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The Orange Clown – Donald Trump und der Ku-Klux-Klan

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Der Albtraum vieler Amerikaner scheint wahr zu werden – Donald Trump hat die besten Chancen, Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden. Mit seiner groben Art, die absichtlich gesellschaftliche Konventionen ignoriert und einem ungeschminkt präsentierten Rassismus gegen Minderheiten, von denen sich vor allem die weiße Unterschicht bedroht fühlt, konnte er ein breites Spektrum mit den gesellschaftlichen Umständen unzufriedenen US-Amerikaner aus dem rechten Milieu um sich scharen. Für diese ist er, der vermeintliche Self-Made-Milliardär, die Verkörperung des Amerikanischen Traums.

Er redet wie sie, will die Muslime aus dem Land verbannen und eine Mauer gegen die illegalen Einwanderer aus dem Süden bauen. Er beleidigt Andere ohne Rücksicht auf Verluste. Trump gilt als unabhängig, weil er im Gegensatz zu anderen das nötige Kleingeld hat, den Millionen verschlingenden Wahlkampf selber zu finanzieren.

Sowohl für das Establishment als auch politisch gemäßigtere und linke Bürger dagegen ist er der blanke Horror: Seine Anhänger gelten als verblödete Rassisten und Irre jeglicher Couleur, ihm werden faschistoide Tendenzen und ein Verrat an den Amerikanischen Idealen nachgesagt. Michael Stipe von der Band REM, der sich verbat, dass seine Musik auf Trumps Veranstaltungen läuft, nannte ihn schlicht einen „orangenen Clown“, weil Trumps Gesichtshaut einen leicht orangen Teint hat. Auch über Trumps merkwürdige Frisur reißen die Leute Witze.

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Wenig überraschend wurde er jetzt auch vom Rassisten und Antisemiten David Duke, einst führendes Mitglied des Ku-Klux-Klan, seinen Anhängern als unterstützenswert empfohlen. Als Jake Tapper vom CNN ihn am Sonntag mit dieser Empfehlung konfrontierte und Trump fragte, ob er sich von Duke abgrenze, gab Trump vor nicht zu wissen, wer Duke sei. Auch als Tapper deutlicher machte: Vertreter der weißen Vorherrschaft, Ku-Klux-Klan, wich Trump aus. Er müsse sich erst genau anschauen, um welche Gruppen es sich handele, ehe er sich abgrenze. Später sprach er sich in einem Tweet gegen die unfreiwillige Umarmung durch Duke aus.

Dass er Duke nicht kenne, nahm ihm aber kaum jemand ab, zumal er sich schon 2000 bei seinem ersten Versuch einer Prsäsidentschaftskandidatur mit der Reform Party von ihm abgegrenzt hat. Duke war damals ebenfalls dieser Partei beigetreten. So bleibt zu vermuten, dass Trump nicht auf die Stimmen dieses Klientels verzichten wollte, wenn es darum geht, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Weiterhin fand er es auch nicht weiter schlimm, als man ihn darauf hinwies, dass er ein Zitat des italienischen Faschistenführers Mussolini weiter getweetet hatte: Ist doch egal von wem, Hauptsache das Zitat ist gut, meinte er lapidar dazu.

Aktuell sieht es so aus, als ob die Favoritin Hillary Clinton trotz unerwartet starker Konkurrenz durch den Außenseiter Bernie Sanders die besten Chancen hat, Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei zu werden. Damit würde sich die Partei, die ebenso wie die Republikaner mit einem essentiellen Richtungsstreit kämpft, aber möglicherweise ins eigene Fleisch schneiden. Da derzeit auch in der US-Bevölkerung ein sehr starkes Misstrauen gegenüber den etablierten Parteien besteht, ist Sanders in nationalen Umfragen deutlich beliebter als die umstrittene Clinton. In Wahlumfragen liegt er derzeit mit sechs Prozentpunkten vor Trump, während es bei Clinton lediglich einer ist. Am morgigen Super-Tuesday, bei dem die Bevölkerung elf weiteren Bundesstaaten über die von ihnen favorisierten Kandidaten der jeweiligen Parteien entscheiden werden, wird sich das Bild verfestigen.

Der amerikanisch-britische Satiriker John Oliver über Donald Trump:

Besuch einer Wahlkampfveranstaltung von Trump:

TRUMP RALLY from Sean Dunne on Vimeo.

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