog auch finden. Wichtig ist auch, über vorhandene Social-Media-Kanäle auf die Existenz des Blog zu informieren. Mehr dazu, wie man einen Blog einrichtet hier.)

    Zeitrahmen und Design

    Der Blog sollte vor dem Start des Events fertig sein und beworben werden und während des Events mit aktuellen Infos befüllt werden. Danach dient er als Dokumentation. Man sollte sich vor dem Einrichten sehr genau überlegen, wie man den Blog nutzen will Im Idealfall überlegt man sich schon vorher. Wie will ich den Blog eventbegleitend nutzen und wie soll er als Archiv funktionieren? Dementsprechend müssen die Tags, Kategorien und Verlinkungen erstellt werden – man denkt also gleichzeitig das Aktuelle und das Danach. Die grafische Gestaltung sollte nicht nur übersichtlich und ansprechend sein, sondern auch optisch den Zusammenhang zur Hauptseite des Veranstalters herstellen bzw. ein eigenes passendes ansprechendes Design haben, was ggf. für andere Eventblogs des Veranstalters übernommen wird.

    Für einen einfachen Eventblog bietet sich meistens ein klassischer einspaltiger Blog an, wo die aktuellen Posts am weitesten oben stehen. In einer Seitenspalte können nützliche Links und Informationen statisch angegeben werden, ebenso in der Kategorienspalte Links zu statischen Seiten mit Informationen, die für die ganze Zeit Relevanz haben, wie z.B. Programm- und Zeitplan, Rednerliste, zu den Tickets und worum es bei dem Event überhaupt geht. Und natürlich auch ein Hinweis auf das Livestreaming, wenn es so etwas gibt. Man kann sich auch überlegen, ob man die Teilnehmer/innen jenseits der Kommentarfunktion zum Partizipieren am Blog anregen möchte, z.B. über eine Community. Hier ist allerdings auch wieder die Frage, ob das Überhaupt funktionieren kann im entsprechenden Rahmen und ob sich der zusätzliche Aufwand lohnt.

    Ein gelungenes, durchdachtes und professionell gemachtes Beispiel ist hier z.B. der Blog der Bloggerkonferenz re:publica. Allerdings wurde dieser nicht als Archiv für die Republica-Seite benutzt: Die findet sich gesondert, mit eigenen Inhalten, unter der Kategorie „Archive“ auf der Hauptseite der Re:publica. Deutlich spartanischer gibt sich da der Chaos Computer Club, der einen Blog für Events betreibt, bei dem es offensichtlich nicht um die Außenwirkung, sondern die pure Information für die Mitglieder bzw. Teilnehmer/innen geht.

    republica

    republica blog 2

    Beim Projekt „Überlebenskunst“, das im Haus der Kulturen der Welt stattfand, aber von einer eigenständigen Gruppe organisiert wurde, gab es eine Blog, http://www.ueber-lebenskunst.org/ der zu einem übersichtlichen Archiv umgewandelt wurde. Hier kann man die einzelnen Themen sehr gut finden. Schwachstelle: Auf der Hauptseite des HKW wird auf die Originaleinträge des Blogs verlinkt, die aber offenbar gelöscht wurden, so dass die Links von der HKW-Seite ins Leere gehen. Die richtige Lösung wäre es gewesen, die jeweiligen Einträge stehen zu lassen und von dort auf die Seiten im Archiv zu verweisen.

    ueberlebenskust

    Was passiert, wenn man dem Blog nicht genug Beachtung schenkt und sich vorher kein richtiges Konzept überlegt zeigt ein anderes Beispiel aus dem HKW, das eine tolle Gelegenheit für einen wunderbaren Eventblog verschenkt hat, der später zu einem viel genutzten Archiv hätte werden lassen können. Die Ausstellung / Konferenz „Kalifornien und das Verschwinden des Aussen“ fand im Rahmen des auf zwei Jahre angelegten Anthropozän-Projekts statt. Hier wurde der begleitende Blog unter „System Erde“ als studentisches Projekt durchgeführt, ohne weiterschauende Planung und Einbindung in ein Gesamtkonzept. Die grafische und inhaltliche Gestaltung sind ebensowenig gelungen: Der Blog ist flüchtig eingerichtet, unübersichtlich, es fehlen wichtige Informationen im Seitenstreifen und die Texte sind für Blogeinträge zu lang bzw. der Zusammenhang zum Ausstellungsinhalt unklar. Überhaupt wird nicht klar, wozu jetzt eigentlich der Blog da ist und grafisch fehlt eine „Corporate Identity“. Es wurde auch kein Archiv erstellt – das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber bietet sich an, wenn man sich schon einmal die Arbeit gemacht hat, so viel Material zusammen zu tragen. Auch wurde so das Lernziel der Studierenden nicht erfüllt, da sie nicht wirklich etwas über das Bloggen gelernt haben. Dazu gehört eben mehr als Texte online stellen.

    Hier hätte sich ein durchdachtes Blogkonzept für das ganze, mehrjährige Projekt mit den verschiedenen Veranstaltungen, in deren Rahmen es wieder einzelne Veranstaltungen gibt, nahezu aufgedrängt. Es hätte die einzelnen Teile zusammengeführt und verbunden. Durch die mehrfache Verwendung für die einzelnen Ausstellungen / Konferenzen wäre es ökonomisch effektiv gewesen. Zudem wurde schon Geld investiert, um diverse Medien zu nutzen, die das Event zu dokumentieren. Das wäre Füllstoff für einen entsprechenden Blog gewesen – jetzt stehen sie verloren im Raum: Auf der Facebookseite wurden interessante Videos zum Thema gepostet, die sich teilweise auch in den Ankündigungen des Events auf der Hauptseite des HKW wiederfinden. Es wurden Videointerviews gemacht, die auf einem eigenen Youtube-Kanal zum Anthropozän-Projekt zusammengefasst sind. Der freie Radiosender reboot.fm, der im Haus ansässig ist, dokumentierte die Konferenz – diese Aufnahmen finden sich auf der Soundcloud-Seite des Senders und wurden später auch auf den Ankündigungsseiten verlinkt.

    In einem Blog hätte man all dies zusammenführen können, und so schon während der Ausstellung durch das Blogging mehr Interessanten aufmerksam machen und an sich binden können, die das Haus zu den jeweiligen oder darauffolgenden Veranstaltungen zu besuchen. Zudem hätte man ein wunderbares Archiv erstellen können, das sich ebenfalls positiv auf das Renommee des Hauses auswirkt und immer wieder Interessierte auf dessen Arbeit aufmerksam macht. Vorsichtig ist allerdings bei solchen Blogs bezüglich des Copyrights angesagt – das sollte im Zweifelsfall mit den Inhabern abgestimmt werden.

    Welche Inhalte stelle ich auf den Event-Blog?

    In den Event-Blog selber gehören vor allem aktuelle Informationen, die sich auf die Veranstaltungen beziehen. Das können neben Fotos, Audios, Videos und Rezensionen gerade abgelaufener Ereignisse z.B. Hinweistexte zu einzelnen Veranstaltungen sein, die diese genauer beschreiben und Lust darauf machen. Dazu können auch Hintergrundinformationen gehören. Jedoch sollten die Blogeinträge zwar Substanz haben, aber nicht zu lang sein: Ausführliche Essays sollten einen gesonderten Platz bekommen und durch einen Blogeintrag nur auf sie hingewiesen werden. Oder man kennzeichnet sie durch eine eigene Rubrik, die gleich zu Beginn ersichtlich ist. Generell bietet es sich bei einem Eventblog an, mit möglichst vielen Medien zu arbeiten: Neben Text eben auch Fotos, Video und Audio. Das macht den Blog neben den Texten interessant und lädt Leute ein, sich das auch anzuschauen. Zudem sollten Blogeinträge generell gut strukturiert sein, mit Zwischenüberschriften und auch deutlich abgehobenen Hinweisen auf den Termin und weitergehende Links. Mehr dazu, wie man einen Blogbeitrag gestaltet hier.

    Auf neue Blogeinträge sollte immer über die Sozialen Netzwerke hingewiesen werden – so werden auch immer wieder neue Leser/innen auf den Blog aufmerksam, wer den Blog schon kennt wird erinnert, wieder reinzuschauen und auf Neues aufmerksam gemacht. Über die sozialen Netzwerke können auch Terminänderungen etc. bekannt gegeben werden. Hier ist dann auch die Frage, ob man eine neue Seite in den Social Media einrichtet oder vorhandene der Veranstalter/innen nutzt. Ersteres bietet sich nur bei Veranstaltungen an, die über einen längeren Zeitraum gehen bei denen es kontinuierlich News gibt, oder für die sich kein anderer passender Social Media Kanal findet. Auf jeden Fall sollte hier ebenfalls immer auf der Hauptseite der Veranstalter/innen bzw. Teilnehmer/innen auf die Existenz des Blogs und ggf. der separaten Social Media Seiten hingewiesen werden. Wie man Facebookseiten gestaltet ist hier beschrieben.

    Wen soll ich mit dem Eventblogging beauftragen?

    Vielfach wird die Bedeutung der Außenwirkung von Bloggen und Social Media massiv unterschätzt und die Betreuung deshalb gern Praktikant/innen übertragen, oder auch unterbeschäftigen Mitarbeiter/innen, die das „nebenbei“ machen sollen und weder die benötigte Zeit noch die nötige Qualifikation und Erfahrung mitbringen.

    Für die Konzeption ist, soll sie professionell und ansprechend wirken, wie auch bei anderen Dingen, Fachpersonal notwendig. Neben dem professionellen Grundkonzept, dass von diesen entworfen wird, sollten Mitarbeiter/innen zumindest auch eine professionelle Schulung bekommen.

    Diese Investition lohnt sich nicht nur für das allgemeine Image, sondern lockt Interessierte zu den Veranstaltungen bzw. Folgeveranstaltungen der entsprechenden Organisatoren, die sich so als kompetent präsentieren können. Zudem macht es mehr Leute auf die Veranstaltung, das Thema und die dahinter stehende Organisation aufmerksam. Zudem könne ausgearbeitete und bewährte Konzepte immer wieder verwendet und ggf. dabei sogar noch verbessert werden.

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    Facebookseiten richtig gestalten

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    Viele Firmen, Organisationen, Interessengruppen, Veranstalter oder mehr oder weniger prominente Personen nutzen Facebook als Ort, um über ihre Aktivitäten und aktuelle Produkte zu informieren und „Fans“, wie es bei Facebook heißt, an sich zu binden.

    Wozu eine Facebook-Seite?

    Eine Facebookseite ist schnell eingerichtet. Deshalb betreiben manche kleinere und / oder kurzfristige Projekte ausschließlich Facebookseiten. Allerdings ist eine eigene Webseite als Hauptseite klar zu empfehlen (geht auch schnell einzurichten), schon allein aus dem Grund, dass Facebook proprietär ist und nur angemeldete Nutzer die Inhalte sehen können. Zudem wirkt eine eigene Website seriöser, Inhalte sind leichter sortier- und auffindbar und sie wird auch öfter verlinkt.

    Eine so genannte Facebook-Fanpage kann die Informationen der eigenen Seite multiplizieren und Facebook-Nutzer/innen darüber informieren, was es Neues gibt: Blogeinträge auf der Website, Termine, neue Produkte etc. Über die Facebook-Page können Interessierte sich nicht nur informieren, sondern mit den Anbieter/innen in Kontakt treten, Nachfragen stellen und Anmerkungen machen. Hier ist die Hemmschwelle, sich zu äußern niedriger als auf einer Website. Auch leiten Leser/innen die Infos bei Interesse in ihren eigenen Netzwerken über die „Teilen“-Funktion schneller weiter, als einen Link zu einer Website zu kopieren und zu posten.

    Titel der Facebookseite von Wortbetrieb

    Titel der Facebookseite von Wortbetrieb

    Einrichten

    Eine Facebookseite ist kostenlos, dafür muss man die Nutzungsbedingungen von Facebook akzeptieren und auch die Werbung ertragen. Man kann auch die eigene Seite bewerben – dafür muss man dann allerdings zahlen.

    Zunächst klickt man auf „Seite erstellen“, dann wählt man eine Kategorie und einen Seitennamen. Man sollte auf jeden Fall ein Logo / Profilbild und ein Titelbild einstellen, so dass die Seite attraktiv und seriös aussieht. Zudem sollte man unter „Info“ eine kurze Beschreibung geben, worum es auf der Seite geht bzw. wen / was sie repräsentiert. Zudem sollte man einen Kontakt und die URL der Website angeben. Auch bei Facebook besteht Impressumspflicht.

    Im „Adminsitrationsbereich“ gibt es verschiedene Optionen, wie man die Seite gestalten kann. Wichtig ist hier vor allem, was man Facebook-Nutzern und Fans der Seite erlaubt – ob sie kommentieren dürfen, Bilder hochladen oder URLs verlinken. Man kann einen kleinen Seitenstreifen einrichten, in dem die Nutzer ihre eigenen Kommentare hinterlassen können, unabhängig von Posts der Seitenbetreiber. Zudem kann man eine Verbindung zu anderen sozialen Netzwerken wie Twitter einrichten, über die dann die Facebook-Posts automatisch dort auch erscheinen. Diese Optionen kann man auch jederzeit nachträglich ändern. In diesem „Administrationsbereich“ kann man dann auch die Statistiken zur Seitennutzung anschauen.

    Administrationsbereich von Wortbetrieb auf Facebook

    Administrationsbereich von Wortbetrieb auf Facebook

    Nach dem ersten Post sollte man sich auch bemühen, ein paar erste „Fans“ für die Seite zu gewinnen. Am einfachsten geht es, indem man erst mal versucht, ein paar private Freunde zum Liken der Seite zu überreden. Man kann den Link zur neuen Seite auch an anderen – möglichst passenden – Stellen auf Facebook posten und für die Seite werben. Allerdings sollte man hier sehr aufpassen, dass es nicht als Spam aufgefasst wird. Man sollte soweit vorhanden auf der eigenen Website über die neue Facebookseite informieren und auch ein Icon mit Link anbringen, so dass jeder Besucher der Website schnell auch Facebook-“Fan“ werden kann. Überhaupt sollte man den Link und Hinweis auf die neue Seite möglichst weit verteilen und auch auf der neuen Seite um Weiterverteilung innerhalb von Facebook bitte – allerdings möglichst nicht allzu aufdringlich. Man kann innerhalb von Facebook auch bezahlte Werbeanzeigen schalten – ich bin allerdings der Meinung, eine gute Seite empfiehlt sich von selbst.

    Social Media Icons auf der Webbsite

    Social Media Icons auf der Webbsite

    Beiträge posten

    Wichtig für den Erfolg der Seite sind Inhalt, Ansprache der Nutzer und Timing der Posts (Beiträge) sowie die Kommunikation mit den Interessenten / Kunden in der Diskussion.

    Facebook funktioniert wie ein Blog: Die neuesten Informationen stehen oben. Die Anzahl der Wörter pro Post ist eingeschränkt, aber man kann die Notizen-Funktion nutzen, um längere Texte zu verfassen. Das ist aber eher unüblich, da die Informationen aus den Posts möglichst schnell erfasst werden sollen. Man kann ein Posting mit Fotos, Videos und einem Link versehen. Alles, was man bei Facebook postet, können nur eingeloggte User sehen. Das ist eher hinderlich, wenn man viele Leute erreichen will, weil nicht jeder einen Facebook-Account hat / haben will. Andererseits werden interessante Infos, Links, Fotos und Videos auch gern über die Funktion „Teilen“ von anderen Nutzern weitergeleitet und können so innerhalb von Facebook im Idealfall sehr viele Nutzer erreichen.

    Der Inhalt sollte relevant und interessant für die Nutzer sein, und kurz und verständlich auf den Punkt gebracht. Man kann entweder eine kurze Information posten, oder eine URL zu einem längeren Text auf der eigenen Website oder anderswo im Netz, ggf. auch auf Facebook wie Veranstaltungen und Notizen. Man sollte dabei nie nur den Link posten, von dem Titelbild, Überschrift und Textpassage automatisch erscheinen. Es empfiehlt sich, immer einen kurzen Teaser (Anrisstext) dazuschreiben. In diesem soll stehen, worum es geht, und er soll die Nutzer neugierig machen, auch auf diesen Link zu klicken. Die Informationen sollten möglichst aktuell und relevant im Kontext des Seiteninhalts sein.

    Inhalte können u.a. sein: Termine, neue Blogeinträge auf der eigenen Website, neue Produkte, Berichte über die Firma / Organisation etc. in anderen Medien, Fotos von Veranstaltungen etc. Sind Firmen / Organisationen oder Medien, die im Post / Teaser erwähnt werden ebenfalls auf Facebook vertreten, ist es gut, sie mit einem @ zu markieren, ebenso Quellen. Die Markierung erscheint dann blau, und der Artikel ist mit der Seite verlinkt, was zum beiderseitigen Vorteil sein kann.

    Facebook-Post von der Seite Popkontext mit Markierungen

    Facebook-Post von der Seite Popkontext mit Markierungen

    Früher war Duzen aufgrund der Entstehung der Netzkultur die normale Umgangsform. Heute kommt es sehr darauf an, worum es geht. Gerade bei Firmen oder formaleren Infos wirkt ein zwanghaftes Duzen heute eher peinlich – das Sie ist im Netz durchaus angekommen. Allerdings ist ein lockerer Umgangston weiter durchaus angebracht. Aber auch hier sollte man nicht über das Ziel hinausschießen, sondern sich dem Zweck, um den es geht anpassen.

    Die Anzahl der Posts richtet sich vor allem danach, was man mitzuteilen hat. Man sollte allerdings seine „Fans“ nicht im Stundentakt zutexten. Postet man mehrfach am Tag, sollte es wirklich relevant sein. Als Faustregel gilt maximal dreimal am Tag, aber es kommt immer drauf an, worüber die Seite informieren will. So werden tagesaktuelle Onlineangebote von Medienhäusern häufiger posten, während eine Druckerei wahrscheinlich nicht jeden Tag News zu vermelden hat. Umgekehrt sollte man nicht zu selten von sich hören lassen, weil man sonst in Vergessenheit gerät. Man sollte auch möglichtst nicht Mitten in der Nacht posten, sondern Vor- oder Nachmittags, wo die meisten Leute online sind. Dann sehen sie die Post ggf. in ihrer eigenen Timeline, und müssen nicht erst auf die Seite gehen, um sich über Neues zu informieren.

    Diskussionen moderieren

    Wichtig ist auch der Umgang mit Kommentaren von Usern. Sie sind zentral in der Kommunikation mit der „Kundschaft“ und der Funktion der Facebookseite, die eben mehr ist als eine einfache Pinnwand. Fragen sollte man immer beantworten, sich für nette Anmerkungen bedanken und auf (angemessene) Kritik reagieren – das möglichst zeitnah, soweit leistbar. Die Reaktionen sollten selbstverständlich kompetent, sachlich und freundlich sein, in angemessen lockerem, aber nicht plump vertraulichem Tonfall. Bei größeren Firmen und Institutionen ist es absolut angebracht, eine Fachkraft in diesem Bereich einzustellen: Social Media sind heute ein wichtiger Teil der Kommunikation nach Außen, mit der man potentielle Kunden oder Interessenten erreicht.

    Detaillierteres zum Moderieren von Kommentaren und Diskussionen im Netz habe ich hier aufgeschrieben.

    Als Seitenbetreiber hat man übrigens Hausrecht auf der Seite. Spam, aber auch unsachliche Beiträge, besonders mit strafrechtlich relevantem Inhalt, sollte man sofort entfernen. Wenn andere Diskutanten ernsthaft angegriffen werden, z.B. ihre Persönlichkeitsrechte verletzt werden, hat man auch eine Verantwortung, diese zu schützen. Das erfolgt am besten nicht nur durch die Entfernung des entsprechenden Inhalts, sondern in schweren Fällen durch Sperren des Benutzers / der Benutzerin.

    Auch wenn es oft vernachlässigt wird, gilt bei Facebook ebenfalls das Copyright. Das sollte man auch beachten, wenn User Bilder, Videos oder Audiomaterial hochladen oder Links zu anderen Seiten stezen. Für den Inhalt der Seite ist der / die Seitenbetreiber/in verantwortlich und kann bei rechtlichen Verstößen belangt werden.

    Wie man einen eigenen Blog einrichten kann man hier genauer nachlesen.

    Seminare und Kurse u.a. zu Themen Social Media und Blogs biete ich hier an.

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    Wie moderiere ich Kommentare in einem Blog oder Social Media?

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    Eine der wichtigsten Eigenschaften im Web 2.0 ist die Möglichkeit, das Leser/innen unter den Artikeln kommentieren können. Sie können ihre Meinung sagen, zusätzliche Informationen hinzufügen, Kritik äußern oder verschiedene Meinungen diskutieren. Das ist eine sehr positive Errungenschaft. Sie ist bemerkenswert, weil sie einerseits Autoritäten im Diskurs in Frage stellt und andere Sichtweisen zu Wort kommen lässt, Anregungen ermöglicht und – im Idealfall produktiv – eine Diskussion und Partizipation ermöglicht. Die Möglichkeit zu Kommentieren fördert auch eine Identifikation mit dem Thema, dem Medium und – zentral für die Anbieter/innen – dem Unternehmen / Projekt.

    Ais den Kommentarspalten des Blogs der Solar-Firma Milk in the Sun. Das Thema kann durchaus kontrovers sein, aber hier treffen sich meist Gleichgesinnte und zudem gibt es überschaubare Mengen an Kommentaren.

    Ais den Kommentarspalten des Blogs der Solar-Firma Milk in the Sun. Das Thema kann durchaus kontrovers sein, aber hier treffen sich meist Gleichgesinnte und zudem gibt es überschaubare Mengen an Kommentaren.

    Für eine gute Kommunikation ist also ein richtiges Moderieren von Kommentaren, das ein positives Klima schafft und zur Teilnahme anregt, essentiell. Zudem ist eine aktive Diskussionskultur auch eine Möglichkeit, sich einen Eindruck von der eigenen Leserschaft zu machen – wie sie denken und was sie wollen. Zudem sind die Kommentare auch ein Aushängeschild, die einen Eindruck der Qualität des ganzen Projekts / Unternehmens hinterlassen.

    Die Kehrseiten der Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen, kamen in den letzten Jahren auch deutlich zu Tage: In der Anonymität des Netzes verliert doch eine beträchtliche Anzahl an Menschen ihre gute Erziehung, für sie gelten hier die Regeln des zwischenmenschlichen Umgangs, wie sie sich in der „realen“ Welt etabliert haben, nicht mehr. Bei manch einem kochen einfach in einer hitzigen Debatte die Emotionen hoch, wieder andere kompensieren ihre persönlichen Probleme, indem sie im Netz Dampf ablassen. Zudem nutzen Lobby- und Hategroups die Dynamik des Netzes inzwischen professionell, um unter Artikeln zu den entsprechenden Themen Meinung zu machen bzw. Meinung vorzugaukeln. Zudem werden Kommentarfunktionen auch gern von automatisierten Werbespammern missbraucht.

    Für viele kommentarintensivere Seiten werden inzwischen Moderatoren bereitgestellt, die ein Auge auf die Diskussion haben und sie im Sinne einer positiven Kultur lenken. Kommentare werden oft erst nach Ansicht durch diese freigeschaltet, was allerdings einer Echtzeitdiskussion, wie sie auch erstrebenswert sein kann, im Wege steht. Ultimative Lösungen wurden bisher noch nicht gefunden.

    Handelt es sich um ein einfaches Beantworten von Fragen zum Produkt, kann man realtiv wenig falsch machen. Hier gilt nur: Schnell, freundlich und kompetent.

    Handelt es sich um ein einfaches Beantworten von Fragen zum Produkt, kann man realtiv wenig falsch machen. Hier gilt nur: Schnell, freundlich, kompetent und klar. Beispiel von der Seite der Firma Frosta.


    Voraussetzungen

    Wichtig ist es, zunächst das Medium und den Zweck anzuschauen. Handelt es sich um eine Facebook-Fanpage, einen Unternehmensblog oder ein Forum zu einem bestimmten Thema? Was ist die Zielgruppe und was will man mit der Präsenz erreichen? Welches Image soll nach außen getragen werden?

    Die zweite ganz entscheidende Frage ist: Welche Personalkapazitäten brauche ich und welche habe ich? Wie viele Kommentare sind zu bearbeiten, wie kontrovers sind die Themen? Betreibe ich eine eigene Seite, die ich auch selber moderieren kann? Ist es Hobby oder Beruf? Wieviel Zeit kann bzw. will ich aufwenden? Wird eine zusätzliche Teilzeit- oder gar Vollzeitkraft benötigt und welche Qualifikation benötigt sie?

    Qualifikation wird oft unterbewertet und Praktikanten zu solchen Aufgaben abgestellt. Dabei wird völlig unterschätzt, dass eine erfolgreiche Kommunikation mit den Leser/innen entscheidend für das Gelingen des ganzen Unterfangens ist. So sollte man, soweit möglich, für die Aufgabe jemanden einsetzen, der a) selber viel Interneterfahrung hat, b) ein/e gute Kommunikator/in ist (also freundlich und nicht aggressiv ist, sich nicht provozieren lässt, aber bestimmt dabei ist, Regeln durchzusetzen) und der Kommunikationsverläufe gut beurteilen kann, und c) jemand, der mit dem Thema vertraut ist und ggf. eine ausgezeichnete Allgemeinbildung besitzt. Das rechnet sich auch, weil man mit einer guten Kommunikation dem Unternehmen / Projekt ein positives Image verleiht und Kund/innen bzw. Interessent/innen bindet, mit einer schlechten diese jedoch abschreckt.

    Der elegante Stil ist, öffentlich auf eine Löschung hinzuweisen und sie zu begründen. Setzt beim Kommentierenden kein Lernprozess ein, bietet sich eine Sperrung an.

    Der elegante Stil ist, öffentlich auf eine Löschung hinzuweisen und sie zu begründen. Setzt beim Kommentierenden kein Lernprozess ein, bietet sich eine Sperrung an. Beispiel aus Zeit Online

    Es ist keineswegs absurd, sondern in vielen Fällen sogar angebracht, hierfür sogar Hochschulabsolvent/innen zu beschäftigen (die dann ggf. für die gesammte Social Media Kommunikation und auch deren Entwicklung zuständig sind) – zumindest wenn es sich um mehr als um ein einfaches Beantworten von Fragen zum Produkt und das gelegentliche Löschen von Unflätigkeiten handelt. Je größer, diverser, anspruchsvoller und auch kontroverser der Kommunikationsumfang, desto kniffeliger kann die Angelegenheit werden. Im übrigen ist auch ein guter Rapport zwischen der Social-Media-Person und dem Rest der Firma, besonders auch den Vorsetzten wichtig, den über die Kommentare kommt oft entscheidendes Feedback, das intern kommuniziert werden muss. Man kann aus den Kommentaren auch Anregungen für neue Artikel nehmen.

    Vorgehen

    Wie man genau moderiert hängt natürlich sehr von Medium und den Zweck ab. Und auch von der Einstellung des Moderators / der Moderatorin, die auch mit den Vorgesetzten abgesprochen werden sollte. In der Internetgemeinde herrscht traditionell die Ansicht, dass jeder seine Meinung äußern darf und niemandem gleich böse Absicht unterstellt werden sollte. Sperrungen und Löschungen werden nur als Mittel für den äußersten Notfall betrachtet. Allerdings können hier Trolle durch ausfallende, beleidigende und / oder hetzerische Kommentare schnell auch die Kommunikation zerstören und gefasstere und sachbezogene Kommentator/innen abschrecken.

    Nachweislich beinträchtigt ein rauer Umgangston oder viele Troll-Kommentare auch die Wahrnehmung und Bewertung des gesamten Themas durch die Leser/in. Entweder wird es gar nicht mehr verstanden, oder ein ausgewogener Artikel erhält durch die Kommentare eine „Schlagseite“. Zudem gilt hier auch die „Broken Windows“-Theorie der Soziologie: Reißt der Ton erst mal ein, geht es im Zweifelsfall weiter bergab und pegelt sich nicht von alleine wieder ein.

    Die beste Möglichkeit, mit Trollen in unmoderierten oder schlecht moderierten Blogs und Social Media umzugehen. Will man eine gute Diskussionskultur im eigenen Blog, entfernt man sie besser, wenn sie stören.

    Die beste Möglichkeit, mit Trollen in unmoderierten oder schlecht moderierten Blogs und Social Media umzugehen. Will man eine gute Diskussionskultur im eigenen Blog / der eigenen Social-Media-Seite, entfernt man sie besser, wenn sie stören.

    Das andere Extrem ist es, jegliche kritische Kommentare zu löschen. Das unterbindet selbstredend nicht nur jede sinnvolle Diskussion – auch Leser/innen wird es, im Zweifel unangenehm auffallen, wenn sie nur anbiedernde Kommentare vorfinden. So finden sie sich im Zweifel nicht eingeladen, ebenfalls zu kommentieren und bekommen zudem den Eindruck, es gäbe eventuell etwas zu verbergen. Zudem erhält man selber keine im Zweifel auch anregendes Feedback, dass eine produktive Diskussion erlauben würde und zu neuen Ideen oder auch notwendigen Korrekturen führen könnte.

    Das beste ist hier wie in vielen Fällen, den geeigneten Mittelweg zu finden. Zunächst ist es generell wichtig, in den Kommentarspalten oder auch auf der Facebook-Fanseite ein angenehmes Klima zu schaffen. Das funktioniert unter anderem, indem man den Kommentator/innen, solange sie nicht unter sich selbst diskutieren, ein Feedback gibt. So haben sie das Gefühl, dass ihre Anmerkungen auch wahrgenommen werden. Fragen sollten möglichst zeitnah beantwortet werden, selbstverständlich kompetent. Für Anregungen und Anmerkungen sollte man sich bedanken. Der Ton hierbei sollte locker, freundlich und sachlich sein.

    Bei Nazi-Vergleichen sollte man auf jeden Fall einschreiten, aber auch bei anderen Formen von Beleidigung.

    Bei Nazi-Vergleichen sollte man auf jeden Fall einschreiten, aber auch bei anderen Formen von Beleidigung. Gegen Dummheit kann man nichts machen. Wenn sich Diskussionen allerdings im Kreis drehen und andere nerven, kann man durchaus freundlich um einen Abschluss bitten.

    Entstehen Konflikte zwischen Diskutant/innen, sollte man sich vorsichtig lenkend und möglichst neutral einmischen, falls sie zu eskalieren drohen. Dabei sollte man sich kurz und klar äußern und die eventuell hochgekochten Emotionen einkalkulieren, ebenso flüchtiges Lesen. Fällt ein/e Diskutant/in extrem aus der Rolle, sollte man sie ebenso höflich, aber bestimmt anmahnen. Eine gute Möglichkeit, nicht aggressiv zu wirken, ist es, auf die AGBs (Allgemeine Geschäftsbedingungen) zu verweisen. Als Seitenbetreiber/in sollte man diese gerade bei diskussionsintensiven Seiten vorher klar festlegen. Diskutanten fühlen sich schnell in ihrer Meinungsfreiheit beschnitten, weil sie oft nicht realisieren, dass sie sich aggressiv und unflätig benehmen. So hilft es zu erklären, dass man auf der Seite das Hausrecht hat und es wie im realen Leben bestimmte Gepflogenheiten im respektvollen Umgang miteinander gibt, auch und gerade bei unterschiedlichen Ansichten.

    In den AGBs sollte festgelegt werden, was unakzeptabel ist: Strafrechtlich relevante Äußerungen sowieso, sexistische oder rassische Aussagen, Copyrightverletzungen, aber auch persönliche Beleidigungen oder sonstige Ausfälle. Es hilft auch ein Hinweis in den so genannten „Nettiquetten“, dass ein ziviler Umgang in der Diskussion für alle angenehmer und deshalb erwünscht ist. Zudem sollte daran erinnert werden, dass in schriftlichen Diskussionen Aussagen direkter wirken, weil Mimik, Gestik und Unterton einer persönlichen Unterhaltung fehlen und man deshalb auch auf seine Aussagen und ihre Klarheit achten sollte, um Missverständnisse zu vermeiden. Das gilt natürlich auch für den / die Moderator/in.

    Netiquette der Blogger-Community der Wochenzeitung Der Freitag, bei deren Diskussionen es oft rau und heftig zugeht, da die Themen polarisieren.

    Netiquette der Blogger-Community der Wochenzeitung Der Freitag, bei deren Diskussionen es oft rau und heftig zugeht, da die Themen polarisieren.

    Kommentator/innen sollte man nie angreifen und der / die Moderator/in sollte nie persönlich verletzt reagieren. Sie sollten das Hausrecht jedoch freundlich-bestimmt klar durchsetzen und
    Grenzüberschreitungen anmahnen. Leute, die ihre persönlichen Probleme in den Kommentaren kompensieren, andere habituell beleidigen sollte man ohne zu zögern sperren. Sie zerstören die Kommunikation – Menschen, die sachlich diskutieren wollen fühlen sich von einem unflätigen Umgangston abgestoßen oder gar bedroht. Ebenso sollte man mit Kommentatoren von Lobby- und Hategroups nicht lange fackeln – sie scannen das Internet nach bestimmten Begriffen wie „Feminismus“, „Monsanto“ oder „Tabaklobby“ und verbreiten in den Kommentaren gezielt Missinformationen und / oder versuchen sachliche Diskussionen auf Faktenbasis zu unterbinden bzw. tauchen zu Hauf auf, um den Eindruck zu erwecken, ihre Ansichten seien weit verbreitet. Es braucht oft eine gewisse Erfahrung, um so etwas von einem „normalen“ kritischen Kommentar zu unterscheiden. Auch Links zu zweifelhaften Seiten sollten generell gelöscht werden.

    In informelleren Blogs, von Feund/innen betrieben, kann man schon mal lockerer und auch zynisch reagieren - bei Unternehmensblogs sollte man so neutral und höflich wie möglich bleiben.

    In informelleren Blogs, von Feund/innen mit generell ähnlichen Sichtweisen betrieben wie hier Mädchenmannschaft, kann man schon mal lockerer und auch zynisch reagieren – bei Unternehmensblogs sollte man so neutral und höflich wie möglich bleiben.

    Vielen Kommentator/innen fällt es offenbar auch ernsthaft schwer, zwischen sachlicher Kritik und persönlichem Angriff zu unterscheiden. Manchmal wird es auch als bewusstes taktisches Mittel eingesetzt, um die Glaubwürdigkeit eines / einer Diskutantin zu diskreditieren. Bei ernsten Beleidigungen sollte die Moderator/in immer einschreiten. Allerdings gilt die Regel: Erstmal von guten Absichten ausgehen, und nicht gleich böse vermuten, auch wenn es einem so scheint. Freundlich bleiben.

    Auch bei sachlichen Diskussionen empfiehlt sich hin und wieder ein freundliches Eingreifen, wenn man daran interessiert ist, dass Menschen regelmäßig auf die Website gucken und auch mitdiskutieren. Wird es zu persönlich, wird die Diskussion zu intern oder redundant, schreckt das ebenfalls ab. Zudem muss man darauf achten, dass ggf. beim Thema geblieben wird. Wenn es sich nicht um einen privaten oder von Freund/innen betriebenen informelleren Blog handelt, sollte man sich als Moderator/in selbstverständlich nicht nur so neutral wie möglich verhalten, sondern auch bei Meinungsäußerungen, soweit sie nötig sind, die Firma vertreten und nicht die eigene persönliche Meinung. Auch mitdiskutierende Firmenmitarbeiter/innen sollten im Hinterkopf haben, dass sie hier auch im Netz quasi auf der Arbeit sind und ihre Äußerungen nicht nur auf sie, sondern auch das Unternehmen / das Projekt übertragen werden.

    Zudem sollte man sich als Moderator/in auch nicht selbst an Diskussionen beteiligen. Auch Fragen zu Moderationsentscheidungen sollten niemals diskutiert werden: Es ist ausschließlich die Entscheidung der Seiteninhaber/innen bzw. deren Vertreter/in, wie moderiert wird, nicht die der Gäste auf der Seite.

    Weiter interessante Anregungen zum Thema finden Sie u.a. hier (English)

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    Der eigene Blog – richtig schreiben und gestalten

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    Was ist ein Blog?

    Ein Blog (laut Duden männlich oder sächlich, der oder das) ist eine fortlaufende, zusammenhängende Veröffentlichung im Netz, die aus einzelnen Beiträgen oder Einträgen, (Blog-)Posts genannt, besteht. Ein Blog ist wie eine Website unter einer URL, einer Internetadresse, zu finden.

    Blogs, die Mitte der 1990er entstanden sind und ab Anfang der 2000er rasant populär wurden, werden oft als „Online-Tagebücher“ bezeichnet, weil der Schreibstil informell und persönlich war. Sie haben sich inzwischen jedoch zu vielfältigen Formen entwickelt und werden für verschiedene Zwecke genutzt. Sie bewegen sich zwischen Journalismus und Literatur, zwischen Persönlichem, Information und in den letzten Jahren auch immer mehr dem Verkauf.

    Klassischer Blog: Cem Basmans "Sprechblase" / Screenshot

    Klassischer Blog: Cem Basmans „Sprechblase“ / Screenshot

    Wann ist es sinnvoll, einen Blog zu machen?

    Bloggen ist ein dynamischer Prozess, der sich fortlaufend gestaltet und eine soziale Anbindung im Netz benötigt. Ein Blog dient dazu, Gedanken oder Informationen mit anderen zu teilen und sich auszutauschen. Durch Kommentarfunktion und Verlinkungen ist er interaktiv. Wichtig ist, sich über ein paar Grundvorraussetzungen Gedanken zu machen und zu überlegen, was man mit dem Blog erreichen will – dazu auch ein paar Anregungen im Blog von Dirk Deimke.

    Blogs können sinnvoll genutzt werden als:

  • „Tagebuch“, in dem man seine Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen mit der Welt teilt – von persönlich bis politisch, meist in klassischer Blogform, oft von einen Bloganbieter gehoset (Beispiel: Sprechblase von Cem Basman)
  • fortlaufende Informationen zu einem Thema entweder aus persönlichem Interesse und / oder als Service bzw. Produktwerbung; als klassischer Blog, Internetmagazin (Beispiel: Plan A(lternative)) oder Blog in einer statischen Website (Beispiel: Wortbetrieb.de -> Blog unter „Aktuelles“)
  • Bedingt: Event- oder als Reisetagebuch (Gelungenes Beispiel: Das „Tagebuch„, das auf der Seite von Datscha-Radio integriert wurde, die mit statischen Seiten und einem fortlaufenden Blog als Startseite arbeitet; mehr zu Eventblogs hier.)
  • Plan A. - eine Website mit einem modernen Magazine-Theme

    Plan A. – eine Website mit einem modernen Magazine-Theme

    Sprache in Blogs

    Ea gibt keine Vorschrift, wie man in Blogs schreiben „muss“. Die Sprache in Blogs ist so unterschiedlich wie ihre Verwendungen. Traditionell ist sie aufgrund ihrer ursprünglichen Funktion als Meinungsbekundung einer Einzelperson subjektiv und persönlich. Häufig wurde und wird aus der „Ich“-Perspektive erzählt. Ein wenig davon hat sich auch in formaleren Blogs erhalten, Marketing setzt sogar auf diese legere Form, um sich vermeintlich persönlich an die Kunden zu wenden. Und sogar auf den Journalismus allgemein hat das „Lockere“ etwas abgefärbt. Dieser sieht sich traditionell – abhängig von der journalistischen Form – als möglichst „objektiv“. Im Gegensatz zum professionellen Journalismus, wie er von Zeitungen, Zeitschriften und im Rundfunk betrieben wird, sind auch journalistisch orientierte Blogs bis heute subjektiver. Sie stellen zumeist die persönliche Sicht des Autors / der Autorin dar, während auch subjektive journalistische Formen wie der Kommentar bemüht sind, das Gesamtbild des Themas zu betrachten.

    Auch wenn sich Blogs heute zu einer wichtigen Ergänzung der kriselnden professionellen Medien entwickelt haben, können sie nur bestimmte Dinge leisten. Zumeist handelt es sich um Einzelautor/innen oder kleine Redaktionen, die wenn überhaupt nur in seltensten Fällen für ihre Arbeit annähernd adäquat bezahlt werden. Für die meisten ist es eine Freizeitbeschäftigung. Und selbst kleine Redaktionen und „Blogprofis“ können sich intensive Recherche vor Ort und andere aufwendige journalistische Arbeit zeitlich und finanziell nicht leisten.

    Beginn einer Blogpost mit analytischen Betrachtungen zu Persönlichem und Gesellschaftlichem

    Beginn einer Blogpost mit analytischen Betrachtungen zu Persönlichem und Gesellschaftlichem

    Abgesehen von Zweck und personellen / finanziellen Möglichkeiten beeinflusst das Medium die Sprache und Gestaltung von Blogposts. Online funktioniert anders als Print, auch wenn das vielfach nicht beachtet wird und Blogs Printartikel im Internet veröffentlichen.

    Zum einen verhalten sich die Leser/innen anders: Sie sind weniger aufmerksam. So sind kürzere Texte für’s Netz tendenziell geeigneter, was auch der Zeitökonomie vieler Blogschreiber/innen entgegenkommt. Überschriften sollten weniger poetisch als wie eine Betreffzeile formuliert werden, um überhaupt zum anklicken einzuladen. Auch die optische Textgestaltung sollte zum Weiterlesen animieren, indem der Text durch Absätze, Zwischenüberschriften und Bilder aufgelockert wird. Und natürlich sollte auch der Text so geschrieben und aufgebaut sein, dass die Leser/innen dranbleiben.

    Im Positiven bringt die Veröffentlichung im Netz viel mehr Möglichkeiten einen „Text“ zu gestalten. Hier können nicht nur, sondern sollten möglichst alle Dinge, die das Netz bereithält genutzt werden: Zentral ist es, mit Hyperlinks zu arbeiten, um den Text zu vernetzen – innerhalb des Blogs mit verwandten Themen und auch außerhalb zu Hintergründen oder Erklärungen zu unbekannten Begriffen, soweit für den Text nicht zentral, Belegen für Aussagen, Quellen und weiterführenden Informationen. So wird das Posting und der gesamte Blog zum Teil der Erzählung zum Thema im Internet. Die Links kann man unter die entsprechenden Begriffe im Text legen und ggf. die wichtigsten unter dem Text noch einmal gesondert angeben. Hier sollte man allerdings maßhalten und nur wirklich relevante Links setzen.

    Zudem kann man neben Bildern auch Audio und Video in den Text einfügen. So spart man sich, so man will, auch viele textliche Ausführungen darüber, wie sich Dinge anhören oder wie sie aussehen. Wenn man allerdings einen Blog barrierefrei gestalten will, sollte man das für blinde bzw. gehörlose Nutzer/innen trotzdem tun.

    Hyperlinks sind das A und O eines Blogs - s setzt man sie in WordPress in einen Text ein

    Hyperlinks sind das A und O eines Blogs – so setzt man sie in WordPress in einen Text ein

    Wie realisiere ich einen Blog technisch?

    Mit der Popularisierung von Blogs spezialisierten sich verschiedene Firmen auf spezielle Blogsoftware, die sie auf ihren eigenen Seiten anbieten. Diese ist dort schon so eingerichtet, dass sie ohne große technische Kenntnisse nutzbar ist und die somit die einfachste Möglichkeit darstellt, einen Blog zu starten. Hier kann man ohne einen eigenen Webspace einzurichten einen Platz für den eigenen Blog mieten. Man muss sich nur anmelden und kann sofort loslegen. Bekannte Anbieter sind z.B. WordPress.com, Antville.org, Livejournal, Twoday.net, Blogsport.de oder Blogger.de und Blogger.com.

    Diese Angebote sahen früher relativ einheitlich aus und es gab wenige Möglichkeiten der individuellen Gestaltung. Das hat sich bei den meisten Anbietern inzwischen geändert. Besonders professionellere Blogger/innen wollen aber lieber einen eigenen Webpace mit eigener Adresse. Dazu muss man sich beim Domainverwalter Denic, die gewünschte URL, soweit sie noch nicht vergeben ist, bestellen und muss diese bei einem Webhost beantragen. Der Webhost stellt Speicherplatz und die entsprechende Infrastruktur auf seinen Servern zur Verfügung, wofür eine monatliche Gebühren verlangt wird. Nur wirklichen Profis ist ein eigener Server zu empfehlen.

    Als Beispiel für einen Webhost, von dem es auch diverse mehr oder weniger gute Anbieter gibt, soll hier Host Europe gewählt werden. Hier werden unterschiedlich große Webpacks angeboten, wo man aufpassen muss, dass diese die gewünschten notwendigen Parameter beinhalten, die die Software, die man installieren will, erfordert (s. Video unten).

    Auch hier werden verschiedene schon vorgefertigte Content-Management-Systeme (CMS) angeboten, die einem das Programmieren (lassen) einer eigenen Website von Grund auf ersparen. Das gängigsten ist WordPress, aber auch Joomla, Drupal und Typo3 sind verbreitet. Die Installation ist etwas komplizierter als das simple Anmelden bei einem Blogdienst, vor allem, wenn man mit dem Prinzip noch nicht vertraut ist. Auch wenn es nicht wirklich schwierig ist, bieten sich Grundkenntnisse in HTML und CSS an, im Idealfall sogar in PHP. Wer sich unsicher ist, sollte lieber jemanden dazuholen, der Tipps gibt. Es gibt auch sehr gute Anleitungen im Internet. So hat der österreichische Informatiker Alex Schiebel eine ganze Serie an Videos erstellt, wie man WordPress bei Host Europe installiert und erste Schritte in der WordPress-Oberfläche (leider nicht die neueste Version).*
    *(Disclaimer Auch in meinen weiteren Ausführungen geht es als Beispiel um dieses CMS und diesen Anbieter. Ich bin mit beiden zufrieden, habe aber wenig Erfahrungen mit anderen und kann so keine Vergleiche aufstellen. So soll das keine unlautere Werbung sein)

    Allerdings ist auch hier Vieles einfacher geworden. Host Europe und andere Anbieter haben inzwischen die gängigsten CMS vorinstalliert, so dass man diese nur noch konfigurieren muss (Anleitung oben im Video). Wenn man das CMS installiert hat, kann man unter verschiedenen Design-Schablonen (Vorlagen) wählen, die zumeist mit dem englischen Wort „Template“ bezeichnet werden. Es gibt für WordPress hunderte kostenlose so genannte Themes, vorprogrammierte grafische Benutzeroberflächen, die mit diesen Templates arbeiten, und für Geld noch viel mehr, plus Service. Man kann sie bei Worpress selbst finden, oder bei Firmen wie Elma Studio. die sich auf die Gestaltung von WordPress-Themes und den Service darum spezialisiert haben.

    Diese Vorlagen kann man bis zu einem gewissen Grad individuell anpassen. Über das so genannte Backend, an dem man alles einstellen kann, was zum Blog gehört und wo man auch die Blogposts selber einstellt. Experimentierfreudige und Expert/innen können auch in den Designvorlagen selbst herumbastelt, im Idealfall über so genannte Child Themes, um sich die Vorlagen nicht zu „zerschießen“. Zudem bleiben die Änderungen auch erhalten, wenn man eine neue Version des Themes einspielt, was bei guten Themes durchaus in regelmäßigen Abständen passieren kann bzw. sogar sollte.

    Blogger Fefe hält seinen Blog auch heute noch so, wie sie vor gut zehn Jahren tatsächlich aussahen

    Blogger Fefe hält seinen Blog auch heute noch so, wie sie vor gut zehn Jahren standardmäßig aussahen

    Allerdings haben die Themes auch nur eine bedingte „Haltbarkeit“. Nicht dass sie schlecht werden oder abgeschaltet werden. Sie entsprechen – außer sie sind hervorragend gepflegt – irgendwann nicht mehr den technischen und auch optischen Ansprüchen. So ist vor Kurzem das „Responsive Design“ immer mehr zum State of the Art geworden. Das hat mit dem individuellen Aussehen des Blogs theoretisch nur bedingt zu tun – hier geht es darum, dass sich das Layout möglichst angenehm auch auf Mobilgeräten ansehen und nutzen lässt. Aber durch den Versuch, das technisch zu lösen, haben sich auch neue Ästhetiken entwickelt.

    Gestaltung

    Je mehr man sich vom simplen „Onlinetagebuch“ entfernen will, desto wichtiger ist es, sich Gedanken über die Gestaltung und Konzeptionierung des Blogs an sich zu machen. Die einfachste, klassische Form des Blogs ist eine Spalte, in der zeitlich sortiert die einzelnen Posts hinter- bzw. übereinander sortiert erscheinen. Inzwischen gibt es aber diverse Vorlagen für unterschiedliche Wünsche und Zwecke. Üblich ist inzwischen mindestens eine zweispaltige Post. Neben den Blogposts sind in einer Seitenspalte (Sidebar) dann verschiedene Organisationstools zu finden, die den Leser/innen helfen, sich auf dem Blog zurecht zu finden, wie z.B. ein Archiv, eine Schlagwortwolke, eine Suchfunktion oder eine Auflistung verschiedener Themen. Hier kann man auch Werbung in fremder oder eigener Sache unterbringen.

    Verschiedene Themes, die man individuell anpassen kann

    Verschiedene Themes, die man individuell anpassen kann

    Blogs haben meistens auch eine oder sogar mehrere Navigationsleisten, entweder im Sidebar und / oder über dem Blog. Ein Blog kann auch unter der Rubrik „Aktuelles“oder „Blog“ in einer statischen Website, das sonst keine Blogfunktion hat, sondern mit festen Seiten (Pages) untergebracht werden. Für die Erstellung die „festen“ Inhalte wird die Seiten-Funktion von WordPress genutzt. Das ist zum Beispiel beim vorliegenden Blog der Fall: Nur unter „Aktuelles“ ist ein Blog zu finden, die anderen Seiten sind „feste“ Inhalte, die sich nur ändern, wenn ich die Seite bearbeite, während der Blog mit jedem neuen Artikel weiterläuft. Es gibt inzwischen diverse speziell für Online-Magazine, Fotoblogs oder Portfolios optimierte Vorlagen, die mit statischen Seiten und dynamischen Blogfunktionen arbeiten, wie es WordPress anbietet.

    Außer man hat vor, absichtlich mit er Wahrnehmung der Leser/innen zu spielen, sollte ein Blog so klar und logisch wie möglich aufgebaut sein. Kleine Spielereien mögen einen Blog individuell machen – aber viel Blitzen und Blinken ist nicht nur altmodisch und unprofessionell, sondern lenkt vom Inhalt ab. Hervorheben kann man sich am besten durch eine schöne Typografie, besondere Bilder ggf. in einer interessanten Anordnung sowie einen übersichtlichen Aufbau.

    Bei der Auswahl eine Themes sollte man nicht nur darauf achten, ob man es hübsch findet. Man sollte überlegen, ob die Gestaltung auch in der Anwendung den Ansprüchen entspricht. So sollte man also schon vor der Auswahl eine Vorstellung haben, was man in etwa will – diese sollte sich spätestens verfestigen, wenn man sich für ein Theme näher interessiert. Wichtig ist hier vor allem der Aufbau der Startseite: Wie sind die Artikel angeordnet, wie der Header sortiert, was kann man in den Sidebars machen, welche Möglichkeiten der Navigation gibt es? Auch die individuelle Gestaltung von Blogposts, auch wie das Einbinden von Bildern, Galerien und Videos funktioniert sollte man sich anschauen. Interessant ist es auch, Bewertungen zu lesen, wie gut das einzelne Theme auch im Detail programmiert ist – das erspart ein böses Erwachen. Auch wenn sich die Themes an sich problemlos austauschen lassen, ist die Arbeit der individuellen Anpassung bei einem unnötigen Wechsel verschwendete Zeit und ärgerlich.

    Dashboard von WordPress Version 3.5.1, dass bereits mit einigen Plugins modifiziert wurde

    Dashboard von WordPress Version 3.5.1, dass bereits mit einigen Plugins modifiziert wurde

    Hat man sich für ein Theme entschieden, kann man es im so genannten Backend hochladen, anwählen und individuell gestalten. Inzwischen bieten Themes es unter „Einstellung“ eine relativ gute Auswahl an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, die auch für Laien problemlos nutzbar sind. Kennt man sich ein bisschen besser aus, kann man auch das CSS und PHP-Seiten editieren – dafür empfehlen sich allerdings dringen Child Themes, wenn man nicht Gefahr laufen will, sich das Bloglayout und seine Funktionen ganz kaputt zu machen und auch später neue, verbesserte Versionen des Themes installieren will. Wichtig ist vor allem die Navigation, über die man sich sowieso schon von Anfang an genaue Gedanken machen sollte. Um das Layout zu testen, sollte man entweder einen Dummy-Artikel oder schon eine kleine Begrüßung / Vorstellung des neuen Blogs einfügen, in den man auch eine kleine Galerie, ein einzelnes Foto und ein Video einstellt, um diese Funktionen zu testen.

    In die Seitenspalte(n) und je nach Theme auch anderen entsprechenden Flächen kann man verschiedene so genannte „Widgets“ (Steuerelement) einfügen, die man unter diesem Namen auch im Backend findet. Zudem sollte man einige so genannte „Plugins“ (Erweiterungsmodul) benutzen, vor allem, um die Seite sicherer zu machen. Gerade WordPress als das weit verbreitste System ist häufig von Hackerangriffen betroffen. Allerdings sollte man nur die Plugins benutzen, die man wirklich für nötig hält – denn schlecht programmierte Plugins können auch eine Tür für Hacker sein. Zudem können Plugins auch in Kollision mit den Theme-Funktionen kommen. Mehr zur Gestaltung und Themes hier.

    Einbinden von Bildern, Audio und Video

    Das Internet bietet die bisher ungekannte Möglichkeit, verschiedene Medien zusammenzuführen. Diese sollte man – wo es sich anbietet – auch nutzen. Videos – auch eigene – bindet man am praktischsten über Dienste wie YouTube oder Vimeo. Eigene Videos kann man auch über FTP hochladen – das kostet allerdings viel Speicherplatz. Das empfiehlt sich nur in Sonderfällen, wenn man z.B. die Rechte exklusiv behalten will. Das gleiche gilt für Audio in größerem Umfang, was sich sehr gut über Anbieter wie Soundcloud in eine Blogpost integrieren lässt.

    Gerade bei Bildern, die man in den Blog postet, sollte dringend auf das Copyright geachtet werden (wie auch beim Zitieren anderer Texte). Bei Videos und Audio von Drittanbietern st diese dafür zuständig. Allerdings empfiehlt es sich auch hier, offensichtliche Compyrightverletzungen nicht in den Blog einzubinden.

    Hier ein Beispiel für die Einbindung verschiedener Medien (Foto, Galerie, Audio via Soundcloud und Video via Youtub, sowie Verlinkungen auf relevante weiterführende Informationen).

    Im Backend von WordPress kann man bequem Medien hinzufügen

    Im Backend von WordPress kann man bequem Medien hinzufügen

    Für einen wirklich professionellen Blog bemüht man sich, auf Barrierefreiheit zu achten, in dem man z.B. beschreibt, was auf den Bildern zu sehen ist oder was in einem Audio zu hören ist.

    Vermarktung

    Vermarktung soll hier in erster Linie nicht Verkauf gegen Geld, sondern Bekanntmachung des Blogs heißen. Es geht darum, dass potentiell interessierte Leser/innen auf den neuen Blog aufmerksam werden. Für manche persönliche Blogs reicht es, einfach Freunden Bescheid zu sagen, und ihnen den Link zu senden. Will man auch Fremde erreichen, sollte man zunächst eine Newsletter-Funktion einrichten (geht über Plugins).

    Heute ist es jedoch üblich, dass Blogs bzw. die Websites, auf denen sie ggf. integriert sind, eigene Seiten in den Social Media haben, bei Facebook, Twitter, Google + etc. Hier kann man die Follower oder „Fans“ über neue Artikel direkt informieren. Auch wenn die gute alte „Blogroll“ aus der Mode gekommen ist, empfiehlt sich eine Linkliste auf einer statischen Seite, auf der man andere Blogs empfiehlt, die aus dem eigenen Netzwerk stammen, die thematisch ähnlich sind oder die man einfach so toll findet. Auch das verbindet – und das ist das A und O eines funktionierenden, lebendigen Blogs. Ganz pragmatisch ist es auch so, dass eine Verlinkung auf einer anderen Seite den jeweiligen Blog in den Suchmaschinen nach oben bringt – wenn man das gegenseitig macht, hilft das beiden. Wichtig ist es auch, mit den Leser/innen zu kommunizieren – sowohl auf Kommentare im Blog als auch in den Social Media zu reagieren, soweit es die Zeit erlaubt.

    Will man ein breiteres Publikum erreichen und nicht nur für sich und ein paar Freund/innen schrieben, muss man natürlich überlegen, ob es auch inhaltlich für andere interessant und relavant ist, was man schreibt. Dazu hat Bloggonaut.net schon vor einiger Zeit ein paar sehr gute Tipps gegeben.

    Mikropaymentservice Flattr

    Mikropaymentservice Flattr

    Zu hoffen, mit Blogs bemerkenswerte Geldsummen zu verdienen ist eher illusorisch. Unternehmensblogs sind Marketingtools, die, wenn sie gut gemacht sind, indirekt helfen können, den Umsatz zu steigern. Es giibt auch immer wieder einzelne Blogger/innen, die es schaffen, durch ihren Blog so viel einzunehmen, dass sie davon leben können. Das sind dann aber meistens Spezialist/innen aus Technik, Internet oder Politik, die zu den so genannten Alpha-Blogger/innen zählen (im übrigen fast ausschließlich Männer). Für diese ist Bloggen ein Job – um das Schreiben herum bekommen sie Aufträge oder werden für Vorträge eingeladen. Manchmal schaffen es auch kleine Blogredaktionen, die auch gezielt daran arbeiten, die Autor/innen bezahlen zu können, wenn auch meist eher schlecht als recht.

    Ein bisschen Geld können sich einigermaßen populäre Blogs dazu verdienen, indem sie einen Link zum Mikropayment-Service Flattr oder zum PayPal Spenden-Button einrichten. Hier ist man auf Menschen angewiesen, die Blogs und ihre Bedeutung für den Informationsmarkt und auch die Demokratie zu schätzen wissen und die Arbeit, die dahinter steckt. Weniger ist man auf Mitdenken angewiesen, wenn man Werbung auf dem Blog schaltet, zum Beispiel Google Adds oder gezielte Werbepartner zum Blogthema. Allerdings kann man sich damit in einigen Milieus, die auf werbefreie Blogs achten, auch die Reputation kaputt machen. Da muss man, abgesehen von der eigenen Haltung, überlegen, ob ein paar Euro oder ein guter Ruf des Blogs wichtiger sind. Wirklich problematisch sind gekaufte Artikel, erst recht, wenn sie nicht als Werbung gekennzeichnet sind. Es gibt jedoch ein Segment an Blogs, die genau das macht, und sich trotzdem als authentisch und unabhängig präsentiert. Verkauf und ernsthaftes Bloggen auch auf seriös gekennzeichnete Art zu kombinieren wird allerdings ebenfalls populär.

    Schreibt eigene interessante Blogposts und bietet Zimmer zur miete: Der Blog Slow Travel Berlin

    Schreibt eigene interessante Blogposts und bietet Zimmer zur Miete: Der Blog Slow Travel Berlin

    Blogs der seriösen Sorte, der wirklich authentische Artikel und Verkauf zusammengebracht werden, sind u .a. Slow Travel Berlin, wo interessante, selbst verfasste Blogposts zu Berlin mit – offensichtlich als solche gekennzeichneten – Mietangeboten für Uralubszimmer verbunden werden, oder Danger! Bananas, ein persönlicher Blog, auf dem die Produzentin auch ihr Hobby Nagellmodellage mit anbietet. Der Blog, den ihr gerade lest, ist auch Marketing, weil er zu einer Website gehört, auf der ich meine Dienstleistungen zum Thema anbiete.

    Die Kanalratten des Blogbusiness sind Leute, die Blogs einrichten und darin kostenlose Werbetexte zu bestimmten Themen vervielfältigen, für die sie bei Verkauf von Produkten und Dienstleistungen von deren Anbietern Prozente bekommen. Sie versuchen mit allen – oft unlauteren – Mitteln, Traffic auf ihren Blog zu ziehen, so dass sie darüber hinaus auch über Werbung noch eine größere Einnahmequelle haben. Kann man clever finden, ist aber nichts anderes als Spam. Glücklicherweise sieht das auch der Algorithmus von Google und anderen Suchmaschinen so und listet Blogs mit Inhalten, die es diverse Mal gibt, ganz hinten. Wenn man nur Schrott ins Netz stellt, hilft auch supergestylte Suchmaschinenoptimierung nichts.

    Wenn Sie Hilfe bei der Gestaltung Ihres WordPress-Blogs wünschen oder gern ein Seminar dazu buchen wollen, wenden Sie sich gern an mich.

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